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Freitag, 16. November 2018,
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Variables Sitzsystem im Fond / Hohe Ladekapazität / Glasdach als Extra

Škoda Roomster: Weitere Details und neue Bilder

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Škoda Roomster
Škoda
Den neuen Škoda Roomster hatten wir bereits kurz vorgestellt. Nun, nach der offiziellen Messe-Premiere auf dem Genfer Autosalon gibt es konkretere Details und neue Bilder zur vierten Baureihe der tschechischen VW-Tochter. Während das Design gewöhnungsbedürftig ist, überzeugen Preis-/Leistungsverhältnis und Konzept.
Das Auto ist gut 4,20 Meter lang und liegt damit exakt zwischen dem Fabia-Fünftürer (3,97 Meter) und dem Fabia Kombi mit 4,23 Metern. In der Höhe überragt der Roomster die beiden Kleinwagen-Versionen ohne Dachreling gerechnet um satte 17 Zentimeter, und auch in punkto Radstand weist der kleine Van mit fast 2,62 Metern nicht nur den Fabia, sondern sogar den Octavia auf die Plätze.

Im Ergebnis macht der Roomster damit seinem Namen alle Ehre: Vor allem im Kofferraum ist viel Platz. Konkret sind es zwischen 450 und 530 Liter, je nach Stellung der um 15 Zentimeter verschiebbaren Rücksitze. Diese wiederum sind nicht nur knapp fünf Zentimeter höher montiert als das Gestühl in Reihe 1, sondern auch höchst variabel ausgeführt.

So kann die komplette Lehne des Mittelsitzes im Fond nach vorn geklappt und als Ablage oder Armlehne genutzt werden. Mit wenigen Handgriffen lässt sich der nur elf Kilogramm schwere Mittelsitz auch ganz herausnehmen. Dann können die beiden verbleibenden, äußeren Sitze um 11 Zentimeter nach innen verschoben werden; die Sitzlehnen erlauben zudem eine Neigungsverstellung um 13,5 Grad. Der Roomster wird damit zum Viersitzer mit mehr Schulterfreiheit und Sitzkomfort. Auch in punkto Sicherheit dürfte dies ein zusätzliches Plus bedeuten, zumal wenn dort Kindersitze über die serienmäßigen ISOFIX-Befestigungspunkte montiert werden.

Das hintere Gestühl lässt sich natürlich auch umlegen (40:20:40), und Škoda verspricht, dass dann eine vollständig ebene Fläche mit 1,02 Metern Länge entsteht. Das Ladevolumen wächst so auf bis zu 1.555 Liter, und sollte sich dank der großzügig bemessen Zuladungskapazität von bis zu 515 Kilogramm auch ausnutzen lassen. Werden alle drei Sitze im Fond ausgebaut, stehen fast 1,8 Kubikmeter Platz zur Verfügung. Allerdings liegen Laderaumkante und -boden nicht auf einem Niveau, was etwa Hundebesitzer weniger freuen dürfte. Möglicherweise wird es als Abhilfe aber eine Art von doppeltem Laderaumboden als Extra oder Zubehör geben.

Auch sonst erscheint das Konzept durchaus durchdacht und praxisgerecht. Beispiele hierfür sind die Laderaumabdeckung, die sich in zwei unterschiedlichen Höhen fixieren lässt, zusätzliche Ablagefächer über den Radkästen, Pompadourtaschen und weitere diverse Staufächer und Getränkehalter im ganzen Auto sowie gleich zwei Handschuhfächer mit Deckel, von denen eines durch die Klimaanlage gekühlt wird. Gut gefällt auch, das Škoda zum Diebstahlschutz die Fahrgestellnummer in alle Scheiben graviert.

Fest steht jetzt auch die Motorenpalette des Roomster, die sich naturgemäß an jener des Fabia orientiert: Basisantrieb ist demnach der 1,2 Liter kleine Dreizylinder mit 64 PS und 112 Newtonmeter Drehmoment, darüber rangieren die Vierzylinder mit 86 PS (1,4 Liter, 126 Nm) und 105 PS (1,6 Liter, 155 Nm). Bei den Dieseln beginnt die Palette ebenfalls mit nur dreizylindrigen Maschinen, nämlich den 70- und 80 PS-Varianten des 1,4 TDI; vorläufige Topmotorisierung ist der 1,9 TDI mit 105 PS und 240 Nm. Die Werte für die Standardbeschleunigung auf Tempo 100 liegen je nach Motor zwischen 16,9 und 10,9 Sekunden, jene für das maximale Reisetempo zwischen 155 und 184 km/h. Der stärkere Dreizylinder- und der Top-Diesel sind vom Start weg auch mit Rußfilter erhältlich.

Die Kraftübertragung auf die Vorderachse übernehmen jeweils manuelle Getriebe mit fünf Gängen; für den großen Benziner wird es ab September auch eine sechsstufige Automatik geben. Das Tankvolumen liegt bei 55 Litern - immerhin zehn mehr als beim Fabia.

In punkto Ausstattung liegen die genauen Spezifikationen für den deutschen Markt noch nicht vor. Klar ist aber, dass Škoda hier im Hinblick auf einen möglichst niedrigen Einstandspreis nicht allzu spendabel war. So zählen nur Front- und Seitenairbags, nicht jedoch Kopfairbags, zum Serienstandard. Die Chance, endlich das erste Auto dieser Klasse mit serienmäßigem ESP zu bauen, haben die Tschechen ebenfalls verpasst. Immerhin ist die "Schleuderbremse" als Extra verfügbar. Auch die übrige Ausstattungsliste liest sich höchst spartanisch, ist aber eben noch nicht Deutschland-spezifisch vorliegend.

Erwähnenswert bei den Extras sind insbesondere Kurven- und Abbiegelicht in Halogen-Technik, wobei Škoda letzteres wie Mercedes in die Nebelscheinwerfer integriert, sowie das große Glas-Panoramadach. Die Audiosysteme verfügen über eine Buchse zum Anschluss von mp3-Playern.

Produziert wird der Roomster im Škoda-Werk Kvasiny, wo auch das Marken-Flaggschiff Superb vom Band rollt. Markteinführung in Deutschland zu Basispreisen ab 12.990 Euro wird im Juni sein, und erst dann wird sich auch zeigen, ob die Kunden das ungewöhnliche Design goutieren. Das Konzept jedenfalls scheint gelungen.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 02.03.2006  —  # 5110
text Hanno S. Ritter
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