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Montag, 23. Oktober 2017,
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Deutlich modifiziertes Design / Mehr Flexibilität, Sicherheit und Leistung

Mercedes Sprinter II: Erste Details, erste Bilder

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Bild anklicken für Großansicht Neu: Mercedes
Sprinter II
DaimlerChrysler
Über zehn Jahre ist es her, dass Mercedes seine Transporter-Reihe (T1) grundlegend neu aufstellte – 1,3 Mio. Exemplare später steht der Name "Sprinter" umgangssprachlich längst für das komplette Segment. Im März 2006 rollt die zweite Generation an: Flexibler wird sie sein, sicherer – und noch schneller im Sprint.
Zunächst ein Blick aufs Design, das ziemlich genau so ausfällt wie angenommen und sich im übrigen in diversen Punkten den Pkw der Marke annähert: Schmalere, dafür höhere Klarglas-Scheinwerfer mit jetzt obenliegenden Blinkern und ein Kühlergrill mit zwei horizontalen Lamellen, Spiegelblinker, der Verzicht auf die Kühlrippen im vorderen Kotflügel sowie eine auffallende, nun schräge Sicke an den Seiten sind die wichtigsten Kennzeichen. Die Seitenscheiben vorne sind schräger, das Dreiecksfenster kleiner, der Mercedes-Stern nicht mehr in die Motorhaube eingeschnitten.

Die optionalen Nebelscheinwerfer wandern in eine unruhig wirkende Frontschürze, die Motorhaube verfügt über zwei separate Lufteinlässe. Die Frontscheibe steht steiler als bisher, weil auf eine winkelfreie durchgehende Linie von Scheibe und Motorhaube zugunsten der Raumökonomie verzichtet wurde. Die Rückleuchten sind soweit auf den ersten Bildern erkennbar größer als bisher, an der Seite gibt es im unteren Bereich eine durchgehende Plastikverkleidung mit integrierten Rückstrahlern oder Begrenzungslichtern.

In punkto Karosserievielfalt legt Mercedes noch einmal nach: Während wie bisher drei Radstände zur Wahl stehen werden, steigt die Zahl der Dachhöhen von zwei auf drei und die der Aufbaulängen von drei auf vier an. Der neue Sprinter wird damit in Längen zwischen 5,24 und 7,34 Meter zu haben sein.

Kombiniert mit den diversen Aufbauvarianten wie Kastenwagen und Kombi, Pritschenwagen und Doppelkabinen-Varianten oder Fahrgestelle mit Kipper-Aufbauten ergeben sich so nahezu unzählige Möglichkeiten zur Individualisierung. Angesiedelt zwischen drei und fünf Tonnen Gesamtgewicht, deckt die neue Generation etwa als Kastenwagen mit sieben bis 17 Kubikmetern Laderaumvolumen fast alle denkbaren Anforderungen ab. Bisher fasste der Sprinter maximal 13,4 Kubikmeter.

Neu im Programm wird auch eine Version mit 4,6 Tonnen Gesamtgewicht und einer platz- und gewichtssparenden Supersingle-Bereifung an der Hinterachse sein - ein Konzept, das vom Actros bekannt ist.

In Bezug auf die Motorisierungen fällt das fünfzylindrige CDI-Triebwerk künftig weg - auch hier eine Parallele zum Pkw-Programm. Es wird ersetzt von einer sechszylindrigen Variante mit 184 PS. Bisher leistete das Topmodell 216/316/416 CDI 156 PS. Der Vierzylinder-Basismotor steigt in der Leistung von 82 auf 88 PS. Sämtliche EU4-Dieselmotoren seien mit Partikelfilter ausgestattet, verspricht Mercedes, was einerseits höchst löblich und ein Novum in diesem Segment ist, andererseits aber wohl auch bedeutet, dass noch nicht alle Maschinen EU4 erfüllen.

Wie bisher wird es auch einen Ottomotor angeboten. Statt des 143 PS-Vierzylinders setzten die Stuttgarter auch hier künftig auf sechs Töpfe, womit geradezu ein Leistungssprung auf satte 258 PS einhergeht.

Den inzwischen wieder etwas abgeebbten Diskussionen um die Sicherheit dieser Fahrzeugspezies, die wir an dieser Stelle mehrfach kritisiert hatten, begegnet der Autobauer mit dem Hinweis auf ein agileres und fahrsichereres Fahrwerk der neuen Sprinter und einer verbesserten Bremsanlage unter den 16 Zoll-Rädern. Die passive Sicherheit soll von Maßnahmen im Karosseriebereich und zusätzlichen Thorax-Airbags profitieren, wobei letztere nur gegen Aufpreis angeboten werden.

Ob Beifahrer- und Windowbags künftig Serienstandard sein werden und ob hoffentlich ABS und Fahrerairbag nicht mehr gegen Minderpreis abbestellbar sind, bleibt abzuwarten. Wie bisher sind Scheibenbremsen rundum und Bremsassistent serienmäßig. Optional und, soweit ersichtlich, erstmals in dieser Klasse steht künftig auch Bi-Xenon-Licht mit statischem Kurven- und Abbiegelicht zur Verfügung.

Das ESP, bisher in den meisten Varianten zum Standard-Lieferumfang zählend, hört in der neuen Generation auf den Namen "ADAPTIVE ESP": Es misst mit seinen erweiterten Funktionen unter anderem das Gewicht der Ladung, errechnet den Schwerpunkt des Fahrzeugs und reagiert darauf in seiner Regelcharakteristik.

Diese Technik hatte Mercedes bereits in einem sogenannten "Innovationsträger Sicherheit" auf der Nutzfahrzeug-IAA im Herbst 2004 vorgestellt, ebenso wie Xenon-Licht, Thorax-Airbags und Spiegelblinker.

Verbessert haben die Stuttgarter die Ausstattung, wenn auch nicht grundlegend. So erhalten alle neuen Sprinter elektrische Fensterheber und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung ab Werk sowie ein aufgewertetes Interieur mit zusätzlichen Ablagen und optional auch mit dem aus den Pkw bekannten COMAND-System mit DVD-basierter Navigation und Farbmonitor. Zu den wichtigsten neuen Extras gehören neben dem erwähnten Xenon-Licht und den Airbags ein Keyless-Zugangssystem mit automatischer Ent- und Verriegelung aller Türen und automatischen Öffnen und Schließen der Laderaumschiebetür.

Weitere Details und Preise liegen noch nicht vor. Die Markteinführung ist für Ende März 2006 vorgesehen. Gebaut wird der neue Sprinter in Düsseldorf (Kastenwagen und Kombi) sowie in Ludwigsfelde bei Berlin für Pritschenwagen und Fahrgestelle inkl. Doppelkabinen. In diesem Werk war im Sommer die Vaneo-Produktion eingestellt worden.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 22.11.2005  —  # 4802
text Hanno S. Ritter
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