Das unabhängige Portal rund um Automobil & Verkehr
Mittwoch, 13. Dezember 2017,
Schrift: kleiner | größer
Lesezeit: ~ 3 Minuten
Europaweit nur 37 Prozent aller Neufahrzeuge mit ESP

ESP: Ausrüstungsquote 2004 auf über zwei Drittel gestiegen

Siehe Bildunterschrift
ESP-Quote in Bosch
Deutschland jetzt bei 67 Prozent
ESP gilt – zu Recht – als das derzeit wohl wirksamste Mittel zur Unfallvermeidung und damit zur Reduzierung der Opferzahlen im Straßenverkehr. Während noch immer etliche Fahrzeuge nicht einmal gegen Aufpreis mit ESP zu haben sind, steigt die Ausrüstungsquote insgesamt weiter deutlich an.
67 Prozent aller 2004 neu zugelassenen Pkw in Deutschland waren mit dem Elektronischen Stabilitäts-Programm ausgestattet, teilt Mit-Erfinder und Produzent Bosch mit. Im Jahr 2003 hatte die Quote noch bei 55 Prozent gelegen.

Grund für den starken Anstieg im Vergleich zum Jahr 2003 ist der erheblich gestiegene serienmäßige Einsatz des Sicherheitssystems in der volumenstarken unteren Mittelklasse. Dort stieg der Anteil der mit ESP verkauften Fahrzeuge von 60 auf jetzt 83 Prozent. In der Ober- und Luxusklasse ist die "Schleuderbremse" bereits Standard, in der Mittelklasse auf dem besten Weg dorthin. Bei den Kleinwagen verdreifachte sich der Anteil von sechs Prozent 2003 auf 19 Prozent, liegt aber absolut gesehen weiterhin auf niedrigem Niveau.

"In dieser Klasse ist ESP® bislang meist nur als Option erhältlich und wird auch nur selten aktiv nachgefragt. Mit einer höheren Ausrüstungsrate in dieser Klasse ließe sich gerade die Zahl der schweren Unfälle in Deutschland nochmals deutlich senken", sagt Herbert Hemming, bei Bosch im Geschäftsbereich Chassis Systems Control verantwortlich für den Vertrieb.

Auch in allen anderen Ländern der Europäischen Union ist die ESP-Ausrüstungsrate von 2003 auf 2004 laut Bosch teilweise erheblich gestiegen, in Frankreich etwa von 35 auf 39 Prozent und in Spanien von 25 auf 32 Prozent. In Großbritannien waren 29 Prozent und in Italien 24 Prozent der Neufahrzeuge 2004 mit dem Sicherheitssystem ausgestattet. Über alle Länder Europas geht Bosch von einem ESP-Anteil bei Neufahrzeugen von 37 Prozent aus. 2003 lag die Quote noch bei 29 Prozent.

Die Effektivität von ESP haben diverse, von einander unabhängige und teils außerhalb der Autobranche in Auftrag gegebene Studien eindrucksvoll belegt. Bei einem flächendeckenden Einsatz von ESP ließe sich die Zahl der sogenannten Alleinunfälle mit schwerem Personenschaden um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Erst kürzlich hatte das europäische Sicherheitskonsortium EuroNCAP, das sich bisher auf die passive Sicherheit von Fahrzeugen konzentriert, alle Autokäufer aufgerufen, künftig nur noch Autos mit ESP zu kaufen. Auch Verkehrsminister Stolpe empfahl kürzlich das System und zeigte sich besorgt über die niedrige Ausrüstungsquote insbesondere bei Kleinwagen und Nutzfahrzeugen. Er deutete an, hier möglicherweise entsprechend gesetzlich nachzuhelfen.

ESP ist eine Entwicklung von Mercedes und Bosch. Sie kam 1995 erstmals in der Serie zum Einsatz (Mercedes S-Klasse). Heute rüstet DaimlerChrysler alle Modelle mit Ausnahme des Smart Forfour und der Chrysler- und Dodge-Modelle ab Werk mit ESP aus, auch die meisten Transporter. Das System wird von einigen Herstellern auch unter abweichenden Bezeichnungen wie "DSC" verkauft - das in die Umgangssprache eingegangene "ESP" ist eine eingetragene Marke von Mercedes-Benz.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 28.08.2005  —  # 4550
text Hanno S. Ritter
Verwandte Themen bei Autokiste
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
Sie befinden sich im Archiv. Meldungen und enthaltene Links können veraltet sein. Bitte beachten Sie das obenstehende Veröffentlichungsdatum dieser Nachricht. Aktuelle Auto-News finden Sie hier.