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Mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor über 300 km/h Spitzengeschwindigkeit

BMW: Neun Rekorde mit Wasserstoff-Prototyp

Siehe Bildunterschrift
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Wasserstoffantrieb: BMW H2R
BMW
Was für Mercedes die Brennstoffzelle, ist für BMW der Wasserstoffantrieb. Schon seit etlichen Jahren forscht man in München am selbigem, und wenn es auch in letzter Zeit etwas ruhiger um das Thema war, so steht das Versprechen, noch während der Bauzeit der aktuellen 7er-Generation ein Auto mit bivalentem Benzin-/Wasserstoffantrieb auf den Markt zu bringen, weiter im Raum.

Jetzt hat BMW die Aktivitäten wieder ins Rampenlicht gefahren, und so etwas geht am besten mittels einer Rekordfahrt. Die fand statt am vergangenen Wochenende auf dem Hochgeschwindigkeitskurs im französischen Miramas und endete mit neun Rekorden. Damit will man die Überzeugung untermauern, wonach Wasserstoff konventionelle Kraftstoffe ablösen kann, ohne dass der Autofahrer auf die Dynamik heutiger Fahrzeuge verzichten muss.

Das Rekordfahrzeug hört auf den Namen H2R, wobei sich BMW nicht so recht entscheiden kann, ob dies nun mit "H two Race Car", "Hydrogen Record Car" oder "Hydrogen Research Car" zu übersetzen sei. Jedenfalls handelt es sich um ein speziell aufgebautes HighTech-Gerät, angetrieben von einem Zwölfzylinder-Motor mit sechs Litern Hubraum, der von jenem des 760iL abgeleitet ist. In der Wasserstoff-Konfiguration leistet das Aggregat 285 PS und beschleunigt den Prototyp Werksangaben zufolge in sechs Sekunden auf Tempo 100. Als Höchstgeschwindigkeit wurden über 302 km/h gemessen.

Der Motor wurde ausschließlich auf Wasserstoffbetrieb ausgelegt und wie das gesamte Fahrzeug in nur zehn Monaten entwickelt. Angepasst wurden diverse Details der Maschine, darunter u.a. die Motorsteuerung, die Kraftstoffeinspritzung und die Ventiltechnik. Umfangreiche Maßnahmen waren auch in punkto Sicherheit nötig, um auszuschließen, dass der Flüssigwasserstoff aus dem elf Kilogramm fassenden Tank neben dem Fahrersitz unkontrolliert austritt und sich entzündet. Hier hat BMW sogar auf die aus der Formel 1 bekannte Telemetrie-Funktechnik zurückgegriffen.

Auch die Außenhaut des Fahrzeugs nimmt Anleihen bei der Motorsport-Königsklasse: Sie besteht aus kohlefaserverstärktem Kunststoff und bietet damit die optimale Kombination aus hoher Steifigkeit und niedrigem Gewicht: Insgesamt bringt der H2R vollgetankt und mit Fahrer 1.560 Kilogramm auf die Waage. Das Grundgerüst besteht aus einer Spaceframe-Konstruktion, die diverse Techniken und Fahrwerksbestandteile aus BMW-Serienfahrzeugen übernimmt. Abrollen tut der 5,40 Meter lange und zwei Meter breite Prototyp auf 245er-Pneus im 19 Zoll-Format. Die Karosserie ist extrem aerodynamisch ausgelegt (A=1,85 qm, cw=0,21) und verfügt am Heck über einen 20 Zentimeter langen Diffusor.

Die BMW Technologie sei weit fortgeschritten, so BMW-Entwicklungsvorstand Prof. Göschel, jetzt müsse man gemeinsam mit der Politik und der Energiewirtschaft darangehen, die Vision einer nachhaltigen Mobilität Wirklichkeit werden zu lassen. Denn, aller Rekorde zum Trotz, die Haupterrungenschaft des H2R ist das, was aus seinem Auspuff kommt: Wasserdampf.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 20.09.2004  —  # 3516
text Hanno S. Ritter
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