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Über 20 Prozent geringere CO2-Emissionen im Erdgasbetrieb

Mercedes: Erste erdgasbetriebene E-Klassen an Kunden ausgeliefert

Siehe Bildunterschrift
Von vorne ist die DaimlerChrysler
Erdgas-Variante nicht zu erkennen
Vorgestellt wurde die erdgasbetriebene E-Klasse bereits auf der IAA im September 2003, jetzt hat Mercedes die ersten Kundenfahrzeuge ausgeliefert. 16 Modelle vom Typ E200 NGT - der derzeit stärksten gasbetriebenen Limousine - gingen in den Fuhrpark der Ruhrgas AG.

Die NGT-Variante basiert auf dem E 200 Kompressor, dessen 163 PS starker Vierzylindermotor wahlweise mit Erdgas oder bleifreiem Superbenzin arbeitet. Der Fahrer entscheidet selbst, welche Antriebsenergie zum Einsatz kommen soll. Eine spezielle elektronische Steuerung verspricht einen einen sanften und ruckfreien Wechsel. Ebenso wie die Benzin-Variante entspricht das Fahrzeug den Abgasvorschriften der EU-4-Richtlinie. Im Erdgasbetrieb vermindern sich die Kohlendioxid-Emissionen gegenüber dem Benzinantrieb um mehr als 20 Prozent. Mit dem Benzintank mit 65 Litern Volumen und Gasbehältern mit insgesamt 18 Kilogramm Fassungsvermögen hat das Fahrzeug auf Basis der NEFZ-Verbrauchswerte eine Reichweite von rund 1.000 Kilometern, davon rund 300 Kilometer mit Erdgasantrieb und weitere 700 Kilometer mit Benzinantrieb.

Ein Kilogramm kostet derzeit in Deutschland etwa 0,68 Euro pro Liter - rund die Hälfte des Benzinpreises. Der Aufpreis von 2.950 Euro gegenüber der benzinbetriebenen Variante amortisiert sich damit nach einer Laufleistung von etwa 36.000 Kilometern im Erdgasbetrieb, wobei diese Rechnung den genannten Netto-Preis zugrundelegt. Ganz offensichtlich versprechen sich die Stuttgarter Käufer vor allem bei gewerblichen Kunden. Nicht eingerechnet sind dabei die in Deutschland gewährten Steuervorteile, öffentlichen und privaten Förderprogramme sowie zinsgünstige Darlehen für Käufer von Erdgasautos.

Das Ladevolumen des Kofferraums verringert sich durch die Gasbehälter von 540 auf 400 Liter. Äußerlich unterscheidet sich die NGT-Variante nicht von einer serienmäßigen Limousine der E-Klasse. Lediglich die Tankklappe hat etwas größere Abmessungen, denn dahinter verbirgt sich neben dem bekannten Einfüllstutzen für Benzin auch der spezielle Erdgas-Füllanschluss. Derzeit gibt es in Deutschland rund 420 Erdgastankstellen.

Ist Erdgas also die Zukunft bei Mercedes? Nein, das ist nicht anzunehmen. Vielmehr handelt es sich um ein Nischenmodell für spezielle Käuferwünsche und eben Firmenflotten und ist letztlich wohl eine Übergangslösung. Schließlich arbeiten die Mercedes-Ingenieure in punkto Alternativantrieb insbesondere an der Brennstoffzellen-Technik. Aber auch der konventionelle Verbrennungsmotor habe noch erhebliches Entwicklungspotenzial, hieß es.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 03.05.2004  —  # 3111
text Hanno S. Ritter
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