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Donnerstag, 19. Oktober 2017,
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Die zweite ist SLK-Generation ist größer und schneller, aber auch sparsamer

Vorstellung: Das ist der neue Mercedes SLK

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Bild anklicken für Großansicht Neu ab März:
Mercedes SLK
DaimlerChrysler
Wenn uns die Erinnerung nicht trügt, dann stellte Mercedes den SLK im Herbst 1996 gleichzeitig mit der V-Klasse vor. So schnell man sich von letzterer auch abwendete, so schwer war es, der Faszination des SLK zu widerstehen. So klein, so schnuckelig, so selbstbewusst stand er da im Showroom und zeigte, dass es noch andere Möglichkeiten eines Cabrio-Dachs als die aus Stoff gibt - eine Lösung, die inzwischen viele andere Hersteller übernommen haben. Heute weiß man, dass der SLK ein erfolgreiches Auto wurde - 308.000 Exemplare haben die Stuttgarter nach eigenen Angaben verkauft -, das noch immer chic aussieht und nach allem, was man hört, auch qualitativ die alten Mercedes-Tugenden weitgehend erfüllte.

Dennoch, die Zeit ist gekommen für eine Neuauflage des kleinen Flitzers, und während draußen das Winterwetter sich von seiner nasskalten Seite zeigt, veröffentlicht Mercedes erste Bilder des SLK 2, der Baureihe R 171. Im März ist die offizielle Markteinführung des Zweisitzers, der zunächst einmal durch seine Größe auffällt: Immerhin 7,2 Zentimeter Zuwachs in der Länge und 6,5 Zentimeter in der Breite verändern zusammen mit dem um drei Zentimeter gewachsenen Radstand die Silhouette stärker, als man zunächst annehmen mag. Als Grund für das Wachstum nennt Mercedes besseren Komfort für die Insassen; außerdem stand im Lastenheft, dass künftig auch ein Achtzylinder unter die Haube passen soll.

Apropos Haube: Die endet beim neuen Modell wie schon beim SLR und möglicherweise künftig auch beim SL in einem Kühlergrill, der an die Formel 1 erinnern soll. Was beim SLR interessant aussieht, wirkt beim Alltagsauto SLK dagegen schon etwas gewollt und nicht eben elegant, andererseits aber auch nicht so schlimm, wie erste Compouterretuschen es annehmen ließen. Hinten gibt es insbesondere größere und rundere Heckleuchten im SL-Stil. Im übrigen bleibt es natürlich bei der klassischen Roadster-Anmutung - lange Haube, noch flachere Frontscheibe als bisher, breite Türen und ein kurzes Heck -, auffällig sind darüber hinaus die Pfeilung von Front- und Heckpartie und die keilförmige Silhouette.

Der cW-Wert beträgt laut Mercedes 0,32 und ist damit besser als jeder andere Roadster dieser Fahrzeugklasse, in der Praxis wirkt sich dies günstig auf Verbrauch und Windgeräusche aus. Außerdem soll die Karosseriesteifigkeit gegenüber dem Vorgänger dank diverser Maßnahmen deutlich verbessert sein, und der Tank fasst nun 70 statt 60 Liter.

Das sportlich abgestimmte Fahrwerk unterscheidet sich durch eine neu entwickelte Dreilenker-Vorderachse, Zahnstangenlenkung und eine leistungsfähigere Bremsanlage vom Vorgängermodell. Die Raumlenker-Hinterachse wurde im Detail modifiziert und an die größere Spurweite angepasst. Je nach Modellvariante gehören Leichtmetallräder im 16-, 17- und 18-Zoll-Format zur Serienausstattung; ein Sportfahrwerk mit tiefer gelegter Karosserie ist auf Wunsch lieferbar.

Das Variodach haben die Sindelfinger Ingenieure ebenfalls weiterentwickelt und technisch perfektioniert. Es öffnet und schließt sich jetzt noch schneller und beansprucht dank drehbarer Heckscheibe à la SL im Kofferraum noch weniger Platz als bisher: Bei geöffnetem Dach beträgt das Ladevolumen des Kofferraums 208 Liter - das sind 63 Liter mehr als beim Vorgängermodell; bei geschlossenem Dach dagegen reduziert sich das Volumen von 348 auf jetzt 300 Liter. Auf Wunsch lässt sich die Konstruktion erstmals auch per Fernbedienung im Fahrzeugschlüssel betätigen.

"Öfter und länger" lautet die Botschaft an die Freunde des Offenfahrens: "AIRSCARF" hat Mercedes die neue Kopfraumheizung getauft, die es so noch nie in einem Auto gab. Das System findet in den Sitzlehnen Platz; per Tastendruck strömt aus speziellen Belüftungsöffnungen in den Kopfstützen temperierte Luft, die während der Fahrt Nacken, Hals und Kopf der SLK-Passagiere wärmt - wie ein unsichtbarer Schal. Das als Extra angebotene System arbeitet in drei Stufen und ist mit einem elektronischen Steuergerät ausgestattet. Es regelt die Kopfraumheizung bedarfsgerecht je nach Fahrgeschwindigkeit und Temperatur und passt die Gebläsedrehzahl stets so an, dass in der jeweiligen Situation die bestmögliche Warmluftverteilung erzielt wird.

Ein Blick auf die Motoren: Zum Start stehen drei Triebwerke zwischen 163 und 360 PS zur Verfügung. Basismodell ist weiterhin der SLK 200 Kompressor, unter dessen Haube nun aber der nochmals kleinere 1,8 Liter-Vierzylinder werkelt, der aber wie bisher 163 PS leistet. Den Durchschnittsverbrauch gibt Mercedes mit 8,7 Litern an, immerhin 0,8 weniger als bisher. Nach 7,9 (Automatik: 8,3) Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 228 (224) km/h. Wer also mit vier Zylindern und dem kleinen Hubraum leben kann, ist mit dem Basismodell gut bedient und dabei keineswegs langsam unterwegs. Wer mehr Power und Komfort will, wird zum ganz neuen V6-Motor greifen, der nun aus 3,5 Litern Hubraum 272 PS und 350 Newtonmeter entwickelt (Autokiste berichtete). Aus dem Stand erreicht der SLK 350 die 100 km/h-Marke in nur 5,6 Sekunden (Automatik: 5,5 Sekunden) und beschleunigt in 8,7 (5,1) Sekunden von 60 auf 120 km/h.

Beide Modelle werden serienmäßig mit einem manuellen Sechsganggetriebe geliefert, auf Wunsch ist die bekannt gute Fünfgangautomatik für den Vierzylinder und der neue siebenstufige Automat für den 350er erhältlich. Wer sich für diese "7G-TRONIC" entscheidet, verbraucht 9,9 Liter durchschnittlich - immerhin einen halben Liter weniger als im bisherigen SLK 320 mit "nur" 218 PS. Beide Automaten sind auf Wunsch und gegen Mehrpreis auch vom Lenkrad aus bedienbar. Serienmäßig ist dieses Feature und auch die Siebengangautomatik im Topmodell SLK 55 AMG, dessen V8-Triebwerk sowohl in punkto Leistung (360 PS) als auch Drehmoment (510 Newtonmeter) und Beschleunigung (4,9 Sekunden) Bestwerte erreicht.

Der Innenraum wurde komplett neu gestaltet. Auffällig sind insbesondere die silbernen Schalter als Kontrast zu den schwarzen Oberflächen des Armaturenbretts sowie neu gestaltete Lüftungsgitter - ein Foto hiervon mag Mercedes aber noch nicht zeigen. Serienmäßig sind neben Front- und Seitenairbags auch neu entwickelte Head-/Thorax-Airbags und Gurtkraftbegrenzer, die wie die Airbags zweistufig arbeiten. Ab dem SLK 350 gehört die Klimaautomatik "THERMATIC" zum Lieferumfang, gegen Aufpreis ist auch die mit Sonnen- und Schadstoffsensor ausgestattete "THERMOTRONIC" erhältlich. Ebenfalls als Extra angeboten werden u.a. Navigationssystem, COMAND mit DVD-basierter Navigation, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Abbiegelicht und die erwähnte Kopfraumheizung.

Wer den SLK noch als vergleichsweise günstigen Mercedes in Erinnerung hat, sollte durchatmen: Während 33.524 für den SLK 200 noch erträglich klingen, kostet der Sechszylinder ab 43.384 und der SLK 55 AMG satte 63.974 Euro. Die beiden letzteren sind erst ab dem 3. bzw. 4. Quartal zu haben - Zeit zum Sparen.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 07.01.2004  —  # 2685
text Hanno S. Ritter
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