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Montag, 23. Oktober 2017,
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Genehmigung erteilt / Innovative Technik in vielen Modellen schon ab Dezember

BMW: Das zweistufige Bremslicht wird Serienausstattung

Siehe Bildunterschrift
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Innovatives © BMW AG
Sicherheitsfeature: Zweistufiges Bremslicht,
hier am Beispiel des BMW 3er Coupé bzw.
Cabrio, die seit dem Facelift über
Rückleuchten in LED-Technik verfügen
BMW stattet künftig viele Modelle mit einem zweistufigen Bremslicht aus, das bei starker Bremsintensität auf einer größeren Fläche leuchtet. Die Technik hatten die Münchner in der neuen 5er-Reihe bereits von Anfang an integriert, bisher aber wegen fehlender Genehmigung in Deutschland softwareseitig deaktiviert. Diese Genehmigung liegt nun vor.

Technisch ermöglicht wird das System durch zusätzliche Leuchtflächen, die dann aktiviert werden, wenn der Fahrer eine Gefahrenbremsung einleitet oder wenn das ABS eingreift. Abhängig vom jeweiligen BMW-Modell beziehungsweise dessen Leuchtengeometrie schaltet das System zusätzliche Bremsleuchtenflächen oder die Schlussleuchten zu, die dann mit der höheren Lichtstärke der Bremsleuchten angesteuert werden. Der nachfolgende Autofahrer erkennt dadurch intuitiv, ob der BMW vor ihm "normal" oder besonders stark bremst, und kann so sein eigenes Verhalten besser abstimmen. Bremst der Vordermann nur schwach, mag der Hinterherfahrende vielleicht weniger erschrecken und erst einmal gar nicht oder ebenfalls nur leicht bremsen; bei einer starken Verzögerung der Vorausfahrenden gewinnt der Fahrer im zweiten Fahrzeug wertvolle Meter und Sekunden. So ergeben sich entscheidende Sicherheitsvorteile, aber auch ein verbessertes Brems- und Abstandsverhalten, weil unnötige Bremsungen und Beschleunigungen vermieden werden können, und damit ein gleichmäßigerer Verkehrsfluss.

Ein innovatives System also, wobei abzuwarten bleibt, inwieweit die Vorteile in der Praxis messbar sein werden - gerade vor dem Hintergrund vieler unbedarfter Autofahrer, die den Unterschied des Bremslichts vielleicht gar nicht bemerken oder nicht richtig deuten. BMW hofft hier auf intuitiv richtiges Verhalten.

Weil während der vom Fahrer vorgenommenen Bremsung die ABS-Sensoren die Fahrzeuggeschwindigkeit und damit auch die Fahrzeugverzögerung messen, ist ein Missbrauch des Systems durch den Vorausfahrenden ausgeschlossen: Das ebenso gefürchtete wie dämliche Antippen des Bremspedals, um dicht nachfolgende Fahrer zu erschrecken oder zu "erziehen", aktiviert die zusätzlichen Bremsleuchtenflächen nicht.

BMW rüstet ab dem 1. Dezember alle Modelle der 3er- und 5er-Reihe in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern serienmäßig mit der Technik aus. Fahrer bereits ausgelieferter 5er-Modelle können die Funktion in der Werkstatt freischalten lassen, wobei BMW auf Autokiste-Anfrage noch nicht verbindlich mitteilen konnte, ab wann und zu welchem Preis. Beim 6er-Coupé und beim X3 wird das zweistufige Bremslicht ab Markteinführung im Januar zum Lieferumfang gehören, bei X5 und Z4 erst ab April 2004. Obwohl die Technik in der 7er-Reihe in den USA bereits seit Markteinführung verbaut ist, müssen sich Interessenten hierzulande bis zum erwarteten Facelift im kommenden Jahr gedulden.

Sicherlich werden andere Hersteller bald nachziehen und das System auf die eigenen Baureihen adaptieren. Laut BMW-Auskunft ist mit der jetzt erteilten Genehmigung in der EU nur das zweistufige Bremslicht in der Form von größeren Leuchtflächen genehmigt, nicht aber verschiedene Helligkeiten oder gar blinkende (dritte) Bremsleuchten, wie sie auch in der Diskussion waren. Peugeot vertraut bisher auf die Aktivierung der Warnblinkanlage bei starken Bremsungen, was über eine Ausnahmegenehmigung möglich wurde.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 27.11.2003  —  # 2589
text Hanno S. Ritter
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