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Sonntag, 17. Dezember 2017,
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Viele Mängel bei Bussen und deren Fahrern festgestellt

ADAC-Bus-Check: Vieles liegt weiter im Argen

Siehe Bildunterschrift
Bus-Kontrollen: Viele Mängel © ADAC
Die Branche der Reisebus-Unternehmer hat aus der jüngsten Unfallserie offenbar nichts gelernt - oder nicht genug:

Bei jeder sechsten Busfahrt gibt es Probleme mit den Lenk- und Ruhezeiten. Einer von zehn Bussen ist mit abgefahrenen oder beschädigten Reifen unterwegs. Fehlende Nothämmer zum Einschlagen der Scheiben bei Gefahr und defekte Fahrtschreiber fallen bei jeweils sechs Prozent der Fahrzeuge negativ auf. In jedem fünften Bus würde ungesichertes Handgepäck bei einem Unfall für zusätzliches Verletzungsrisiko sorgen. Das sind die gravierendsten Mängel, die der ADAC bei einer stichprobenartigen Untersuchung von 86 Reisebussen auf Deutschlands Straßen festgestellt hat. Die ADAC-Sachverständigen begleiteten die Polizei, die in den vergangenen Wochen deutschlandweit Sicherheitskontrollen bei Omnibussen durchführte.

Und es gibt noch weitere Mängel. Auch die Reisenden selbst gehen mit ihrer Sicherheit eher nachlässig um. Nur die Hälfte der Insassen benutzen die Gurte, die in Bussen ab Baujahr 1999 vorhanden sein müssen. Bei den Chauffeuren selbst ist die Anschnallquote noch schlechter: 59 Prozent fahren gurtlos. Auch mit der Sicherheitsausbildung ihrer Fahrer nehmen es die Busunternehmer nicht so genau. Jeder dritte Reisebusfahrer hatte noch nie ein Sicherheitstraining besucht.

Bei der Auswertung der Fahrtenschreiber fand die Polizei nicht nur Buslenker, die viel zu lange unterwegs waren, 12 Prozent wollten auch schneller als erlaubt ans Ziel kommen. Um gravierende Ausnahmefälle dürfte es sich bei den Fahrern zweier deutscher Reisebusse handeln, die im Laufe einer 34-Stundenfahrt jeweils nur fünf Stunden Pause nachweisen konnten.

Von den untersuchten Bussen waren 67 in Deutschland zugelassen, 19 kamen aus dem Ausland. 26 Fahrer beteiligten sich freiwillig an einer Alkoholkontrolle, wobei kein einziger Fahrer auffällig wurde. Dagegen hatte der Fahrer eines niederländischen Busses mit einer Jugendgruppe an Bord reichlich Marihuana konsumiert. Ein Einzelfall, der zeigt, wie wichtig regelmäßige Polizeikontrollen sind.

Der ADAC plant weitere Kontrollen: In den kommenden Wochen werden die Tester des Automobilclubs bundesweit inkognito als Busreisende unterwegs sein.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 16.08.2003  —  # 2256
text Hanno S. Ritter
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