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Montag, 18. Dezember 2017,
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Option über 100 weitere "Große Gelbe"

Nahverkehr Berlin: 101 neue Doppeldecker-Busse von MAN

Siehe Bildunterschrift
Großauftrag für MAN: © MAN AG
Neuer BVG-Doppeldecker als Modell
Die NEOMAN Bus GmbH und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben am vergangenen Freitag einen Vertrag über 101 neue Doppeldecker-Linienbusse unterzeichnet. Wie das Augsburger Unternehmen erst am Montag mitteilte, beinhaltet der Vertrag ferner eine Option auf weitere 100 Fahrzeuge. Das Auftragsvolumen liegt den Angaben zufolge bei ca. 40 Millionen Euro.

Die Fahrzeuge werden nach BVG-Vorgaben entwickelt und produziert, das Design ist von der MAN-Reisebuslinie abgeleitet. Bevor die ersten Serienmodelle im Jahre 2005 über Berlins Straßen rollen, wird ein Prototyp im Linienbetrieb getestet. Die Neuanschaffungen versetzen die BVG in die Lage, nach und nach die Doppeldecker auszutauschen, die bereits seit 1987 im Einsatz sind.

Die 101 Doppeldecker bieten auf 13,70 m Länge und drei Achsen Platz für 132 Fahrgäste (80 Sitz- und 52 Stehplätze). Der Innenraum biete mit 1.920 mm Stehhöhe im Unterdeck und 1.740 mm Stehhöhe im Oberdeck sowie einem Sitzabstand von 70 Zentimetern ein "großartiges" Raumgefühl, schwärmt der Hersteller. Alle Busse sind voll klimatisiert, komplett niederflurig, verfügen über drei Türen und sind behindertengerecht und Kinderwagenfreundlich gebaut. Beim Antrieb vertraut die BVG auf ein konventionelles Konzept mit großem Dieselmotor, der die EU4-Abgasnorm erfüllt.

Die Geschäftsbeziehungen zwischen der BVG und MAN sind fast 100 Jahre alt: Im Jahre 1906 wurde das erste Fahrgestell von MAN/Büssing an die BVG geliefert - ihm folgten seitdem fast 6.000 Omnibusse. 1927 wurde der dreiachsige Doppeldecker mit einer Kapazität für 82 Passagiere entwickelt. Dieses Konzept wurde immer wieder aufgegriffen und überarbeitet, die letzten 86 Doppeldecker wurden 1995 geliefert.

Die "Großen Gelben" sind aus dem Stadtbild der Hauptstadt nicht mehr wegzudenken. Der Doppeldecker ist die konsequente Umsetzung des ständigen Mangels an Verkehrsfläche in Metropolen, wo freie Fläche knapp und wertvoll ist. Das Oberdeck bietet einen komfortablen, ruhigen Aufenthaltsbereich für längere Fahrstrecken mit guter Aussicht. Nicht umsonst sind die Linien 100 und 200, die "Sightseeing-Linien" Berlins, mit Doppeldeckern besetzt. Das Unterdeck ist hauptsächlich der Bereich der Kurzstrecken mit häufigem, schnellem Fahrgastwechsel.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 12.08.2003  —  # 2244
text Hanno S. Ritter
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