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Sonntag, 17. Dezember 2017,
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Vel Satis ab Jahresende mit Partikelfilter

Rußfilter: Jetzt auch bei Renault

Siehe Bildunterschrift
Ab Jahresende © Renault Nissan Dtl. AG
mit Rußfilter: Renault Vel Satis
Schon vor einigen Monaten hatten wir an dieser Stelle prophezeit, dass der Rußfilter für Diesel-Modelle neben dem Peugeot/Citroen-Konzern (PSA) bald auch von allen anderen Herstellern angeboten werden wird, und dass das Hick-Hack um die Einführung an jenes bei der Katalysator-Diskussion vor rund 15 Jahren erinnern wird.

Die IAA in Frankfurt hat ihre Tore noch nicht geöffnet, und schon kommen fast täglich die Mitteilungen der Hersteller, dass ein Rußfilter-System in den nächsten Monaten eingeführt werde. Nach BMW, Mercedes und Opel hat nun heute auch Renault ein entsprechendes Konzept vorgestellt. Wie auch bei den Mitbewerbern liegt der Fokus zunächst auf größeren Motoren, die ohne den Filter die ab 2005 verbindliche EU4-Abgasnorm nicht erreichen würden. So liefert Renault die Technik ab Ende 2003 zunächst nur für den Vel Satis 2.2 dCi, und zwar serienmäßig. Im Laufe des kommenden Jahres sollen dann auch weitere Diesel-Modelle sauber ausatmen dürfen - welche das sind und ob dort der Filter möglicherweise nur gegen Aufpreis erhältlich sein wird, mag Renault momentan noch nicht verraten.

Das System vereint erstmals Partikelfilter und Katalysator Platz sparend in einem Gehäuse. Wie auch bei den deutschen Mitbewerbern kommt die Technik im Gegensatz zur noch aktuellen PSA-Lösung ohne zusätzliche Additive aus, die die Verbrennung der Rußpartikel durch Herabsetzung deren Verbrennungstemperatur ermöglichen. Der Rußfilter regeneriert sich in regelmäßigen Abständen von 300 bis 500 Kilometern selbst, ohne dass der Fahrer hiervon etwas merken würde. In Verbindung mit Sauerstoff verbrennen die Partikel zu Wasserdampf und Kohlendioxid, sobald die Abgastemperatur 560 Grad heiß ist. Sollte dieser Wert im normalen Fahrbetrieb nicht erreicht werden, beispielsweise bei andauerndem Kurzstreckenbetrieb, erhöht das Einspritzsteuergerät die Abgastemperatur durch eine verzögerte Haupteinspritzung oder eine zusätzliche Nacheinspritzung.

Vorteil der additiv-freien Technik sind geringerer Bauaufwand und Platzbedarf - zusätzliche Tanks, Leitungen und Pumpen gibt es nicht -, außerdem entfällt der Wartungsaufwand und mit ihm verbundene Kosten für die Kunden.

Die Renault-Technik, entstanden in Zusammenarbeit mit den Experten der Abgasanlagenspezialisten Engelhard, Ibiden und Eberspächer, setzt darüber hinaus auf einen vergrößerten Katalysator, der näher am Motor verbaut ist und damit schneller auf Betriebstemperatur kommt. Dazu gibt es innermotorische Maßnahmen zur Abgasverbesserung und eine Abgasrückführung. Die Technik wird über eine On-Board-Diagnose samt Fehlerspeicher und Kontrollampe im Cockpit ständig elektronisch überwacht.

Der Vel Satis 2,2 dci leistet 150 PS und erreicht ein maximales Drehmoment von 320 Nm bei 1.750 Umdrehungen. So motorisiert, beschleunigt der optisch auffallende Franzose in 10,9 Sekunden auf 100 km/h und danach weiter bis auf 200 km/h. Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Fünfganggetriebe auf die Vorderräder. Die Preisliste beginnt bei 30.950 Euro für die Basisversion.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 07.08.2003  —  # 2233
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
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