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Dienstag, 17. Oktober 2017,
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Übersicht für diverse Länder

Staus im Ausland: Das sind die gefährdetsten Strecken

Die Hälfte aller deutschen Urlauber macht sich mit dem Auto auf zu Ihrem Ferienziel. Da kann es in den Reiseländern schnell zu Engpässen auf den Straßen kommen. Vor allem, wenn dort der eigene Ferienbeginn oder Feiertage hinzukommen. Wir sagen Ihnen, auf welchen Strecken Sie in unseren Nachbarländern mit Staus rechnen müssen:

Die Alpenländer: Schweiz und Österreich

Während der Sommerreise-Saison kommt es bei den Eidgenossen vor allem auf der Strecke Basel-Gotthard-Chiasso zu Staus. Längere Wartezeiten vor dem Gotthard-Tunnel sind eigentlich die Regel. Auch auf der A 1 St. Gallen-Zürich-Bern und auf den dortigen Stadtumfahrungen muss man mehr Zeit einplanen. In Österreich fließen die Urlauberströme über alle wichtigen Hauptstrecken: Inntal-, Brenner-, Westautobahn und Fernpassroute sind an jedem Reisewochenende von Staus und zähfließendem Verkehr betroffen. Besonders eng wird es regelmäßig auf der Tauernautobahn, mit Staus vor allem vor Tauern- und Katschbergtunnel. Neben der Schweizer Gotthardroute ist die Tauernstrecke die am stärksten belastete Route auf dem Weg über die Alpen. Außerdem sehr stauanfällig: Die Umfahrungen von Wien und die A 4 von Wien bis zum österreich-ungarischen Grenzübergang Nickelsdorf.

Italien

In Oberitalien trifft es vor allem die Verbindungen Brenner-Modena und Mailand-Verona-Venedig. Urlauber Richtung Riviera müssen ab dem italienisch-schweizerischen Grenzübergang Chiasso und weiter bis Mailand und Genua mit Staus rechnen. Ab Genua verteilen sich die Verkehrsströme hauptsächlich auf die Küstenautobahnen: Westlich über die A 10 durch Ligurien bis zur französischen Grenze und südöstlich über die A 12 bis La Spezia und Pisa. Wer an die Adria will, muss ab dem Knotenpunkt Mailand immer wieder zähfließenden Verkehr auf der A 1 über Modena bis Rimini einplanen. Von dort aus am stärksten belastet ist die A 14 Richtung Süden. Hier kann es vor allem bei den Stadtumfahrungen und den Fährhäfen von Ancona, Bari und Brindisi Probleme geben. Rom-Reisende müssen abschnittsweise auf der A 1, etwa in den Großräumen Bologna und Florenz ebenso wie auf der Stadtumfahrung Rom Staus einkalkulieren. Meiden sollte man die italienischen Autobahnen auf jeden Fall an den Wochenenden um den 15. August, Maria Himmelfahrt. An "Ferragosto" ist ganz Italien unterwegs.

Frankreich

Da viele Urlauber durch Luxemburg und Belgien zum Atlantik oder zu den Fährhäfen nach England fahren, kann es auf der Verbindung Liege-Charleroi-Lille eng werden. Das betrifft besonders den Großraum Lille. Auch im gesamten Großraum Paris sowie auf der Autobahn Paris-Reims müssen Behinderungen einkalkuliert werden. Besonders staugefährdet ist Südfrankreich und die Transitroute nach Spanien. Schwerpunkt hier ist die französische A 31 über Metz-Nancy-Dyjon und von dort weiter zum Knotenpunkt Beaune, für den immer extreme Staugefahr gilt. Extreme Staugefahr gilt am letzten Juli- und ersten August-Wochenende - dann ist ganz Frankreich unterwegs in die Ferien.

Niederlande

Wer zu unseren westlichen Nachbarn will, muß auf ganz bestimmte Stauschwerpunkte achten: Die A 73 vom Übergang Venlo nach Nijmegen, denn dort sind neben den Urlaubern auch viele Tagesausflügler unterwegs. Auch auf der A 1 von Enschede über Apeldorn nach Amsterdam und auf der A 12 von Arnhem bis zum Verkehrsknotenpunkt Utrecht muss abschnittsweise mit Behinderungen gerechnet werden. Ab Utrecht teilen sich die Verkehrsströme in Richtung Amsterdam oder Den Haag. Auch auf der Küstenverbindung Den Haag-Harlem-Alkmar muss man Behinderungen einplanen. Und auch auf den Umfahrungen und in den Innenbereichen der Großstädte - vor allem in Rotterdam und Amsterdam - kann es zu Engpässen kommen.

Dänemark

Zwar sind unsere nördlichen Nachbarn glücklicherweise kaum mit Stauproblemen belastet, aber selbst dort kann es zur Hauptreisezeit auf einigen Strecken eng werden: Vor allem an den Wochenenden ist die deutsche Autobahn A 7 Hamburg-Flensburg mit dem Engpass Grenzübergang Ellung und weiter über die dänische E 45 bis zum Verkehrsknotenpunkt Kölding stark belastet. Von dort aus kann es in Richtung Norden über Arhus-Alborg-Frederikshavn zu den Fährhäfen nach Schweden und Norwegen um Alborg herum Behinderungen geben. Da von Kölding aus viele Urlauber in östlicher Richtung über Odense nach Kopenhagen fahren, sind die Umfahrungen und das Stadtgebiet der dänischen Metropole Stauschwerpunkte.

Osteuropa: Polen, Tschechien, Ungarn

In Polen besteht Staugefahr vorwiegend auf der Autobahn 4 um Breslau herum sowie zwischen Kattowitz und Krakau. Behinderungen kann es auch auf der Schnellstraße 1 zwischen Kattowitz, Tschenstochau und Lodz geben. In Tschechien sind vor allem die D 5 von Waidhaus über Pilsen nach Prag und die Strecke von Dresden über Decin nach Prag am stärksten belastet. Rund um die tschechische Hauptstadt kann es genau so zu Engpässen kommen wie auf der Verbindung Prag-Brünn-Bratislava. Zu den staugefährdeten Verbindungen in Ungarn gehören die M 1 von Nickelsdorf über Györ nach Budapest und die M 7 von Budapest zum Plattensee. Zeitweise können auch - vor allem im Großraum Budapest - die M 3 nach Eger und die M 5 nach Kecskemet belastet sein. An den Grenzübergängen aller drei Länder muss man auf jeden Fall bei Ein- und Ausreise zu den Spitzenzeiten mit längeren Aufenthalten rechnen.

(Mit Material des ADAC).
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 23.07.2003  —  # 2196
text Hanno S. Ritter
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