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Startschuss für die Produktion des T5 / Neuer Stadtlieferwagen ab 2004

Volkswagen Nutzfahrzeuge investiert 600 Millionen Euro in Polen

Siehe Bildunterschrift
Die T5-Doppelkabine © Volkswagen AG
wird nur in Polen produziert
Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) plant bis 2006 Investitionen von rund 600 Millionen Euro in sein Werk Poznan. Allein im Jahr 2003 belaufen sich die Investitionen auf 178 Millionen Euro. Diese Zahlen nannte der Sprecher des VWN-Markenvorstandes, Bernd Wiedemann, am Dienstag im Rahmen der Feierlichkeiten zum Anlauf des neuen Transporters T5 im Werk Poznan. "Innerhalb von zehn Jahren ist aus einem Betrieb mit veralteten Produkten eine international wettbewerbsfähige Fabrik mit hoch moderner Produktpalette geworden", so Wiedemann.

Die Volkswagen AG und der polnische Automobilhersteller FSR Tarpan hatten die Volkswagen Poznan GmbH 1993 als Joint-Venture gegründet. Schrittweise wurden bis 1996 alle Anteile vom Volkswagen-Konzern übernommen. Seit 1997 ist die Volkswagen Poznan GmbH eine 100-prozentige Tochter von VWN in Hannover.

Für das Jahr 2006 erwartet Wiedemann, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft ist, einen Umsatzerlös in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro - im Jahr 1993 lag der Umsatz noch bei drei Millionen Euro. Ursprüngliche Geschäftsidee von VW Poznan war es, leichte Nutzfahrzeuge aus Bausätzen zu montieren, die im Ausland vorgefertigt worden waren. Das brachte Zoll- und Steuervorteile. So lieferten VWN aus dem Transporterwerk in Hannover, aber später auch die anderen Konzernmarken Audi, Seat, VW-Pkw und insbesondere Skoda Fahrzeugbausätze zur Komplettmontage nach Polen. Das 1993 definierte Geschäftsziel war klar: 500 Mitarbeiter sollten am Standort Poznan jährlich 5.000 Fahrzeuge vom Band rollen lassen. Inzwischen erwartet das Unternehmen bis 2005 einen Anstieg auf 150.000 Fahrzeuge.

Aktuell arbeiten rund 3.400 Mitarbeiter im Werk - bis 2005 sollen es mehr als 5.000 sein. Allein seit August 2002 wurden mehr als 500 neue Mitarbeiter eingestellt. Da das Werk in der Region der größte industrielle Arbeitgeber ist, dürfte dies mit ein Grund dafür sein, dass die Arbeitslosenquote in Poznan mit weniger als sieben Prozent deutlich niedriger liegt als im restlichen Polen (rund 18 Prozent).

Mit dem Startschuss für den neuen Transporter verfügt der Standort nun erstmals über ein eigenständiges Produkt: Die Doppelkabine des neuen T5 wird nur in Poznan hergestellt. Auch Kombi und Pritsche der neuen Transportergeneration laufen hier vom Band. Für weiteren Schwung soll 2004 der Serienanlauf des neuen Stadtlieferwagens sorgen. Der völlig neu entwickelte Nachfolger des VW Caddy wird ausschließlich in Poznan gefertigt werden.

Seit der VW-Aufsichtsrat im Herbst 1999 das Investitionsprogramm für Volkswagen Poznan bewilligte, blieb im Werk kaum ein Stein auf dem anderen. In den vergangenen drei Jahren ist die Fabrik vollständig restrukturiert worden. Zu den größten Einzelinvestitionen zählten der Aufbau einer neuen Lackiererei sowie ein neuer Karosseriebau und neue Montagelinien für T5 und Stadtlieferwagen. Künftig kann VW flexibel nach Auftragslage die Werke in Hannover und Poznan auslasten - "volumenoptimierte Fahrweise", wie die Wolfsburger es nennen.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 20.05.2003  —  # 2039
text Hanno S. Ritter
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