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Dienstag, 17. Oktober 2017,
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ACE: Tipps und Hintergründe zu einer oft unterschätzten Gefahr

Vorsichtig fahren: Frühlingszeit ist Wildwechselzeit

Der nahende Frühling birgt für Autofahrer eine oft unterschätzte Gefahr: Die Zahl der Wildunfälle steigt nach Erfahrungen von Verkehrssicherheitsexperten jetzt wieder stark an. Darauf wies heute der ACE Auto Club Europa in Stuttgart hin.

Besonders in der morgendlichen und abendlichen Dämmerung seien die Gefahren besonders groß, warnte ein Sprecher des ACE. Richtiges Fahrverhalten könne aber die Gefährdung mindern. Insbesondere müsse die Geschwindigkeit gedrosselt werden, sobald das Verkehrszeichen Wildwechsel auftauche. Schließlich pralle das Tier mit ungeheurer Wucht gegen ein zu schnell fahrendes Auto, was für den Kraftfahrer fatale Folgen haben könne. Ein Crash mit einem Hasen etwa bei Tempo 100 km/h erzeuge einen Druck von 125 kg. Ein 20 kg schweres Reh entwickelt danach sogar ein Aufschlaggewicht von einer halben Tonne.

Häufige Unfallursache sei auch das instinktive Verhalten von Wildtieren, die häufig in Rudeln die Straßen überquerten, so der ACE. Ein Autofahrer müsse damit rechnen, dass einem einzelnen Reh weitere folgten. "Tiere wählen nicht unbedingt den kürzesten Weg über die Fahrbahn, sondern flüchten vor dem Auto her, oder sind so verstört, dass sie auf die Fahrbahn zurückspringen und im blendenden Kegel des Scheinwerferlichts plötzlich stehen bleiben", betonte der ACE-Sprecher. Der Club rät deshalb, unbedingt Wildwechsel-Warnschilder zu beachten, Straßenränder im Auge zu haben und folglich besonders umsichtig und langsam zu fahren. Auf Fernlicht reagiere Wild häufig irritiert. Besser sei es, mehrmals kurz zu hupen. Ausweich- und Bremsmanöver könnten mit Blick auf den entgegenkommenden und nachfolgeden- Verkehr zu schwerwiegenden Konsequenzen führen. Deshalb solle eher der Zusammenstoß z.B. mit einem Feldhasen in Kauf genommen werden, als ein durch Ausweichmanöver verursachter Crash mit einem anderen Auto.

Wenn es dennoch zum Wildunfall komme, müsse das Auto mit Warnblinker und Dreieck abgesichert und die Polizei alarmiert werden. Wegen latenter Tollwutgefahr sollte man Wild nur mit Handschuhen berühren. Schäden am Auto könne man sich von einem Jagdpächter oder Polizisten schriftlich bestätigen lassen. Entstandener Schaden muss nach ACE-Angaben innerhalb von sieben Werktagen der Kaskoversicherung gemeldet werden.

Überfahrene Tiere dürfen nicht als willkommener Wildbraten mitgenommen werden. Ein solches Delikt ist Jagdwilderei im Sinne des Strafrechts und wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe geahndet.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 24.02.2003  —  # 1834
text Hanno S. Ritter
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