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Sonntag, 17. Dezember 2017,
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Marktvolumen von 4,7 Mrd. Euro in 2009 erwartet

Studie: Telematik erobert Nutzfahrzeugmarkt

Siehe Bildunterschrift
Europamarkt für Telematik in © Frost & Sullivan
Nutzfahrzeugen: Prognose von Frost & Sullivan (in Mrd. Euro)
Der Europamarkt für Nutzfahrzeug-Telematik wird demnächst richtig in Fahrt kommen. Im Jahr 2001 noch auf 169,5 Millionen Euro beziffert, soll das Umsatzvolumen laut einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan bis 2009 auf knapp 4,7 Milliarden Euro zunehmen. Wichtige Impulse erhält der Markt zunächst vom Wettbewerb um die Nutzfahrzeugkunden, in dem die Telematik eine große Rolle spielen wird.

Immer mehr Fahrzeughersteller erhoffen sich von der Ausstattung ihrer Fahrzeuge mit Telematiksystemen Wettbewerbsvorteile. Deren Wirkung dürfte jedoch zeitlich begrenzt sein, da immer mehr Fahrzeuge entsprechend ausgerüstet werden. Ihre Zahl soll von 75.550 im Jahr 2001 auf über 5,4 Millionen im Jahr 2009 ansteigen.

Im Zusammenhang damit wird sich der Marktschwerpunkt auf hochwertige Dienstleistungen verlagern, die bis 2009 rund zwei Drittel des Umsatzes ausmachen sollen. Damit würde ein weiteres wichtiges Ziel der Autobauer im Telematikbereich erreicht, nämlich die Erschließung von nachgelagertem Umsatz, der das Kerngeschäft ergänzt und dem Gewinnrückgang im Fahrzeugverkauf entgegenwirkt.

"In Zukunft wird eine wachsende Zahl von Neufahrzeugen mit Schnittstellen für Telematik- oder Flottenmanagementsysteme (FMS) ausgestattet sein, um die Implementierung von Mehrwertfunktionen, etwa zur besseren Auslastung der Fahrzeuge bei Just-in-time-Logistiksystemen und Liefer- und Zustelldiensten, zu ermöglichen", so Tif Awan, Automotive Spezialist bei Frost & Sullivan. "Das wird Marktdurchdringung und -expansion fördern."

Außerdem kann die Präsenz im Telematikbereich zur Verbesserung des Customer Relationship Managements (CRM) beitragen. Durch eine genauere Erfassung der Kundenerwartungen und -anforderungen kann das gesamte Kundengeschäft optimiert werden. Zusätzlichen Antrieb erfährt die Telematik durch Initiativen zur Optimierung des Verkehrsflusses und zur Entwicklung einer integrierten Verkehrspolitik wie etwa Intelligent Transportation Systems (ITS) und elektronische Mauterherbungssysteme (ETC-Systeme). Ein ebenso wichtiger Wachstumsfaktor ist die Standardisierung der Systemarchitektur. Die europaweite Verfügbarkeit von GSM wird die Einrichtung von Telematikdiensten wie Messaging erleichtern.

Anbieter von Telematikdiensten, zu denen Fahrzeughersteller-Portale wie Volvo Dynafleet und Scania Infotronics, Mobilfunkbetreiber wie Vodafone und T-Mobile oder ASPs wie Minorplanet Systems und Gedas Logiweb zählen, werden von der Marktentwicklung profitieren. Wettbewerber, die nicht effizient auf die Veränderungen reagieren, dürften dagegen interessante Marktchancen verpassen.

Volvo Dynafleet, Scania Infotronics, DaimlerChrysler FleetBoard, NavTech, TeleAtlas, SiemensVDO Automotive, Bosch, Motorola, Magneti Marelli, Vodafone, Webraska, ProSyst, IBM, Acunia, Gedas und Minorplanet Systems können der Studie zufolge mit einer Stärkung ihrer Marktposition rechnen.

Allerdings müssen die Anbieter aktiv über die Vorteile der Telematik aufklären, damit keine Marktanteile an alternative Produkte verloren gehen. Auch das Misstrauen der Kraftfahrer gegenüber einer Beobachtung im Big-Brother-Stil bremst die Einführung der Systeme. Durch zunehmende Vertrautheit mit der Technologie und gesteigerten Fahrkomfort wird dieser Faktor jedoch laut Frost & Sullivan bald an Bedeutung verlieren.

Titel der Analyse:
Frost & Sullivan's Analysis Of The European Commercial Vehicle Telematics Market (Report B042)
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 08.01.2003  —  # 1730
text Hanno S. Ritter
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