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Erreichung der neuen EU-Abgasgrenzwerte / Kraftstoffverbrauch sinkt ebenfalls

DaimlerChrysler rüstet kommende Nutzfahrzeuge mit SCR-Abgastechnologie aus

DaimlerChrysler wird zur Realisierung der ab Oktober 2005 geltenden Abgasvorschriften Euro 4 für alle Lkw und Busse eine Abgasreinigung auf Basis der sogenannten SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction) einsetzen. Diese Technologie-Entscheidung hat das Unternehmen am Dienstag bekannt gegeben.

Die SCR-Technologie ermöglicht die Absenkung von Stickoxiden und Partikeln bei einer gleichzeitigen deutlichen Verbesserung des Kraftstoffverbrauchs. Dabei wird der Motor auf eine niedrige Partikelemission auf Basis einer optimalen Verbrennung ausgelegt, während die Stickoxide nachmotorisch durch einen Katalysator reduziert werden. So lässt sich ein den Angaben zufolge um bis zu sechs Prozent geringerer Kraftstoffverbrauch erreichen. "Bei 30 Prozent Kraftstoffkostenanteil an den Lebenszykluskosten eines Fernverkehrs-Lkw ist dies für unsere Kunden ein entscheidender Vorteil", sagte Eckhard Cordes, Vorstand für das Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge der DaimlerChrysler AG zur Entscheidung für die SCR-Technik.

Die Euro 4-Abgasgrenzwerte für Nutzfahrzeuge treten im Oktober 2005 in Kraft und werden gegenüber der aktuellen Euro 3-Richtlinie die Schadstoffemissionen bei Stickoxiden um 30 Prozent und bei Partikeln um 80 Prozent reduzieren. Ab 2008 gelten dann die noch einmal strengeren Euro 5-Grenzwerte.

Eine Voraussetzung für den Serieneinsatz der SCR-Technologie ist die flächendeckende Versorgung mit dem Reduktionsmittel Harnstofflösung. DaimlerChrysler und die Mineralölindustrie arbeiten bereits an Konzepten, um dies rechtzeitig zur Einführung von Euro 4 sicherzustellen. Das SCR-System besteht aus einem zusätzlichen Tank und einer elektronischen Dosiereinheit für das Reduktionsmittel sowie einem Keramik-Katalysator, der im Schalldämpfer untergebracht ist. Die Reduktion der Stickoxide erfolgt im Katalysator mittels Ammoniak, der durch Zugabe von wässriger Harnstofflösung in die heißen Motorabgase erzeugt wird. Die exakte Dosiermenge wird von der Motorelektronik berechnet und beträgt im Mittel etwa 6% des Dieselkraftstoffs. Harnstoff ist eine ungiftige, farb- und geruchlose, wasserlösliche Substanz, die unter anderem in der Agrar-, Textil-, Kosmetik- und der Pharmaindustrie zum Einsatz kommt.

Zusätzlich zur Abgasnachbehandlung werden die Motoren weitgehend überarbeitet. Durch Modifikationen von Einspritzung und Aufladung wird die Verbrennung auf eine niedrige Partikelemission optimiert. Das SCR-System hat seine grundsätzliche Praxistauglichkeit im Rahmen eines vom bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen geförderten Feldversuches unter Beweis gestellt. Dabei wurden zehn Versuchsfahrzeuge über Fahrleistungen von insgesamt 3,2 Millionen Kilometer erprobt.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 31.07.2002  —  # 1356
text Hanno S. Ritter
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