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Mittwoch, 13. Dezember 2017,
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Kurzvorstellung und die schönsten Bilder des neuen Stars aus Maranello

Begehrlichkeiten: Der Ferrari Enzo

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Der Ferrari Enzo
© Ferrari S.p.A.
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Nach dem GTO, nach Ferrari F40 und F50 kommt ab Ende des Jahres wieder ein limitiertes Sondermodell des amtierenden Weltmeisters in der Formel 1-Konstrukteurswertung, das wie seine Vorgänger ein Höchstmaß an technischer Leistung liefern wird. Nur rund 350 Stück des nach dem Firmengründer Enzo Ferrari benannten Modells werden unter einer sicherlich deutlich höheren Zahl an zahlungskräftigen Interessenten verteilt.

Der schlicht "Enzo" genannte Supersportler besitzt einen 660 PS starken V12-Motor, der ein maximales Drehmoment von 657 Nm bei 5.500 Umdrehungen entwickelt und bis zu 8.200 Umdrehungen pro Minute schafft. Das soll nach Werksangaben gut sein für eine Höchstgeschwindigkeit von über 350 km/h, die 100 km/h-Marke wird bereits nach knapp 3,7 Sekunden, Tempo 200 nach 9,5 Sekunden erreicht. Die Kraftübertragung an die Hinterachse übernimmt ein sequentielles 6-Gang-Getriebe, das ausschließlich über Paddel am Lenkrad geschaltet werden kann. Besonderes Augenmerk legten die Ingenieure dabei auf eine Reduzierung der Schaltzeiten: der Gangwechsel soll innerhalb von nur 150 Millisekunden möglich sein. Neben dem normalen Programm "Sport" kann auch die "Race"-Einstellung gewählt werden, in welcher dann auch eine Startautomatik ähnlich dem System in der Formel 1 zur Verfügung steht.


Die von Pininfarina gezeichnete Karosserie (Leergewicht 1.365 kg) ist natürlich aerodynamisch stark optimiert. Die gewaltigen Lufteinlässe am Bug sorgen so nicht nur für die notwendige Frischluftzufuhr von Motor und Bremsen, sondern leiten die Luftströme über Kanäle am Fahrzeugboden bis zwei großen Diffusoren am Fahrzeugheck. So und nur so lässt sich die Fahrsicherheit bei hohen Geschwindigkeiten erreichen: Bei Tempo 300 etwa wird das Fahrzeug mit über 750 Kilogramm auf die Straße gepresst, doch der Anpressdruck ist variabel (Bodenfreiheit, ausfahrbarer Heckspoiler, pp.) - ein System, wie es das F1-Reglement nicht mehr zulässt.

HighTech natürlich auch bei der Bremsanlage: Zum Einsatz kommen hier 38 Zentimeter große und 34 Millimeter dicke Bremsscheiben von Brembo aus Keramik-/Kohlerfaser-Verbundmaterial, die Ferrari auch in der Formel 1 einsetzt, bisher aber noch nicht in einem Straßenfahrzeug verbaut hat. Der Enzo steht auf Bridgestone-Reifen im Format 245/35 vorne und gewaltigen 345/35 hinten, die von einem Luftdruckkontrollsystem überwacht werden; die Felgengröße beträgt 19 Zoll. ABS und ASR (abschaltbar) sind serienmäßig.

Enzo-Kunden haben die Qual der Wahl: Nicht bei der Farbe, aber beim Fahrersitz, der mit nur 12,4 Kilogramm der weltweit leichteste die Sicherheitsbestimmungen erfüllenden Fahrzeugsitze ist. Direkt neben der Montagelinie für den Enzo in Maranello können sie probesitzen und sich für eine von vier Sitzgrößen und nicht weniger als 16 individuelle Kombinationen von Sitz und Kohlefaserschale entscheiden. Anschließend wird noch die Pedalerie von den Ferrari-Ingenieuren individuell eingestellt - und dann steht der ersten Ausfahrt nur noch ein Preis von rund 700.000 Euro im Wege: Eine echte Begehrlichkeit eben.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 16.07.2002  —  # 1320
text Hanno S. Ritter
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