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Montag, 23. Oktober 2017,
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ConnectedDrive Forschungsprojekt warnt müde Autofahrer

Kampf dem Sekundenschlaf: BMW erprobt Fahreraufmerksamkeits-Assistent

Siehe Bildunterschrift
Die Kamera beobachtet Lidschlag © BMW Group
und Augengröße des Probanden
Die BMW Group Forschung erprobt in ein System, das die Gefahr des Sekundenschlafes verringern soll, der nach einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) bei 24% der tödlichen Autobahnunfälle die Unfallursache ist. Ein von der BMW Group und der Universität Würzburg entwickelter Aufmerksamkeits-Assistent ist nun in der Lage, zu erkennen, wie wach oder müde der Fahrer eines Autos ist. Die Information über den Müdigkeitsgrad wird dabei aus dem individuellen Lidschlagverhalten abgeleitet. Erkennt das System, dass der Fahrer müde wird oder müde ist, gibt es ihm sofort eine entsprechende Rückmeldung über eine optische Anzeige. Das Ziel dieses Forschungsprojektes lautet, die aus der Ermüdung resultierende Gefahren für die Sicherheit möglichst früh zu erkennen und zu verringern. Als ein erstes Ergebnis dieser Forschungstätigkeit steht jetzt ein System für die praktische Erprobung zur Verfügung, welches dem Fahrer mitteilen kann, auf welcher von vier Aufmerksamkeits- bzw. Müdigkeitsstufen er sich momentan befindet.

Dr. Raymond Freymann, Leiter der BMW Group Fahrzeugforschung, betont, dass der Aufmerksamkeits-Assistent aber keine Garantie gegen Sekundenschlaf geben kann: "Das System kann und soll den Fahrer nicht der Verantwortung entheben, ihn aber unterstützen und warnen, wenn seine Aufmerksamkeit nachlässt. Um dem Risiko des Sekundenschlafes zu entgehen, kann er dann rechtzeitig die Fahrt unterbrechen und eine Pause einlegen."

Die BMW Group erforscht und erprobt den Aufmerksamkeits-Assistenten im Rahmen des ConnectedDrive Projektes. Mit ConnectedDrive führt die BMW Group die Vernetzung von Fahrer, Fahrzeug und Umwelt in neue Dimensionen. Hierfür werden Informationen aus Telematik- und Onlinediensten sowie den Fahrerassistenzsystemen zusammengeführt und ausgewertet. Der Fahrer erhält auf diesem Weg die für seine jeweilige Fahrsituation wesentlichen Informationen. Der virtuelle "Copilot" ConnectedDrive erhöht somit die Sicherheit, die Effizienz und den Komfort im Straßenverkehr.

Siehe Bildunterschrift
Der Forschungs-Siebener © BMW Group
ist vollgestopft mit modernster Technik
Hat der Fahrer am Steuer Platz genommen und schaut nach vorne durch die Windschutzscheibe, fokussiert eine im Auto integrierte Kamera seine Augen. Die Kamera folgt dabei automatisch den Kopfbewegungen des Fahrers und erfasst die Augen erneut, wenn er sich zum Beispiel beim Rangieren kurz umgedreht hat. Durch die Frequenz und Geschwindigkeit der Lidschläge sowie dem Öffnungsgrad der Augenlider erkennt das System den Grad der Wachsamkeit oder Müdigkeit des Fahrers. Ein wacher Mensch macht grundsätzlich weniger Lidschläge, die aber sehr schnell sind. Je müder man wird, desto mehr Lidschläge macht man und desto langsamer werden sie. Gleichzeitig verkleinert sich zunehmend der Öffnungsgrad der Augen. Der Rechenalgorithmus des Aufmerksamkeits-Assistenten schließt aus diesen Daten auf den tatsächlichen momentanen Grad der Wachsamkeit oder Müdigkeit.

Den gläsernen Autofahrer soll es dadurch aber nicht geben. Der Aufmerksamkeits-Assistent zeichnet keinerlei Daten auf. Somit besteht keine Gefahr, dass Informationen weitergegeben oder im nachhinein ausgewertet werden können. Der Aufmerksamkeits-Assistent folgt der allgemeinen Philosophie der BMW Group, wonach der Fahrer niemals entmündigt oder aus der Verantwortung genommen wird. Der Fahrer soll unterstützt werden, indem er möglichst frühzeitig gewarnt wird, wenn seine Aufmerksamkeit nachlässt. Letzten Endes liegt es aber dann beim Fahrer selbst, ob er diese Warnung beherzigt und durch geeignete Maßnahmen einer weiteren Ermüdung am Steuer entgegenwirkt. Dies könnte bei nur schwacher Minderung der Aufmerksamkeit zum Beispiel durch Frischluftzufuhr geschehen. Da solche Maßnahmen aber immer nur begrenzt helfen, sind regelmäßige Pausen oder im Zweifelsfall eine längere Fahrtunterbrechung mit einem erholsamen Schlaf oft die einzige Lösung des Problems.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 10.07.2002  —  # 1307
text Hanno S. Ritter
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