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Sonntag, 17. Dezember 2017,
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System zeichnet auf SmartCard alle Daten auf

Der digitale Fahrtenschreiber für Nutzfahrzeuge kommt

EU-Flagge
Die EU-Kommission nahm heute die technischen Spezifikationen für den digitalen Tachographen an, der die Lenk- und Ruhezeiten von Berufsfahrern aufzeichnet. Der neue Tachograph wird sicherer und leichter zu überprüfen sein als das derzeitige System und soll so zu einer besseren Durchsetzung der gemeinschaftlichen und nationalen Rechtsvorschriften im Straßenverkehr beitragen. Die heute angenommene Verordnung der Kommission enthält Bestimmungen für Bau, Einbau, Nutzung und Prüfung des obligatorischen digitalen Kontrollgeräts für Nutzfahrzeuge. Alle neuen Nutzfahrzeuge sind binnen zwei Jahren mit einem digitalen Tachographen auszurüsten.

Die europäischen Rechtsvorschriften für den Straßenverkehr seien nicht nur unzureichend, sondern würden vor allem auch äußerst schlecht befolgt, hieß es. Die durch den digitalen Tachographen aufgezeichneten Daten würden fälschungssicherer und zuverlässiger sein als bei dem derzeitigen mechanischen Kontrollgerät. Das neue Gerät soll nutzerfreundlich, schwer manipulierbar und von den Fahrern, Aufsichtsbehörden und Güterverkehrsunternehmen leicht zu überprüfen sein.

Während der derzeitige analoge Tachograph aus einem mechanisch betriebenen Fahrzeugbauteil und Aufzeichnungsblättern aus Papier besteht, umfasst der neue Tachograph ein digitales Fahrzeugbauteil und eine persönliche Fahrerkarte. Diese SmartCard ist von dem Mitgliedstaat auszustellen, in dem der Fahrer seinen Wohnsitz hat. Der digitale Tachograph zeichnet die Tätigkeit der Fahrer automatisch auf und speichert die Informationen ein Jahr lang. Auf der persönlichen Mikroprozessorkarte, die die Fahrer mitführen müssen, werden jeweils die Tätigkeiten der letzten 28 Tage gespeichert.

Der digitale Tachograph ist im Armaturenbrett des Fahrzeugs eingebaut und zeichnet jeweils Zeit, Geschwindigkeit und Entfernung der Fahrten auf. Die Abfrage erfolgt entweder über ein Menü oder nach Tätigkeiten, wie Lenkzeiten, Arbeitszeiten, Ruhezeiten und Verfügbarkeit. Die Zulassungsnummer des Fahrzeugs wird ebenfalls gespeichert, und der Tachograph muss in der Lage sein, alle abgerufenen Daten von seinem Speicher auf einen tragbaren Rechner herunter zu laden. Er ist mit einem kleinen Bildschirm und einem Drucker ausgestattet. Ereignisse und Störungen (Unterbrechung der Stromzufuhr, nicht funktionierende Karte, Geschwindigkeitsüberschreitung, usw.) werden ermittelt und das Gerät automatisch überprüft. Der Fahrer erhält eine Warnung, wenn er die höchstzulässige ununterbrochene Lenkzeit überschreitet.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 13.06.2002  —  # 1241
text Hanno S. Ritter
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