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Dienstag, 24. Oktober 2017,
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Reaktion auf Umweltbericht 2000 der Bundesregierung

VCD fordert Gesetz gegen Verkehrslärm

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die verstärkte Berücksichtigung der Problematik des Verkehrslärms im heute von Umweltminister Jürgen Trittin vorgestellten Umweltbericht der Bundesregierung begrüßt. "Lärm ist die am meisten unterschätzte Umweltplage" sagte Geschäftsführer Dirk Flege in Bonn. Mediziner hielten den Straßenlärm inzwischen für die zweithäufigste Ursache von Herzinfarkten. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes gingen bundesweit mehr als 2000 Tote pro Jahr auf das Konto des Verkehrslärms. Zehn Millionen Bürger müssten tagsüber einen Lärmpegel von über 65 Dezibel aushalten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt Werte ab 55 Dezibel als kritisch ein.

Der VCD weist darauf hin, dasss jeder sechste Bundesbürger an einer Straße wohne, deren Lärm zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führe. 70 Prozent der Bürger fühlten sich durch den Lärm auf der Straße belästigt. "Gerade Kinder sind die Leidtragenden" so Flege. Kinder aus lärmreicher Umgebung könnten sich schlechter konzentrieren, schlechter lesen und hätten ein geringeres Durchhaltevermögen beim Lösen schwieriger Aufgaben. Auch sei das Sozialverhalten oft gestört.

"Im Interesse des Gesundheitsschutzes aller Bürger brauchen wir verbindliche und einklagbare Grenzwerte gegen Verkehrslärm" verlangte Flege. Der VCD fordert ein Verkehrslärmschutzgesetz und eine Lärmsanierung an betroffenen Straßen binnen 10 Jahren, beginnend bei Nachtwerten von über 65 dB(A).

Der VCD wird das Thema Verkehrslärm zu einem Schwerpunkt seiner diesjährigen Arbeit machen. Mit einem Aktionspaket gegen Verkehrslärm sollen betroffene Bürger sich gegen die Lärmbelastung vor Ort zur Wehr setzen können.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 23.02.2001  —  # 0367
text Hanno S. Ritter
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