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Sonntag, 18. November 2018,
GTÜ testet zehn Fertigmischungen und ein Konzentrat

Waschwasser-Zusatz Sommer: So wäscht man gut und günstig

Nicht nur im Winter hat die Scheibenwaschanlage oft Hochbetrieb, sondern auch im Sommer, wenn vor allem ehemalige Insekten den Durchblick erschweren. Welcher Waschzusatz der beste ist, hat jetzt einmal mehr die GTÜ untersucht. Wir steuern einen Spar-Tipp bei.
Waschwasser-Zusatz Sommer: So wäscht man gut und günstig
GTÜ
Welcher Scheibenreiniger der beste
und billigste ist, hat jetzt die GTÜ getestet
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Natürlich könnten die Autobauer den Waschwasserbehälter etwas größer gestalten, auf dass man seltener auffüllen müsste. Aber in Zeiten, wo selbst der Kraftstofftank aus Kosten- und Gewichtsgründen immer kleiner wird, darf man auf Optimierungen an solcherart verborgener, marketingtechnisch null nutzbarer Stelle nicht hoffen. Damit das Nachfüllen dann möglichst schnell vonstatten geht, greifen viele Autofahrer zu Fertigmischungen, die Tankstellen und Supermärkte verkaufen.

Doch welches ist das beste Mittel in Sachen Wirkung und/oder Preis? Dieser Frage ist die GTÜ zusammen mit den Kollegen der "Auto Bild" nachgegangen. Ergebnis: Viel falsch machen kann man nicht. Die meisten Fertigmischungen für die Autoscheibenwaschanlage reinigen gut bis sehr gut und sind dabei in der Regel auch recht materialschonend.

Testsieger mit dem Prädikat "sehr empfehlenswert" wurde der Sonax Xtreme Scheibenreiniger Sommer im Dreilitergebinde zum Preis von knapp acht Euro. Auf den Plätzen zwei bis fünf ermittelten die GTÜ-Prüfer vier weitere "sehr empfehlenswerte" Fertigmischungen, nämlich OMV Caristal, Dursol Nature Line, Robbyrob Klarblick und Ernst Scheibenklar. Als "empfehlenswert" erwiesen sich die Produkte von Aral, Kerndl, Dr. Wack und Shell. Die Fertigmischungen von Aral, Dr. Wack und Shell leisteten sich zwar keine richtigen Patzer bei Reinigung und Materialverträglichkeit, verpassten die Bestnote aber deshalb, weil sie nochmal deutlich teurer waren als die ja auch nicht gerade billigen Markenprodukte von Sonax und OMV.

Kerndl Scheibenklar und der von der GTÜ mit dem Testurteil "bedingt empfehlenswert" klassifizierte Total wash Sommerscheibenreiniger erhielten Punktabzug für die Materialverträglichkeit gegenüber Polycarbonat, das beispielsweise bei Scheinwerfern Verwendung findet. Bei der ziemlich strengen Prüfung nach DIN, bei der eingespannte Polycarbonat-Biegestreifen im Trockenschrank 48 Stunden bei 80 Grad Celsius gelagert werden, kam es bei Kerndl zu kleineren und bei Total zu größeren Rissen.

Keiner der getesteten Scheibenreiniger richtete jedoch Schäden auf Lack an. Alle Produkte schafften auch den Test auf Alkoholverträglichkeit, mit dem bestimmt wird, ob es bei Mischung mit alkoholhaltigem Winterscheibenreiniger zu Ausfällungen von Feststoffen kommt, die beispielsweise Bauteile der Scheibenwaschanlage beschädigen könnten.

Eine weitere Frage beschäftigte die GTÜ-Tester: Sind die praktischen, aber auch relativ teuren Fertigmischungen eigentlich leistungsfähiger als die viel billigeren 1:100-Konzentrate? Referenzprodukt war das cw 1:100 Super Scheibenreiniger Konzentrat von Dr. Wack, das im Feld der Reinigungskonzentrate stets sehr gut abschneidet. Die kleine 250-ml-Dosierkopfflasche kostet rund 9,50 Euro und liefert dabei im Verhältnis 1:100 gemischt 25 Liter gebrauchsfertigen Scheibenreiniger. Macht 38 Cent pro Liter. Testsieger Sonax Xtreme ist mit seinem Literpreis von 2,66 Euro somit exakt siebenmal so teuer.

Ergebnis: Das Konzentrat von Dr. Wack kam bei guter Reinigungsleistung und uneingeschränkter Materialverträglichkeit dank seines günstigen Preis-/Leistungsverhältnisses auf exakt die gleiche Gesamtpunktzahl wie der Testsieger Sonax und wurde von den GTÜ-Testern ebenfalls als "sehr empfehlenswert" eingestuft. Für preisbewusste Autofahrer ist somit ein gutes Konzentrat nach wie vor eine ausgezeichnete Alternative zu den beliebten Fertigmischungen. Tipp: Konzentrate besser mit Leitungswasser zu Hause mischen. Das ist sicherer als die Mixtur mit möglicherweise verdrecktem Wasser aus der Gießkanne an der Tankstelle.
Spartipp von Autokiste
Produkte für die Scheibenwaschanlage muss man übrigens nicht unbedingt bei der Tanke oder im Supermarkt kaufen. Wie auch bei vielen anderen Produkten lohnt der Vergleich mit Online-Anbietern. Den Testsieger von Sonax etwa, den die GTÜ mit 7,99 Euro angibt, kostet bei Amazon für Prime-Kunden aktuell nur 6,15 Euro. Ganz Bequeme lassen an die Packstation liefern und füllen direkt vor Ort ein. (Hinweis: Der Preis kann nach oben und unten variieren. Wenn Sie über den Link bestellen, erhalten wir eine kleine Provision; der Kaufpreis ändert sich dadurch keinesfalls.)
So wurde getestet
Um die Wirkung der Sommerscheibenreiniger unter reproduzierbaren Bedingungen zu testen, bedienten sich die GTÜ eines speziell für derartige Versuche eingerichteten Prüfstandes und verwendete eigens angemischten, standardisierten Testschmutz nach zwei unterschiedlichen Rezepturen. Ein Chemie-Gemisch aus Reifenabrieb, Bremsstaub, Abgasruß, Heißwachs und Motorenöl simuliert Stadtschmutz, wie er sich als sogenannter "Hydrophobschmutz" besonders bei innerstädtischen Fahrten auf der Autoscheibe ansammelt. Über Land spielen hauptsächlich hartnäckige Insektenrückstände eine Rolle – für den Versuch synthetisch simuliert aus Eigelb, Eiweiß, Puderzucker und Ethanol.

Entscheidend fürs Testergebnis war die Anzahl an Wischvorgängen, die benötigt wurden, um die am Prüfstand installierte Autoscheibe eines Mercedes SLK zu reinigen. Eine Aufgabe, die sich keinesfalls mit einem Wisch erledigen lässt. Abhängig von der Leistungsfähigkeit der getesteten Produkte waren vielmehr in drei bis sechs Wischzyklen zwischen 150 und bis zu 300 Milliliter Reinigungsflüssigkeit nötig. Einmal saubere Scheibe kostete demnach im Test mit Shell EasyClean 70 Cent, während das Konzentrat von Dr. Wack dieselbe Übung schon für acht Cent schaffte.

Zum GTÜ-Testprogramm gehörte neben den Materialverträglichkeitsprüfungen auch die Bewertung der Anwendung. Dabei ging es um exakte Produktangaben, Sicherheits-, Umwelt- und Entsorgungshinweise sowie deren Lesbarkeit und Verständlichkeit. Im Kapitel Handhabung kam es darauf an, die Reiniger möglichst bequem und zielgenau in den Waschbehälter einzufüllen, was je nach Größe und Form der Gebinde mal besser und mal schlechter gelang. Flexible Standbodenbeutel sind dabei grundsätzlich gegenüber starren Kanistern im Vorteil und auch im Sinne der Müllvermeidung zu bevorzugen.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date  19.07.2018  —  # 12648
text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB