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Sonntag, 18. November 2018,
Zuwächse bei Neu- und Gebrauchtwagen / CO2-Ausstoß steigt

Marktbericht April 2018: März-Delle ist vergessen

Der mit roten Zahlen übersäte März wird von einem weitgehend grünen April abgelöst: Der Automarkt in Deutschland ist gut in die warme Saison gestartet, sowohl bei neuen als auch bei gebrauchten Autos.
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Insgesamt wurden im April 2018 in Deutschland 374.754 Kraftfahrzeuge neu in den Verkehr gebracht, darunter 314.055 Pkw. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies deutlichen Zuwächsen um 9,8 bzw. 8,0 Prozent. Dazu kommen 34.076 Anhänger entsprechend einem Plus von 9,2 Prozent.

Die positive Entwicklung ist allerdings auch statistisch bedingt: So wie das frühe Ostern die März-Zahlen negativ beeinflusst hat, gilt dies nun entsprechend auch andersherum.

Wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Donnerstag in Flensburg weiter mitteilte, stieg der Anteil der privaten Zulassungen um 19,3 Prozent und erreichte so einen Anteil von 38,5 Prozent, die gewerblichen Neuzulassungen stiegen um 2,0 Prozent. Der Blick auf die Segmente zeigt Rückgänge bei Minis (-0,3 %), Kompaktklasse (-2,6 %) und Vans (-3,1 %). Die meisten Neuwagen waren wie üblich der Kompaktklasse zuzuordnen (21,8 %), gefolgt von den SUVs, die nach einer Steigerung um 30,2 Prozent im April auf einen Anteil von 16,4 Prozent kamen. Die Oberklasse verbuchte mit 31,7 Prozent den stärksten Zuwachs und erreichte einen Anteil von 1,0 Prozent.

Die deutschen Marken erreichten mit Ausnahme von Audi (-1,5 %) Steigerungen, die bei Smart (+22,9 %), Ford (+14,8 %) und VW (+14,6 %) zweistellig ausfielen. VW blickt auf einen Marktanteil von 20,6 Prozent, konzernweit kommen rund 39 Prozent zusammen.

Bei den Importmarken wiesen Seat (+37,5 %) und Honda (+31,8 %) satte Zuwächse aus. Hohe Rückgänge zeigten sich hingegen bei Tesla (-46,2 %), Land Rover (-44,9 %) sowie bei Alfa, Fiat, Jaguar und Nissan. Mit einem Marktanteil von 5,4 Prozent (+12,5 %) war Skoda erneut die stärkste Importmarke, sofern man nicht Renault und Dacia zusammenzählt (5,6 Prozent). Details zeigt die pdf-Aufstellung:

Fossile Brennstoffe bildeten erneut die häufigste Antriebsart. 61,6 Prozent der Neuwagen waren Benziner (+19,1 %), 33,4 Prozent waren mit einem Dieselantrieb ausgestattet (-12,5 %). Ein Anteil von zusammen 0,5 Prozent entfiel auf Flüssig- und Erdgasfahrzeuge (1.554/+195,4 %). Bei den alternativen Antriebsarten führten 3.171 Elektro-Pkw zu einem Anteil von 1,0 Prozent (+124,4 %). Es wurden außerdem 10.858 Hybrid-Pkw neu zugelassen (3,5 % / +69,8 %), darunter 2.632 Plug-in-Hybride (0,8 % / +21,1 %). Der durchschnittliche CO2-Ausstoß stieg im April um 1,6 Prozent auf 130,4 g/km, was direkt auf die Diesel-Flaute zurückzuführen ist.

Bei den Nutzfahrzeugen zeigte sich im April eine über alle Fahrzeugklassen reichende positive Entwicklung mit jeweils zweistelligen Zuwachsraten, die bei den Zugmaschinen insgesamt (+19,6 %) und darunter den Sattelzugmaschinen (+21,6 %) am deutlichsten ausfielen. Bei den Krafträdern zeigte sich der Zuwachs mit +28,1 Prozent noch stärker.

Auch der Gebrauchtwagenmarkt konnte im April die März-Delle ausgleichen. Insgesamt wechselten 735.612 Kfz, darunter 619.557 Pkw, den Eigentümer. Dies bedeutet Zuwächse um 6,8 bzw. 5,2 Prozent. Besonders gefragt waren im Vergleich zum Vorjahresmonat gebrauchte Sattelzugmaschinen und Motorräder. Während nach dem ersten Jahresdrittel die Neuwagen um 5,0 Prozent auf rund 1,4 Mio. zulegen konnten, sind die Gebrauchten aber noch bei 1,7 Prozent im Minus.
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text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB