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Donnerstag, 19. Juli 2018,
Diesel geht, LED-Technik kommt / Einführung im 2. Halbjahr

Facelift Škoda Fabia: Das neue Gesicht

Škoda zeigt und nennt jetzt mehr Details zum Facelift des Fabia, das auf dem Genfer Salon im März 2018 vorgestellt wird. Der Kleinwagen erhält demnach ein Update in Sachen Lichttechnik und neue Optionen. Hinter dem aufgehübschten Kühlergrill arbeiten fortan weniger, dafür teilweise sauberere Motorvarianten.
Škoda
Premiere in Genf:
Škoda überarbeitet den Fabia
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Während die Schwestermodelle Polo und Ibiza schon in neuer Generation auf MQB-Basis unterwegs sind, ist der Škoda Fabia ein bisschen in die Jahre gekommen. Die Zeit bis zum wirklich neuen Modell überbrückt demnächst ein Facelift, das sich insbesondere durch eine überarbeitete Front auszeichnet.

Škoda setzt hier auf eine neue Form des Grills mit einer zusätzlichen Ecke nach außen im oberen Bereich. Dieser Look dürfte auch viele weitere künftige Modelle der Marke auszeichnen. Sie bedingt eine veränderte Form der Scheinwerfer, deren gerade untere Kante auf den ersten Bildern nicht ganz so gelungen wirkt, zumal Škoda das LED-Tagfahrlicht offenbar weiterhin recht dick ausführt - etwa so wie beim Golf-Facelift mit Halogen-Abblendlicht. Ganz klar ist dies aber anhand der Fotos noch nicht auszumachen, zumal die kürzlich lancierte Skizze ein dünnes, homogenes Tagfahrlicht in L-Form zeigte - bzw. suggerierte.

Für das Abblendlicht steht künftig endlich eine Upgrade-Funktion ur Wahl: Statt Halogenfunzeln gibt es dann Voll-LED-Technik. Die Rede ist auch von Nebelscheinwerfern in "moderner Lichttechnologie" - ob es wörtlich gemeint ist, bleibt abzuwarten.

Am Heck kommt ebenfalls LED zum Einsatz - gegen Aufpreis und nur teilweise für Schluss- (homogen) und Bremslicht (gestrichelt). Blinker und Rückfahrleuchten sind weiterhin mit Glühbirnen umgesetzt. Der schwarze Rahmen um die Leuchten entfällt. Soweit ersichtlich, hat Škoda die dritte Bremsleuchte beim Schrägheck-Modell filigraner und breiter als bisher integriert. Im Übrigen bleibt das Design unberührt, sieht man von neuen Rädervarianten ab, die nun bis 18 Zoll Größe (nicht im Kombi) angeboten werden.

Für den Innenraum kündigt Škoda ein neu gestaltetes Kombiinstrument an, mag das aber noch nicht im Bild zeigen. Außerdem gibt es neue Dekorleisten und zweifarbige Oberflächen für Sitze. Der Bildschirm des Musiksystems "Swing", Nummer 2 in der vierstufigen Hierarchie, wächst von fünf auf 6,5 Zoll. Neu im Optionsprogramm sind der Tote-Winkel-Assistent, die Querverkehrswarnung, die Škoda wie viele andere verwirrenderweise Ausparkassistent nennt, und der nicht-adaptive Fernlichtassistent.

Als Antrieb stehen fortan ausschließlich Dreizylinder mit 1,0 Litern Hubarum zur Verfügung, die als Sauger weiterhin 60 und 75 PS leisten und als TSI-Aggregate ebenfalls unverändert die Leistungsstufen 95 und 110 PS abdecken. Nur die TSI-Varianten erhalten einen Partikelfilter, und weiterhin nur die stärkste Variante ist anstelle des ollen Fünfganggetriebes auch mit 7-Gang-DSG zu haben. Ob später ein vierzylindriger TSI folgt, bleibt abzuwarten. Obschon Erdgas im VW-Konzern derzeit ein großes Thema ist, steht eine entsprechende CNG-Version für den fabia nicht bereit.

Der Diesel ist im Fabia Geschichte. Škoda wagt wie vorab berichtet diesen Schritt, u.a. um die Autos wegen zusätzlich notwendiger Abgastechnik nicht noch teurer machen zu müssen. Außerdem spart dies Logitik-Aufwendungen.

"Mit ihrer weiter verbesserten Wirtschaftlichkeit und ihrem vorbildlichen Emissionsverhalten bewegen sich die modernen Benzin-Dreizylinderantriebe auf vergleichbarem Niveau mit effizienten Dieselmotoren", heißt es bei Škoda zur Begründung. So ganz von der Hand zu weisen ist das nicht: Bisher lag die Verbrauchsdifferenz auf dem Papier bei maximal 0,5 Litern, der Aufpreis bei mindestens 1.800 Euro. Selbst unter Berücksichtigung eines höheren Real-Sparpotentials lohnt sich der (auch im Unterhalt teurere) Diesel nur für ausgesprochene Vielfahrer - die sich aber eher keinen Kleinwagen kaufen. Dass der TDI mit seinem Plus an Hubraum und Zylinderzahl, dem anderen Geräusch, der mutmaßlich besseren Haltbarkeit und der stärkeren Motorbremswirkung sympathischer sein mag, berücksichtigt die reine Kostenbetrachtung natürlich nicht.

Sympathisch dagegen sind bei Škoda jene Lösungen, die so heißen wie der Markenslogan: Simply Clever. Hier hatte der Fabia schon während der Laufzeit einige Optimierungen erfahren, nun haben sich die Marketer noch ein paar zusätzliche ausgedacht. So bietet der in die Tankklappe integrierte Eiskratzer künftig eine Messskala zur Ermittlung der Reifenprofiltiefe. Auf Wunsch stehen auch im Fond USB-Anschlüsse zur Verfügung. Der Gepäckraum verfügt jetzt optional über einen doppelseitig benutzbaren Bodenbelag und beim Kombi über eine herausnehmbare LED-Taschenlampe.

Das Fabia-Facelift dreht nach der Premiere in Genf im März noch einige Warterunden, bis es zu den Händlern kommt. Erst im zweiten Halbjahr geht es los, Genaueres bleibt zunächst offen.
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text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB