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Sonntag, 24. Juni 2018,
Würth-Gruppe wird neuer Eigentümer

Liqui Moly: Ernst Prost verkauft sein Unternehmen

Liqui Moly gehört künftig zur Würth-Gruppe. Geschäftsführer und Eigentümer Ernst Prost verkauft sein erfolgreiches Unternehmen an einen goßen Konzern, um für die Zeit nach ihm selbst die Weichen zu stellen. Auch die Geschäftsführung wird erweitert.
Liqui Moly: Ernst Prost verkauft sein Unternehmen
Liqui Moly
Ernst Prost verkauft
sein Liqui Moly an die Würth-Gruppe
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Keine Schulden, hohe Eigenkapitalquote, Millionengewinne, Umsatzrekorde, hohe Prämien für mutmaßlich zufriedene Mitarbeiter - bei Liqui Moly läuft es wie geschmiert, wenn auch die Elektromobilität nicht gerade die beste Perspektive für eine Firma ist, deren Hauptgeschäft Öl für Verbrennungsmotoren ist.

Nun bekommt das Unternehmen, zu dem auch die französische Méguin gehört, einen neuen Eigentümer. Der geschäftsführende Gesellschafter Ernst Prost hat seine Anteile mit Wirkung zum Jahreswechsel an die Würth-Gruppe verkauft, wie er heute mitteilte. Die Frage, was mit seiner Firma passiere, wenn er einmal überraschend sterbe, krank werde oder einen Unfall habe, treibe ihn schon seit langem um, schreibt Prost in einem Brief an seine Mitarbeiter, die er Mitunternehmer nennt. "Ich habe auch keinen Bock zu sterben. Aber damit nichts passiert, wenn mir was passiert, ist es doch wichtig, dass ich Vorsorge für den Fortbestand der Firma treffe", so Prost in einer zusätzlichen Mail an die Belegschaft.

Sowohl er als auch die Firma seien nun 60 Jahre alt. Er habe sich zum Verkauf entschieden, um den Fortbestand der Firma und die Sicherheit der Arbeitsplätze sicherzustellen. Seit fast 20 Jahren ist die Würth-Gruppe stiller Teilhaber bei Liqui Moly. Das Unternehmen spielt mit 400 Firmen, 73.000 Mitarbeitern und 12,5 Mrd. Euro Umsatz in einer anderen Liga als Liqui Moly. "Im Verbund mit dieser starken, kapitalkräftigen, weltweit operierenden Unternehmensgruppe ist die Sicherheit für unser Unternehmen 1000mal größer als im Alleingang", so Prost.

Liqui Moly bleibt ein eigenständiges Unternehmen innerhalb der Würth-Gruppe. Für die Beschäftigten ändere sich nichts, heißt es. Allerdings wird die Firma künftig nicht mehr von Prost alleine geführt. Weiterer, gleichberechtigter Geschäftsführer wird Günter Hiermaier, ein Freund Prosts, der vor 27 Jahren zusammen mit ihm ins Unternehmen eintrat.

Über den Kaufpreis wurde nichts verlautbart.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date  21.12.2017  —  # 12359
text  Hanno S. Ritter
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