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Montag, 20. November 2017,
GDV: 20 Prozent Aufschlag in knapp fünf Jahren

Preise für Auto-Ersatzteile steigen rasant

Die Preise für Auto-Ersatzteile steigen deutlich stärker an als die allgemeinen Lebenshaltungskosten, beklagen die Versicherer. Die genannten Zahlen sind tatsächlich beeindruckend.
Preise für Auto-Ersatzteile steigen rasant
GDV
Die Preise für Auto-Ersatzteile
steigen viel stärker als die allgemeine Inflation
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Scheinwerfer, Motorhauben und Windschutzscheiben – Ersatzteile für Autos sind in den letzten eineinhalb Jahren um rund ein Zehntel teurer geworden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Von Januar 2016 bis August 2017 stiegen beispielsweise die Kosten für eine Kofferraumklappe oder einen vorderen Kotflügel um zwölf bzw. 13 Prozent.

Damit setzt sich der Trend steigender Ersatzteilpreise auch über einen längeren Zeitraum fort. Wie aus der Untersuchung weiter hervorgeht, stiegen die Preise für Pkw-Ersatzteile seit Januar 2013 im Durchschnitt um ein Fünftel. Die steile Preiskurve betrifft dabei nicht nur Teile, die technisch anspruchsvoller wurden, wie etwa Rückleuchten mit 40 Prozent Steigerung, sondern auch Karosserieteile wie Kofferraumklappen, deren Preis um 30 Prozent nach oben ging. Zum Vergleich: Der Verbraucherpreis-Index stieg im selben Zeitraum nur um rund 3,5 Prozent.

Bei den Versicherern führen die höheren Ersatzteilpreise zu steigenden Reparaturkosten nach Unfällen. "Im Jahr 2013 kostete die Kfz-Haftpflichtversicherer ein Pkw-Sachschaden im Schnitt noch rund 2.400 Euro, in diesem Jahr könnten wir schon die Marke von 2.700 Euro reißen", sagt Jörg Schult, Leiter Kraftfahrt-Statistik im GDV.

Für ihre Untersuchung recherchierten Ingenieure und Statistiker des GDV in der Schadenkalkulations-Datenbank von Audatex jährlich die Ersatzteilpreise für 20 verschiedene Fahrzeugtypen. Die Auswahl der Fahrzeuge umfasst mehrere Hersteller und Kleinwagen ebenso wie Oberklasse-Modelle. Für jedes Fahrzeug wurden die Preise von zwölf Ersatzteilen erhoben, die nach Unfällen häufig ausgetauscht werden müssen – vom vorderen Stoßfänger bis zur Kofferraumklappe.

Für die Zukunft rechnen die GDV-Experten damit, dass die Reparaturkosten durch die Verbreitung von Assistenzsystemen weiter steigen. Hintergrund: Nach Unfällen oder beim Austausch beschädigter Scheiben müssen auch Kameras und Sensoren ausgetauscht und die Systeme neu kalibriert werden. Dadurch wird der Austausch einer Windschutzscheibe beispielhaft um rund 30 Prozent teurer. Eine kürzlich veröffentlichte GDV-Studie zu den Auswirkungen von Fahrerassistenzsystemen und automatisierten Fahrfunktionen kam zu dem Ergebnis, dass die Reparaturkosten in der Kfz-Haftpflichtversicherung bis 2035 allein durch Fahrerassistenzsysteme um bis zu acht Prozent, in der Kaskoversicherung um bis zu zehn Prozent steigen werden.

Erst wenn die Zahl der Unfälle durch automatisiertes Fahren - womöglich - deutlich zurückgeht, wird sich diese Entwicklung umkehren.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date  25.10.2017  —  # 12307
text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
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