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Donnerstag, 23. November 2017,
Sechs statt acht Zylinder für weniger Normverbrauch

Audi: Neuer RS 4 macht auf Downsizing

Audi rundet die A4-Baureihe wieder mit einem RS nach oben ab. Der ist wie bisher mächtig auffällig und mächtig stark, aber trotz (noch) höheren Preises nicht mehr so begehrlich wie bisher.
Audi
Audi bringt wieder einen
RS 4 Avant an den Start
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Kunden, die "High-Performance mit enormer Alltagstauglichkeit verbinden" (Audi PR-Text) wollen, können bald - Bonität vorausgesetzt - den neuen Audi RS 4 Avant bestellen. Die Ingolstädter haben die neue Speerspitze der Mittelklasse auf der IAA vorgestellt.

Massive Lufteinlässe mit RS-typischer Wabenstruktur sowie der breite und flache Singleframe-Grill prägen die Front, die RS-typischen großen, ovalen Endrohre die Heckansicht. Teile der Frontschürze, die Fenstereinfassungen, der Heckdiffusor und die Außenspiegelgehäuse sind schwarz glänzend lackiert. Die optionalen Matrix-LED-Scheinwerfer tragen abgedunkelte Blenden. Die optional über Audi exclusive erhältliche Außenfarbe "Nogaroblau Perleffekt" erinnert an die erste Generation aus dem Jahr 1999.

Das RS-Sportfahrwerk legt den Audi RS 4 Avant sieben Millimeter tiefer als das A4-Basismodell mit Sportfahrwerk. Optional stehen das RS-Sportfahrwerk plus mit Dynamic Ride Control (DRC), die Keramikbremse und die RS-spezifische Dynamiklenkung zur Wahl. Im Vergleich zum normalen A4 Avant sind die Radhäuser um 30 Millimeter verbreitert und werden durch quattro-Blister zusätzlich betont. Die Rädergröße beträgt serienmäßig 19, optional 20 Zoll.

Auch im Interieur dominiert die Farbe schwarz. Die RS-Sportsitze mit optionaler Wabensteppung, das unten abgeflachte RS-Multifunktions-Sportlederlenkrad, die Schaltkulisse und die beleuchteten Einstiegsleisten tragen das RS-Emblem. Im digitalen Cockpit und im Head-up-Display geben RS-spezifische Anzeigen Rückmeldung über G-Kräfte, Reifendruck und Drehmoment.

Unter der Haube steckt ein Achtzylinder ... nein - schade, das war einmal. Unter der Haube steckt im neuen Modell ein 2,9-Liter-Sechszylinder, der mit 450 PS Leistung genau so stark ist wie sein V8-Vorgänger. Das Drehmoment steigt dank Bi-Turbo-Aufladung von 430 auf 600 Newtonmeter. Auch der Verbrauch profitiert, jedenfalls auf dem Papier: Statt 10,7 Litern stehen jetzt 8,8 im Datenblatt (NEFZ). alltagstauglichere Werte nach dem neuen WLTP-Zyklus hat Audi nicht bereitgestellt.

Anstelle des 7-Gang-Doppelkuuplungsgteriebes verteilt jetzt eine 8-Gang-Wandlerautomatik die Kräfte an die Achsen. Damit spurtet der gegenüber bisher 80 Kilo leichtere (1.790 kg) Audi RS 4 in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Spitze erreicht er bei 250 km/h; wer auch hier extra bezahlt (und den Nerv hat), darf bis 280 km/h beschleunigen.

Der Grundpreis beträgt in Deutschland 79.800 Euro, mit angemessener Ausstattung wird er sechsstellig. Auch wenn der Serienumfang nicht mehr ganz so knickerig ausfällt wie im Vorgänger, wo Audi sich selbst einen Tempomaten, einen Berganfahrassistenten oder einen Regensensor hat extra vergüten lassen, so zeugt die Preispolitik doch von einer gewissen Arroganz: Die letzte RS4-Preisliste für den brubbelnden Achtzylinder zeigte nicht eine größere Zahl, sondern eine kleinere.
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text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB