Kleines SUV kommt im Herbst 2017

Seat Arona: Grüße aus Ibiza

Der VW-Konzern ist im SUV-Fieber. Nach Kodiaq, Ateca und Q2 ist der Seat Arona die neueste Errungenschaft, aber nicht die letzte. Das Auto dürfte erfolgreich werden, auch wenn es auf Überraschungen und Allradantrieb gänzlich verzichtet.
Seat
Der neue Seat Arona
erscheint im Herbst 2017
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Kleine SUVs sind in Mode, also sprießen vielerorts neue Modelle aus den Entwicklungs- und Designabteilungen der Autobauer. Neuestes Beispiel hierfür ist, nach Opel Crossland-X, Hyundai Kona und Kia Stonic, nun der Seat Arona. Es handelt sich dabei um die SUV-Variante des neuen Ibiza, also ebenfalls basierend auf dem Konzernbaukasten MQB-A0.

Nach der Vorstellung in Barcelona am Montag hat der Autobauer eine Presseinfo verschickt, die vor Belanglosigkeiten und Allgemeinplätzen nur so strotzt. Es ist jedenfalls in gewisser Weise verständlich, denn der Arona verzichtet auf Überraschungen in jeder Hinsicht. Das kleine SUV führt das ansprechende und erfolgreiche Seat-Design einmal mehr fort - und anders als der größere Ateca, der sich die Türen mit dem Škoda Karoq teilen muss, trägt der Arona auch wieder die beiden höhenversetzten Sicken an den Flanken.

Der einzige Hingucker findet sich wie bei vielen neueren Autos an der C-Säule. Seat setzt hier auf ein graviertes "X" in einem schräggestellten Blade, was noch gewollter wirkt als die entsprechenden Designgags der Mitbewerber. Es ist der einzige Fremdkörper an einem sonst voraussehbaren, aber durchaus gelungenen Design. Das Dach ist in Grau, Schwarz, Orange oder in derselben Farbe wie die Karosserie erhältlich. Insgesamt gibt es 68 mögliche Farbkombinationen.

Mit einer Länge von 4,14 Metern ist der Arona rund acht Zentimeter länger als der Ibiza. Noch stärker unterscheiden sich die beiden Karosserievarianten in der Höhe. Hier überragt der neue Crossover den konventionellen Kleinwagen um fast zehn Zentimeter. 1,5 davon gehen für mehr Bodenfreiheit drauf, der Rest schafft Platz im Innenraum. So sind die Sitze um fünf bis sechs Zentimeter höher montiert, die Kopffreiheit wächst um rund 3,5 Zentimeter, und das schon große Kofferraumvolumen des Ibiza überbietet der Arona mit 400 Litern auch noch einmal. Die Windschutzscheibe steht etwas steiler, was das Raumgefühl für die Passagiere zusätzlich befördert.

Nicht nur im Unterbau, sondern auch in Sachen Konnektivität, Sicherheit, Interieur und Motorisierungen entspricht der Arona dem Ibiza, wobei natürlich die Ibiza-Basismotoren nicht angeboten werden. Los geht es beim Dreizylinder-TSI mit 95 und 115 PS, Topmotor ist der 1,5 TSI mit 150 PS, der nur mit manuellem Getriebe und in der Top-Ausstattungslinie FR zu bekommen ist, die sich überraschenderweise abweichend von den anderen Baureihen optisch kaum differenziert.

Als Diesel steht der 1,6-Liter-Motor zur Wahl, der bei identischer Leistung gegenüber dem kleinen TSI vier Zylinder aufweist. Der aktuellen, CO2-getriebenen CNG-Kampagne des Volkswagen-Konzerns folgend, wird Mitte 2018 auch eine Erdgas-Version nachgereicht. Die Kraft gelangt je nach Version über manuelle 5- oder 6-Gang-Getriebe oder optional das 7-Gang-DSG ausschließlich an die Vorderräder.

Bei den lange Jahre krisengeschüttelten Spaniern laufen die Geschäfte aktuell prächtig, und dass der Arona diese Tendenzen mindestens festigen wird, ist so absehbar wie sein Konzept und Design es war. Die Kunden dürfen sich freuen, die Auswahl ist so groß wie nie: Wem es in Ateca zu teuer und in Arona zu abgelegen ist, kann nach wie vor auch auf Ibiza feiern. Oder bis 2018 warten, wenn nach jetzigem Stand vier weitere neue SUVs aus dem VW-Konzern von der Leine gelassen werden.
Weiterempfehlen Leserbrief @Autokiste folgen 27.06.2017  —  # 12201
Redaktion: Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB