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Samstag, 23. September 2017,
Chiptuning-Tochter soll esla-Konkurrent werden

Polestar: Volvo gründet Zweitmarke für Elektroautos

Ein mutiges Projekt hat Volvo heute angekündigt: Aus der bisherigen Tuning-Abteilung Polestar wird künftig eine eigenständig auftretende Marke – für Elektroautos. Es ist eine Kampfansage auch an Tesla.
Polestar: Volvo gründet Zweitmarke für Elektroautos
Volvo
Ob das Polestar-Logo
Citroën gefallen wird, bleibt abzuwarten
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Volvo baut seine Performance-Abteilung Polestar zu einer neuen, separaten und elektrifizierten Hochleistungs-Marke aus. Das kündigte der schwedisch-chinesische Autobauer heute an und bezeichnete die Entscheidung als "jüngsten Schritt im laufenden Transformationsprozess".

Unter dem Label Polestar sollen Premium-Elektroautos vertrieben werden, die auch nicht mehr das Volvo-Logo tragen. Volvo hat dabei vor allem die Konkurrenz der deutschen Premium-Hersteller BMW und Mercedes mit ihren Submarken i und EQ im Blick, aber auch Audi, wo man auf eine Submarke verzichtet, und natürlich Tesla. "Polestar wird ein echter Wettbewerber im wachsenden globalen Markt für elektrifizierte Hochleistungsfahrzeuge sein", prophezeit Volvo-Chef Håkan Samuelsson. "Dank Polestar werden wir in der Lage sein, den anspruchsvollsten und fortschrittlichsten Fahrern der Welt in allen Marktsegmenten Elektroautos anzubieten."

Als Chef der Zweitmarke fungiert Thomas Ingenlath, der als Chefdesigner mit seinen jüngeren Entwürfen klar zum Volvo-Erfolg beigetragen hat. Er wird weiterhin auch das Volvo-Design verantworten. Ingenlaths Berufung zeige, "dass wir es ernst meinen, eine eigenständige Marke innerhalb der Volvo Car Group zu etablieren", so Samuelsson. Ingenlath wird bei Polestar von Jonathan Goodman unterstützt: Der bisherige Chef der Unternehmenskommunikation, zuvor lange in PSA-Diensten, übernimmt bei Polestar die Position als Chief Operating Officer.

Volvo arbeitet mit Polestar Performance seit 1996 zusammen und hat das Unternehmen im Juli 2015 zu 100 Prozent übernommen. Das bisherige Geschäft mit dem Chiptuning soll aber nicht ganz aufgegeben werden, auch wenn es imageschädigend und inkonsequent wirken mag. Die "Leistungsoptimierungen" der Volvo-Palette sollen unter der Bezeichnung "Polestar Engineered" verkauft werden.

Erste Details zu geplanten Modellen will der Autobauer im Herbst vorstellen. Schon in den vergangenen Jahren war Volvo mit mutigen Entscheidungen aufgefallen: Neben dem Aus für die Sechs- und Achtzylinder-Motoren und dem Diesel-Hybrid machten die Schweden mit einer Abkehr von vielen Messeauftritten und kürzlich mit dem Entwicklungsstopp für neue Diesel-Motoren von sich reden.
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text  Hanno S. Ritter
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