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Freitag, 18. August 2017,
Limousine mit »Designsprache der Sinnlichen Klarheit«

Mercedes: Ausblick auf nächste A-Klasse

Der Paradigmenwechsel in Design und Konzept bei der A-Klasse hat wesentlich zur Rückkehr des Erfolgs bei Mercedes beigetragen. Die nächste Generation soll diese Entwicklung natürlich fortschreiben. Dass sie in noch mehr Varianten kommen wird, ist bereits offiziell; wie sie ungefähr aussieht, zeigt der Autobauer jetzt.
Daimler
"Hot und cool zugleich":
Ausblick auf künftige Mercedes A-Klasse Limousine
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Hot und cool zugleich - so beschreibt Mercedes den Concept A Sedan. Mit dieser fahrbereiten Studie gibt die Marke auf der Auto Shanghai einen Ausblick auf die nächste Kompaktklasse-Generation. Die soll von aktuell fünf (A, B, GLA, CLA, CLA Shooting Brake) auf sieben Karosserieversionen erweitert werden, wobei eine solche Limousine ziemlich sicher die Nummer 6 und ein weiteres, kantiges SUV alias GLB Nummer 7 darstellen dürfte.

Optisch um Aufmerksamkeit buhlen war oberstes Gebot bei der aktuellen A-Klasse. Obwohl oder gerade weil das Auto mit seiner lauten, teilweise billig wirkenden Optik stark polarisiert, ist die Rechnung für Mercedes aufgegangen: Die Marke wurde verjüngt, neue Zielgruppen erschlossen, schon über zwei Millionen Exemplare verkauft. Mission erfüllt also, und so kann die nächste Generation - wie die Facelifts es schon andeuteten - wieder schöner werden: schöner im Sinne von zeitloser, eleganter, klassischer.

Mercedes verklausuliert das als "Aufbruch zu einer noch konsequenteren Umsetzung der »Designsprache der Sinnlichen Klarheit«". Sie soll sich durch eine puristische, flächenbetonte Gestaltung mit reduzierten Linien und Fugen auszeichnen. Sichtbar wird dies etwa durch eine bis zum Grill reichende Motorhaube und einen einteiligen unteren Lufteinlass in der Frontschürze. Ganz auf Hinguckelemente wurde aber natürlich nicht verzichtet: Sowohl die Flanke weist eine Sicke auf als auch die Motorhaube Powerdomes.

"Form und Körper bleiben, wenn man Sicken und Linien extrem reduziert. Wir haben den Mut, diesen Purismus umzusetzen", sagt Gorden Wagener, Chief Design Officer der Daimler AG. "In Verbindung mit perfekten Proportionen und sinnlicher Flächengestaltung hat die kommende Generation der Kompaktklasse das Potential, eine neue Designära einzuleiten."

Der Concept A Sedan besitzt die Proportionen einer dynamischen und coupéhaften Limousine. Dazu tragen das klassische Drei-Box-Design mit kurzen Überhängen speziell am Heck und das nach hinten gesetzte, flache Greenhouse bei. Weitere Limousinen-Merkmale sind die relativ aufrecht stehende C-Säule, die großen Seitenfenster sowie die hohe Bordkante. In den Maßen hat Mercedes keine Zurückhaltung geübt, der Concept A Sedan ist deutlich länger (4,57 Meter), breiter (1,87 Meter) und auch höher (1,46 Meter) als etwa ein Audi A3 als Limousine.

Auch wenn die Studie von Mercedes selbst als Showcar bezeichnet wird, so darf sie doch als schon seriennah betrachtet werden - sogar richtige Scheibenwischer sind verbaut. Wer sich die studien-typische Übertreibung an manchen Details wegdenkt, hat das künftige Design schon recht klar vor Augen. Ob dies auch für die versenkten Türgriffe gilt, ist unklar: einerseits stellen solche ein beliebtes Spielfeld für Designstudien dar, andererseits sind sie inzwischen nicht nur bei Tesla, sondern auch bei Land Rover in Serie, so dass man eine Umsetzung nicht kategorisch ausschließen sollte - Mercedes war in solchen Dingen immer mutig.

Das erste Serienmodell der neuen Kompakten mit Stern dürfte erstmals auf der IAA im September zu sehen sein, mutmaßlich in Form der B-Klasse dritter Generation. Der A könnte dann im Frühjahr 2018 folgen.
Redaktion: Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB