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Donnerstag, 14. Dezember 2017,
Autobauer bestreitet neuerdings Gesetzesverstoß

VW-Abgasskandal: Rückruf für 1,6 TDI startet

Im Abgas-Skandal bei VW geht es endlich mit der Rückrufaktion weiter. Jetzt liegt die KBA-Freigabe für die Maßnahmen am millionenfach betroffenen 1,6-Liter-Motor vor. Unterdessen schwindet bei VW die Einsicht, illegal gehandelt zu haben.
VW-Abgasskandal: Rückruf für 1,6 TDI startet
Volkswagen
Im Zuge der Umsrüstung montiert VW bei den
1,6 TDI einen sog. Strömungsgleichrichter im Ansaugtrakt
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Nach den Varianten mit 2,0 und 1,2 Litern Hubraum kann Volkswagen jetzt auch die Umrüstung der Fahrzeuge mit der 1,6-Liter-Variante des EA189-Motors in Angriff nehmen. Es handelt sich um nicht weniger als 2,6 Millionen Autos, etwa um den VW Golf VI 1,6 TDI.

Die Umrüstung bei dieser Hubraumvariante erfordert anders als bei den kleineren und größeren Motoren nicht nur ein Software-Update, sondern darüberhinaus die Montage eines sogenannten Strömungsgleichrichters vor dem Luftmassenmesser. Die Umsetzung soll weniger als eine Stunde Arbeitszeit in Anspruch nehmen. Die betroffenen Kunden werden schriftlich benachrichtigt, sie bekommen einen Ersatzwagen oder ein vergleichbares Mobilitätsangebot.

Damit umfasst der Rückruf nun alle drei Hubraumstufen des Motors mit der Skandal-Abgassoftware, nicht jedoch alle Varianten der jeweiligen Aggregate. So liegt beispielhaft für die 177-PS-Version des 2,0 TDI im Passat nach wie vor keine Freigabe vor. Auch kann die Freigabe vom Getriebetyp abhängen.

"Das KBA hat uneingeschränkt bestätigt, dass mit der Umsetzung der technischen Lösungen für diese Modelle keine nachteiligen Veränderungen der Verbrauchswerte, Leistungsdaten und Geräuschemissionen verbunden sind", heißt es bei Volkswagen. Eine ausdrückliche Garantie will VW dafür aber weiterhin nicht übernehmen.
Umrüstung nicht mehr zwingend bei Werkstattaufenthalt
Bisher wurden Fahrzeuge in den VW-Werkstätten bei einem Kundendienst-Termin obligatorisch mit der neuen Software versorgt. Inzwischen aber können Kunden sich dies ausdrücklich verbitten, eine Unterschrift in der Werkstatt genügt. Dies ist interessant für all jene, die technische und/oder juristische Nachteile durch die Umrüstung befürchten. Sie umgehen dadurch den Konflikt des aus juristischer Sicht eher abzulehnenden Updates mit der Notwendigkeit von Kundendiensten etwa vor dem Hintergrund einer bestehenden Anschlussgarantie.
VW bestreitet Gesetzesverstoß
Obwohl der Autobauer bisher den als #Dieselgate bekannt gewordenen Skandal eingestanden und sich öffentlich entschuldigt hatte, heißt es neuerdings aus Wolfsburg, man habe nicht gegen Gesetze verstoßen. Auf Anfrage des Rechercheverbundes von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR erklärte das Unternehmen, die Software stelle "keine unzulässige Abschalteinrichtung nach europäischem Recht dar". Offenbar will sich VW mit dieser auch von anderen Herstellern genutzten Argumentation der - angeblich - zulässigen Reduzierung der Abgasreinigung, wenn dies zum Schutz des Motors notwendig ist, vor Schadenersatzforderungen europäischer Kunden schützen.
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text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB