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Freitag, 20. Oktober 2017,
Elektroauto schafft jetzt bis zu 400 Kilometer nach Norm

Renault Zoe mit mehr Reichweite (aktualisiert)

Die Reichweiten von Elektroautos steigen wie erwartet deutlich an. Nach der überraschend guten Vorlage von Opel mit dem Ampera-e meldet nun auch Renault für den kleinen Zoe eine Optimierung: Das neue Topmodell schafft künftig sogar real mehr als bisher nach der Norm. Die Akku-Miete wird für die meisten Kunden etwas günstiger, sie ist zudem nicht mehr obligatorisch.
Renault Zoe mit mehr Reichweite (aktualisiert)
Renault
Mit einem optionalen 41-kWh-Akku
schafft der Renault Zoe künftig 400 Kilometer Reichweite
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Renault ergänzt das Modellangebot des vollelektrischen Zoe um eine R400 genannte Variante. Der Name nimmt Bezug auf die neue Reichweite von 400 Kilometern. Es handelt sich dabei um den Norm-Wert, realistisch dürften rund 300 Kilometer sein - etwa das Doppelte des noch aktuellen Werts. Entsprechend erwartet Renault einen deutlich ansteigenden Kundenzuspruch.

Der neue Akku verfügt über eine Kapazität von 41 kWh, das sind 19 mehr als bisher. Dabei ist er genauso groß wie bisher, was aufwändige Umkonstruktionen erspart. Das Gewicht steigt nur leicht um 22 auf 312 Kilogramm. Insgesamt besteht der Stromspeicher aus 192 Zellen in zwölf Modulen mit jeweils 33,3 Volt Spannung.

Wie teuer der Zoe R400 ist, hat Renault noch nicht offiziell mitgeteilt. Zu hören ist ein Aufpreis von 2.500 Euro bei konstanter Akku-Miete *). Diese liegt aktuell je nach Laufzeit und Fahrleistung zwischen 69 und 142 Euro monatlich. Die bisherige Kombination mit 22 kWh und 240 Kilometer Norm-Reichweite bleibt weiterhin im Angebot; sie wird ab 22.100 Euro verkauft.

Angekündigt ist zudem eine neue Topversion "BOSE Edition", die sich neben dem namensgebenden Soundsystem durch Ledersitze sowie Leder an Lenkrad, Türinnenverkleidungen und Handbremshebel auszeichnet. Ebenfalls Serie sind hier Sitzheizung vorne und elektrisch anklappbare Außenspiegel. Weiteres Merkmal der "BOSE Edition" ist die neue Karosserielackierung in "Yttrium-Grau". Alternativ dazu stehen lediglich zwei Weiß-Töne und Schwarz zur Wahl.

"Für die Ausstattungsversionen Zen und Intens ergänzt Renault zudem das Angebot um neue Farben und Komfortdetails", heißt es, Details dazu liegen aber nicht vor.
2.800 Euro Aufpreis / Akkumiete sinkt / Erstmals Kaufangebot
*) Nachtrag, 14:15 Uhr: Inzwischen liegen die genauen Tarife vor. Danach kostet das R400-Modell 2.800 Euro mehr, also ab 24.900 Euro. Das höhere Ausstattungsniveau "Intens" fakturiert Renault mit 26.700 Euro, die "BOSE Edition" verlangt weitere 2.700 Euro Aufpreis. Das R240-Modell bleibt preislich unverändert.

Im Gegenzug hat Renault das Mietangebot für den Akku einerseits freiwillig gemacht und andererseits vereinfacht. Wer mag, kann den Akku ab sofort auch kaufen, er kostet 8.000 Euro - unabhängig von der Kapazität, die bereits im Fahrzeuggrundpreis enthalten ist. Der langatmige Zoe kostet demnach ab 32.900 Euro - viel Geld für einen Kleinwagen, oder, anders formuliert: Der Zoe ist mehr doppelt so teuer wie ein modernerer, größerer Renault Clio Diesel. Der Autobauer gewährt auf den Akku acht Jahre Garantie bis maximal 160.000 Kilometer, wobei als Grenze für den Garantiefall 66 Prozent der ursprünglichen Akkuleistung gelten.

Das Mietangebot für die Batterie hat Renault dergestalt überarbeitet, dass es sowohl günstiger wie einfacher zu durchschauen wird, gleichzeitig aber auch Verwirrung stiftet. Zunächst entfallen sämtliche Staffelungen je nach Laufzeit. Der Wenigfahrer-Tarif "Z.E. Access" heißt künftig so wie der bisherige Profi-Tarif, nämlich "Z.E. Flex". Er deckt bis zu 7.500 Kilometer Jahresfahrleistung ab und kostet 59 bzw. 69 (großer Akku) Euro im Monat (bisher 49 bis 69 für 5.000 Kilometer). Je weitere 2.500 Kilometer pro Jahr erhöht sich die Miete für beide Stromspeicher um 10 Euro pro Monat. Bei 10.000 km Fahrleistung fallen also beispielhaft 69 bzw. 79 Euro im Monat an, wohingegen bisher 91 bis 111 Euro fällig wurden.

Ab 20.000 Kilometern im Jahr lohnt der Tarif "Z.E. Unlimited" als Nachfolger des bisherigen Flex-Modells. Er kostet 119 Euro im Monat, beinhaltet immer den stärkeren Akku und ist Privatkunden vorbehalten. Wieviel tatsächlich gefahren wird, spielt keine Rolle. Erst nach frühestens rund fünfeinhalb Jahren amortisiert sich demnach der Akku-Kauf.
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text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB