Kleinstwagen mit Neuerungen bei Antrieb, Design, Infotainment und Optionen

VW Up: Update für den Up!

Update für den Up: Volkswagen schickt seinen Kleinsten mit einem aufgefrischten Anlitz, einem neuen Topmotor und zusätzlichen Serien- und Optionsausstattungen in die zweite Lebenshälfte. Die Änderungen gefallen und sollen nicht extra kosten – lassen aber noch etwas auf sich warten.
Volkswagen
Mit neuen Designdetails, Ausstattungen und neuem
Topmotor fährt der VW Up in die zweite Lebenshälfte
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Endlich gibt es mal wieder positive und vor allem produktbezogene Nachrichten aus Wolfsburg. Viel war im Zuge des Abgasskandals in letzter Zeit vom technikgetriebenen Konzern bzw. seinen (zu?) technikverliebten Managern die Rede - gerne auch von Leuten, die es mit der Genauigkeit nicht so genau nehmen. Denn natürlich gibt es bei VW an vielen Stellen gute Technik, natürlich war VW oft der Konkurrenz voraus, selbst der selbsternannten Premium-Mitbewerber - aber genauso natürlich gab und gibt es Dinge, die mit Ingeineuergetriebenheit und Perfektionsgeist in etwa so viel zu tun haben wie Pegida mit Deutschlandliebe: nichts.

Ein Beispiel ist der VW Up - ein sympathisches und keinesfalls schlechtes Wägelchen, so lange es man nicht mit dem Hyundai i10 vergleicht. Der Koreaner ist in vielerlei Belangen schlicht das bessere Auto - und das detailverliebtere sowieso. Konkreteres mögen geneigte Leser hier nachvollziehen.

Langer Rede kurzer Sinn: VW überarbeitet den Up, VW wertet den Up auf. Premiere feiert das Facelift auf dem Genfer Autosalon im März, die Markteinführung ist allerdings erst für Spätsommer vorgesehen. Dann wird sich der kleinste Volkswagen an neu gestalteten Scheinwerfern zu erkennen geben, die endlich ein LED-Tagfahrlicht aufweisen. Voll-LED- oder Xenon-Licht ist dagegen weiter nicht vorgesehen. Die Frontschürze zeigt sich ebenfalls überarbeitet, der Up-typische, rahmenartige Lufteinlass über die gesamte Breite wird verändert; er erscheint plastischer, markanter und in schwarz abgesetzt. Statt eines einzelnen Schlitzes bekommt der Up zudem einen etwas vergrößerten Kühlergrill mit Chromleiste.

An der Seite fallen vor allem die endlich im Außenspiegel integrierten Blinkleuchten ins Auge, anders als Golf & Co. muss der Up auch kein Schildchen am vorderen Radhaus spazierenfahren. Am Heck kommt ebenfalls eine Chromleiste zum Einsatz, die Rückleuchten präsentieren sich künftig einerseits abgedunkelt und andererseits mit neuem, eckiger und präziser ausgeführtem Innenleben (keine LEDs). Trug die Heckschürze bisher ein angedeutetes Pendant zum vorderen Rahmen-Lufteinlass, so verzichtet sie auf dieses Stilmerkmal nun völlig. Optisch bestimmend ist insoweit fortan ein breiterer, "schmollender" Kennzeichen-Einsatz, der endlich vernünftig (doppelt und LED-Technik) beleuchtet wird.

Die Überarbeitung wird abgerundet durch neue Felgendesigns, sieben neue Außenfarben und einem stärkeren Fokus auf Individualisierung: Hierfür stehen neben drei wählbaren Dachfarben (schwarz, weiß, grau, jeweils inkl. Außenspiegelgehäuse) neun verschiedene Exterieur-Folien, drei "design packs", zwei "colour packs" sowie im Interieur zwei Grundfarben ("titanschwarz" und "ceramique") - und zehn neue Dashpad-Designs. Das zuletzt gar nicht mehr angebotene Topmodell "high up" bekommt eine weiße Ambientebleuchtung, der "cross up" eine orangefarbene, und der elektrische "e-up" eine blaue.

Neu auf der Optionsliste stehen ein "Licht&Sicht"-Paket (Coming-home- und Leaving-home-Licht, Licht- und Regensensor), Multifunktionslederlenkrad und endlich auch die bisher dem Elektromodell vorbehaltene Klimaautomatik (Einzonen-System, Halbgradschritte, Display), die gleich als "Pure Air"-Variante mit Luftgütesensor mit einem Aktiv-Biogen-Filter eingeführt wird. Die Funktionalität der Nebelscheinwerfer wird künftig um das Abbiegelicht erweitert.

Neu in der Serienausstattung ist im Grundmodell "take up" die Zentralverriegelung mit Fernbedienung, im mittleren Niveau "move up" kommen u.a. das neu entwickelte Radiosystem "composition", ein USB-Anschluss, eine größere Multifunktionsanzeige und ein individualisiertes Dashpad im Dessin "black cube" hinzu, und im Topmodell spendiert VW eine zweistufige Sitzheizung, MFL, Nebelscheinwerfer und das erwähnte Ambientelicht.

Im Innenraum gibt es neben Dashpad-Design und Multifunktionslenkrad weitere Neuheiten: Zum Einsatz kommen größere Instrumente à la Beetle, die dem Up gut stehen (wohl nicht im Basismodell). Außerdem hat VW das Infotainment auf den neusten Stand gebracht. Das Basissystem "composition" mit 3,1-Zoll-Monchromdisplay und das Topsystem "composition phone" mit einem 5,0-Zoll-Farbdisplay stehen zur Wahl. Beide sind mit Doppeltuner, AUX-IN- und SD-Karten-Schnittstelle ausgestattet. Das Basissystem besitzt zudem einen CD-Player, das Topsystem eine Bluetooth-Schnittstelle mit Freisprechfunktion und (optional) Rückfahrkamera. USB-Schnittstelle und DAB+-Empfang können jeweils hinzubestellt werden.

Über der Mittelkonsole, wo bisher ein spezielles Garmin-Navigationsgerät mit Anbindung an die Fahrzeugelektronik angedockt werden konnte, befindet sich künftig auf Wunsch (Serie im e-up) ein Smartphone-Halter. Es verbindet sich mittels Bluetooth mit dem "composition phone". Über die App "maps + more" laufen nun Navigation (Offline-Navigation ohne Roamingkosten, 2D- oder 3D-Kartenansicht), "MFA" (Multifunktionsanzeige mit Fahrzeugdaten), "phone" (mit Freisprechanlage), "think blue. trainer." (Energiespartipps), echarging manager (im e-up), "car function" (verschiedene Fahrzeugfunktionen), "media control" (Zugriff auf Musikdateien, Anzeige von Titel, Interpret und Cover, Suchfunktion über Handschrifterkennung) und "radio control".

Motorseitig gibt es zusätzlich zu den beiden saugenden Motörchen mit 60 und 75 PS erstmals ein modernes, wenn auch dreizylindriges TSI-Aggregat: 1,0 Liter Hubraum, 90 PS Leistung, 160 Newtonmeter Drehmoment, 185 km/h Topseped, 9,9 Sekunden Standardbeschleunigung und 4,4 Liter Normverbrauch lauten die Eckdaten. Ein sichtbares Endrohr und der TSI-Schriftzug zeigen den Topmotor nach außen. Das Erdgas-Modell bleibt im Angebot. Vierzylinder und natürlich ein Diesel sind weiter tabu.

Dem ersten Eindruck nach zu urteilen, hat das Update dem Up gut getan. Da VW die Preise trotz erweiterter Ausstattung konstant halten will, dürfte einer Fortsetzung und vielleicht gar Intensivierung der Erfolgsgeschichte nichts im Wege stehen.
Zunächst hatten wir berichtet, VW hätte mit dem Facelift unerwähnt "ein kleines, aber unzählige Male kritisiertes Detail", nämlich den fahrerseitigen Schalter für das Beifahrerfenster, nachgereicht. Tatsächlich wurde dies bereits zum Modelljahr 2015 eingeführt. — Red.
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Redaktion: Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB