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Dienstag, 21. November 2017,
Zweite Generation wird größer / Coupé-Modell erwartet / Premiere auf der IAA

Erlkönig: Neuer VW Tiguan auf Testfahrt

Gut acht Wochen vor der IAA kommen die Prototypen des Tiguan II aus der Deckung und geben – wie hier in der Nähe des Nürburgrings – einen ersten Ausblick darauf, was von der zweiten Generation des beliebten SUV zu erwarten ist.
Automedia
Der neue VW Tiguan II
als Erlkönig in der Nähe des Nürburgrings
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Rein isoliert betrachtet könnten sich die Wolfsburger Verantwortlichen ganz entspannt zurücklehnen oder dringenderen Baustellen zuwenden, als unbedingt den komplett neu entwickelten Nachfolger des Tiguan noch für die Vorstellung auf der Frankfurter Messe im Frühherbst schick zu machen. Die bereits 2007 eingeführte und 2011 überarbeitete erste Generation des Kompakt-SUV verkauft sich schließlich immer noch blendend und hat zum neuen Modelljahr im Mai diesen Jahres sogar noch neue EU6-Motoren und aktuelle Infotainment-Komponenten verpasst bekommen. Im Juni 2015 belegt der Tiguan als einziges Fahrzeug seiner Klasse einen Platz unter den Top10 der meistverkauften Pkw in Deutschland.

Längst aber sind Wettbewerber wie Nissan Qashqai, Mazda CX-5, Hyundai ix35/Tucson oder Renault Kadjar mit neuen oder renovierten Modellen am Markt, um ebenso vom ungebrochenen Boom im SUV-Segment zu profitieren. Im direkten Vergleich wird dann auch schnell klar, dass der Tiguan in Sachen Design und Assistenzsysteme nicht mehr ganz "state-of-the-art" ist - ein zu langes Ausruhen auf den Lorbeeren ist also keinesfalls ratsam.

Damit der Tiguan weiterhin seine Rolle als Platzhirsch verteidigt, geht Volkswagen auf Nummer sicher und fächert das Modell zukünftig in gleich drei Karosserievarianten auf - dem flexiblem modularen Querbaukasten (MQB) sei Dank. Neben der bekannten kurzen Bauform, die nun bei öffentlichen Testfahrten abgelichtet werden konnte, ist mit einer verlängerten siebensitzigen Konfiguration sowie einer Coupé-haft geschnittenen Lifestyle-Version zu rechnen. Während wir letztere auch im Hinblick auf BMW X4 und das zu erwartende künftige Mercedes GLC Coupé sicher erwarten, könnte der Tiguan XL zunächst für den chinesischen Markt reserviert bleiben.

Noch verbirgt die Tarnung viele Details, der Trend zu mehr Ecken und Kanten - ähnlich dem neuen Touran - kann aber schon erahnt werden. Auch ein vergleichbares Lichtkonzept mit optional adaptiven Voll-LED-Scheinwerfern dürfte gesetzt sein. Weiterhin ist bereits klar: der zweite Tiguan wird leichter und länger, auch der Radstand wächst. Dies wird sowohl für die Fondpassagiere als auch im Gepäckabteil spürbar werden. Ob VW dem Tiger, wie ihn viele nennen, die ihm eigene Design-Mischung aus Coolness, Zurückhaltung und Individualität erhält, bleibt mit dickem Fragezeichen abzuwarten.

In technischer Hinsicht wird dem neuen Tiguan das ganze Paket moderner Assistenzsysteme aus dem aktuellen Konzern-Baukasten zuteil werden, darunter die radarbasierte Geschwindigkeitsregelung mit Notbremsfunktion und der aktive Totwinkel-Assistent. Als ausgewiesenes Zugfahrzeug darf auch der bereits aus dem Passat bekannte Anhänger-Einparkassistent nicht fehlen. Interessant dürfte noch die Frage sein, ob das neue Active Info Display - ein ebenfalls mit dem neuen Passat eingeführter, komplett digitaler Instrumenteneinsatz - auch im Tiguan verfügbar sein wird; im Touran ist er es nicht. Unzweifelhaft ist dagegen, dass der modulare Infotainment-Baukasten der zweiten Generation (MIB2) für Unterhaltung, Navigation und umfangreiche Konnektivität durch MirrorLink, Android Auto und Apple CarPlay sorgen wird.

Auf Antriebsseite deutet zunächst nichts auf große Überraschungen hin, auch wenn bereits von kleinvolumigen, aber leistungsstarken Dreizylinder-Benzinern bis hin zum BiTDI mit 240 PS reichlich spekuliert wird. Sicher dürfte der Einsatz der typischen 1,4- und 1,8-TSI- sowie der 1,6- und 2,0-TDI-Aggregate in den von Touran und Passat bekannten Leistungsstufen sein. Auch an der wahlweisen Ausrüstung mit 4MOTION (Haldex-Kupplung der 5. Generation) sowie Schaltgetriebe und DSG wird weiterhin nicht gerüttelt. Im Hinblick auf die Senkung der Hersteller-Flottenverbräuche ist darüber hinaus eine Adaptierung des GTE-Konzepts als Plug-In-Hybrid durchaus vorstellbar.

Auch wenn der Tiguan II im September 2015 der Öffentlichkeit präsentiert wird: Mindestens bis zum Frühjahr 2016 wird der Vorgänger noch in Wolfsburg vom Band laufen und Hersteller wie Handel - und angesichts steigender Rabatte auch den Kunden - bis zuletzt viel Freude machen.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 14.07.2015  —  # 11522
text Wolfgang Schultz
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB