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Dienstag, 24. Oktober 2017,
Neue Front ohne Citroën-Insignien / Neue Motorenpalette

DS startet mit DS5-Facelift als eigene Marke

DS überarbeitet sein Flaggschiff mit der Nummer 5. Ja, DS, denn die einstige Submarke von Citroën will sich nun endgültig von den Brot- und Butter-Modellen emanzipieren und streicht jeglichen Hinweis auf ihre Herkunft. Ob das Konzept trägt, darf mit Fragezeichen versehen werden.
Citroën
Ohne Schriftzug, ohne Doppelwinkel: Die DS-Modelle von Citroën
treten künftig eigenständig auf, wie hier das DS5-Facelift erstmals zeigt
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Einst war "die Götin", der Citroën DS, das innovativste Auto seiner Zeit, Jahrzehnte später folgte die Reanimation des geschichtsträchtigen Kürzels mit Edel-Versionen der Citroën-Modelle C3, C4 und C5, und nun will der französische Autobauer DS gar als eine eigene Marke verstanden wissen.

Der DS5 macht den Anfang: Das größte Modell fährt mit neu arrangierter Front auf den Messestand in Genf und anschließend zu den Kunden. Der neue, im angesagten Stupsnasen-stil gezeichnete Grill kommt denn auch ganz ohne den bisher sehr prägnant vorhandenen Doppelwinkel, das Citroën-Markenlogo, aus. Die Scheinwerfer tragen eine neue Lichtsignatur, kombinieren aber noch die LED- mit der aktuel schnell sterbenden Xenon-Technik. Ähnlich wie bei Audi und im DS3 leuchtet der Blinker dynamisch animiert.

Insgesamt hat der Autobauer den Wagen auf mehr Zurückhaltung und Eleganz getrimmt, jedenfalls im Ansatz. Die markanten Chrom-Streben zwischen Scheinwerfern und dem großen Dreiecksfenster vor der A-Säule, die der Hersteller als Säbel bezeichnet, bleiben als stilbildendes Merkmal erhalten. Auch der Rest des Wagens bleibt weitestgehend unverändert.

Im Interieur kommt nun funktionenübergreifend ein Touchscreen zum Einsatz, wie man ihn aus anderen Konzernmodellen kennt und wie er in Sachen Bedienung nur bedingt zu überzeugen weiß. Im Gegenzug konnte ein Dutzend Schalter abgeschafft und so mehr optische Ruhe erzeugt werden. In Sachen Ausstattung ergänzen das Mirrorlink-Systen und ein Toter-Winkel-Assistent die Möglichkeiten.

Alle Motorisierungen erfüllen nun die ab herbst obligatorische EU6-Abgasnorm. So kommen nun die aktuellen Triebwerke der BlueHDi-Generation (120, 150 und 180 PS Leistung bei 300/370/400 Netwonmetern Drehmoment) zum Einsatz, allesamt mit Start-Stopp-System und SCR-Abgasreinigung. Das Topmodell ist serienmäßig mit einem Automatikgetriebe gekoppelt. Die Verbrauchswerte liegen mit 3,8, 4,4 und 4,3 Litern auf einem sehr guten Niveau. Der Hybrid-Diesel bleibt unverändert im Angebot.

Wer einen Benziner bevorzugt, bekommt zunächst nur den 165 PS und 240 Nm starken Motor. Ende 2015 folgt die 210-PS-Maschine. Während die schwächere Variante nur mit Automatik zu haben ist, kann der stärkste Motor des Modells nur als Handschalter geordert werden.

Angekündigt sind im Übrigen u.a. ein gesteigerter Fahrkomfort durch optimierte Stoßdämpfung, ein zuästzliche Außenlackierung (siehe Fotostrecke) und ein elektronisches Wartungsheft. Die Auslieferungen des neuen DS5 beginnen im Juni, die Preise dürften sich nicht wesentlich ändern.

Fazit: Der DS5 bleibt ein höchst individuelles Auto, das sich in Sachen Design deutlich vom Standard abhebt. Man kann das fein finden oder auch nicht. Ein Premium-Wagen ist nicht entstanden - und das behauptet Citroën entgegen anderer Berichte auch nur andeutungsweise. DS nun zur eigenen Marke aufbauen zu wollen, scheint angesichts der andernorts erfolgreich betriebenen Mehrmarken-Strategie einerseits verständlich, aber angesichts des kleinen Volumens und der in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannten DS-Modelle auch risikobehaftet. Wir haben so unsere Zweifel, ob der Plan aufgeht, nicht nur, weil er viel Geld kosten, sondern auch viel Herzblut erfordern wird: Bisher hat die Marke weder eine deutsche Website noch jemanden, der ihre lieblosen Pressetexte einigermaßen dem Anspruch einer französischen Top-Marke anpasst.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 17.02.2015  —  # 11345
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB