Das unabhängige Portal rund um Automobil & Verkehr
Dienstag, 17. Oktober 2017,
ACE und GTÜ testen Konzentrate und Fertigmischungen

Test Winter-Waschwassermittel: Deutliche Qualitätsunterschiede

Emmerling/ACE
Zehn frostsichere
Scheibenreiniger im Test
Bevor der erste Frost kommt, wird es höchste Zeit, Frostschutzmittel in die Scheibenwaschanlage zu füllen. Ob selbst zu mischende Produkte besser sind als Fertigmischungen und welche Anbieter das beste Mittel anbieten, klärt ein Test von ACE und GTÜ.
ANZEIGE
Welches wintertaugliche Mittel gegen Schmutz auf der Windschutzscheibe schafft am schnellsten freie Sicht? Starke Reinigungswirkung versprechen schließlich alle einschlägigen Produktgattungen. Fertigmischungen für die Scheibenwaschanlage liegen derzeit im Trend. Kein Wunder, denn diese Produkte, die ohne zusätzlichen Aufwand bis minus 20 Grad Celsius Frostschutz versprechen, kosten meist nicht mehr als Konzentrate. Derartige Extrakte wiederum müssen mit Leitungswasser gemischt werden.

Der ACE Auto Club Europa hat zusammen mit der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) zehn Winterscheibenreiniger verglichen. Fünf Konzentrate traten gegen fünf Fertigmischungen an. Eindeutiger Testsieger wurde das Konzentrat "AntiFrost & KlarSicht" von Sonax, gefolgt vom Aral-Konzentrat "Klare Sicht Winter" und der Shell-Fertigmischung "Winter Klarsicht". Die drei wurden von den Testern mit der Bestnote "sehr empfehlenswert" bewertet.

Es folgten mit der Beurteilung "empfehlenswert" zwei ebenfalls namhafte Marken, nämlich OMV und Nigrin mit ihren Konzentraten "Caristal Winter" und "Scheibenfrostschutz Turbo" sowie dazwischen platziert als Nummer 5 der gebrauchsfertige "Scheibenreiniger Zusatz mit Frostschutz" von cartechnic, einer Eigenmarke von Großhändlern im freien Kfz-Ersatzteilemarkt.

Am schnellsten sorgte das Sonax-Konzentrat für freie Sicht. Dem Mittel reichten am automatisierten Prüfstand zwei Wischzyklen mit jeweils fünf Wischschüben, um mit insgesamt nur 100 Milliliter Reinigungsflüssigkeit die Windschutzscheibe so zu säubern, dass auch im realen Verkehrsgeschehen wieder Durchblick garantiert wäre. Die schlechtesten Konkurrenten hatten ihre Aufgabe auch nach zehn Zyklen noch nicht geschafft. Der von Reinigungsmittel zu Reinigungsmittel mehr oder weniger hohe Verbrauch hat letzten Endes Folgen für die unterschiedliche Preiswertigkeit der Produkte. Mit 19 Cent pro Reinigungsvorgang liegt der Testsieger trotz eines höheren Literpreises auch bei den Kosten vor allen Konkurrenten.

Selbstverständlich sollen Scheibenreiniger in Anwendungskonzentration keine Schäden auf Lack oder Kunststoff hinterlassen sowie bei Vermischung mit hartem, kalkhaltigem Wasser keine Trübungen oder gar Ausfällungen zeigen. Trotz leichter Mängel bei Sonax und Stockmeier hinsichtlich der Hartwasserstabilität sehen die Tester deswegen keine Gefahren für die Wisch-Wasch-Anlage. Prinzipieller Vorteil aller Fertigmischungen: Sie werden mit enthärtetem Wasser produziert und sind diesbezüglich mit Sicherheit unproblematisch.

Im Test ging es neben der Reinigungsleistung auch um die Bedienungsanleitung sowie Handhabung und Geruch. So ist nicht jedem Nutzer klar, dass Konzentrate keinesfalls pur in den Waschbehälter eingefüllt werden sollten. Andernfalls bilden sich beim Wischen zwangsläufig Schlieren auf der Scheibe, und Salzreste lassen sich nicht wirksam entfernen. Gut, wenn darauf eigens hingewiesen wird und nicht noch entsprechende Mischtabellen mit Angaben zum Anwendungsbereich bis minus 60 Grad den Eindruck erwecken, man könne Konzentrate sinnvollerweise auch unverdünnt anwenden.

In punkto Handhabung sind kleinere Gebinde, Ausgießhilfen und kindersichere Verschlüsse nützlich. Natürlich unterliegt der Geruch der Mittel hauptsächlich subjektiven Beurteilungs-Kriterien. Wenn es aber den Test-Schnüfflern mit spontanem Unwohlsein als Begleiterscheinung regelrecht stinkt, sind Punktabzüge in dieser Disziplin wohl gerechtfertigt.

Die Scheibenreiniger wurden am klimatisierten Prüfstand unter winterlichen Bedingungen geprüft. Aufgabe der Testkandidaten war es, eine Mischung aus Ruß, Silikonöl und kationischen Tensiden zu entfernen. Dieser so genannte "Hydrophobschmutz" ist - anders als das relativ leicht mit Wasser abwaschbare Tausalz - für Winterscheibenreiniger eine echte Herausforderung. Nicht immer löst sich der Schmutz sofort, dementsprechend schmieren die Scheibenwischer zunächst nur.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 13.11.2014  —  # 11237
text Hanno S. Ritter
Verwandte Themen bei Autokiste
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB