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Sonntag, 22. Oktober 2017,
MQB-Motoren und -Radios, BMT-Paket und mehr / Golf-Standard verfehlt

VW: Technik-Update für den Beetle (aktualisiert)

VW: Technik-Update für den Beetle (aktualisiert)
Volkswagen
Neue Motoren, mehr Effizienz,
neue Details: VW Beetle
VW spendiert dem Beetle eine Auffrischungskur – kein klassisches Facelift, sondern ein Update der Antriebspalette sowie von Multimedia- und Sonder-Ausstattungen.
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Der New Beetle (Beetle I) fristete bei Volkswagen jahrelang ein Mauerblümchendasein, weil er auf viele aktuelle Techniken aus anderen Baureihen verzichten musste. Beim aktuellen Beetle, dem ohne "new" im Namen, gehen die Wolfsburger nun einen besseren Weg und bringen jedenfalls einige Golf-Features auch in dessen individuellen Ableger.

Bemerkbar macht sich dies etwa an den Motoren, wo nun die aktuellen Aggregate aus dem Modularen Querbaukasten zum Einsatz kommen, obwohl der Beetle gar nicht auf dem MQB basiert. Die Basis bildet weiter der 1,2 TSI mit 105 PS, der als 16- statt 8-Ventiler nun auf 5,5 statt 5,9 Liter Normverbrauch kommt (DSG: 5,3 statt 5,9), gefolgt vom 1,4 TSI mit 150 PS und 5,8/5,5 Liter Verbrauch als Ersatz für das 160-PS-Modell (6,6/6,2). Der Top-Benziner leistet 220 statt 211 PS bei 13 Prozent Verbrauchssenkung (6,5/6,7).

Bei den Dieseln beginnt die Range nun mit 110 statt 105 PS, die interessanterweise aber nicht aus 1,6, sondern wie sonst nur im Jetta aus 2,0 Litern Hubraum kommen - mutmaßlich aus produktionstechnisch-logistischen Gründen, kommt der Beetle doch wie der Jetta aus dem Werk in Mexiko. Wie bisher bleibt es bei nur fünf Gängen. Der Verbrauch sinkt von 4,5 auf 4,3 Liter oder mit DSG von 4,7 auf 4,4 - womit der Abstand trotz Hubraumplus' gegenüber dem Golf bei maximal einem halben Liter liegt und damit auf ähnlichem Niveau wie beim 2,0 TDI, der im Beetle jetzt um zehn auf 150 PS erstarkt ist und mit Normverbräuchen von 4,6/4,8 statt 4,9/5,4 Litern gelistet.

Fahrzeuge mit DSG-Getriebe erhalten die sogenannte Segelfunktion, die man freilich mögen muss: Wenn kein Gas gegeben wird, schaltet das Getriebe automatisch in den Leerlauf. Damit ist zwar das verbrauchslose Rollen mit eingelegtem Gang und Schubabschaltung nicht mehr möglich, mangels Motorschleppmoment rollt das Fahrzeug dafür weiter, was - jedenfalls in der Theorie - den Verbrauch senkt. EU6-Einstufung und "BlueMotion Technology"-Paket mit Start-Stopp-System sind jetzt Standard.

Wie bereits berichtet, ist für den Beetle jetzt auch das moderne Multimediasystem "Composition Media" (340 Euro) und der Navi-Ableger "Discover Media" (895 Euro) bestellbar, ebenfalls verfügbar sind endlich auch Rückfahrkamera, die Ausparkhilfe "Rear Traffic Alert" und der "Blind-Spot"-Sensor. Angekündigt sind darüber hinaus zusätzliche Individualisierungsmöglichkeiten für den Innenraum und optional verchromte Außenspiegel.

Der Beetle wird damit eine ganze Ecke moderner, kann aber dennoch nicht dem Standard von Golf & Co. folgen: Während man den Verzicht auf Elektroantrieb und Hybridtechnik nachvollziehen mag, fehlen dem Beetle nach wie vor zwei Motoren (125-PS-Otto, 184-PS-Diesel), die Zylinderabschaltung und etliche Optionen von ACC über LED-Licht, Park Assist, Heizung für Lenkrad und Windschutzscheibe und Sprachbedienung bis Standheizung.

Die Grundpreise liegen zwischen 17.825 und 32.225 Euro, das Cabriolet ist ab 22.125 Euro erhältlich.
Hinweis, 14.11.: Dass der "kleine" Diesel überraschenderweise gar kein kleiner ist, sondern nur ein schwächerer großer, ist uns erst nach einem entsprechenden Leserhinweis (vielen Dank!) aufgefallen. Der Text wurde oben aktualisiert.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 12.11.2014  —  # 11236
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB