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Montag, 11. Dezember 2017,
Tiguan-Ableger bekommt gestrafftes und effizienteres Antriebsprogramm

Audi Q3: Facelift zeigt den neuen Grill

Audi
Mit neuem Grill in die
2. Lebenshälfte: Audi Q3
Gerade einmal drei Jahre ist der Audi Q3 auf dem Markt, da muss sich das erfolgreiche SUV bereits einem Midlife-Facelift unterziehen, das es nicht nötig hatte. Das Motorenangebot wird effizienter, aber nicht größer, und endlich schafft Audi auch das kleine Ärgernis im Kofferraum ab. Ausstattungsbereinigt wird der Q3 sogar günstiger.
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Der Audi Q3 fährt künftig mit einem plastischer gestalteten Singleframe-Grill vor. Seine vergrößerten oberen Ecken laufen bis zu den Scheinwerfern weiter. Der Rand des Grills ist nicht mehr in Chrom ausgeführt, sondern in mattem Silber, der obere Rand ist zudem schmaler geworden. Diese Gestaltung wird man künftig an vielen weiteren Audi-Modellen sehen, an allen Q-Baureihen auf jeden Fall.

Auch der Stoßfänger ist neu gezeichnet, die Änderungen fallen aber nur im direkten Vergleich auf. So ist der neue Q3 in diesem Bereich etwas kantiger gestaltet und trägt einen breiter wirkenden unteren Lufteinlass. In den Scheinwerfern ist nun endlich Xenon-Technik mit LED-Tagfahrlicht (TFL) serienmäßig, wobei Audi das bisherige, gelungene TFL-Design des Q3 modifiziert hat.

Weil man mit Lichttechnik, wer wüsste das besser als Audi, viel Geld verdienen kann, sind jetzt als Xenon-Alternative Voll-LED-Scheinwerfer im Angebot. Wer sie ordert, erhält zudem den dynamischen Blinker, der animiert in Abbiegerichtung aufleuchtet. Dies gilt auch für hinten, wo in jedem Fall die Q-typisch ungeteilten Rückleuchten ein neues Innenleben tragen, das ähnlich wie beim TFL entbehrlich gewesen wäre. Dazu kommen leichte Veränderungen an der Heckschürze. Die Seitenansicht bleibt von etwas markanteren Schwellern und drei neuen Außenlacken abgesehen unverändert.

In Sachen Ausstattung folgt Audi dem leidigen BMW- und Mercedes-Vorbild und führt nun auch beim Q3 zwei Linien ein, die auf die Gähn-Namen "design" und "sport" hören und sich mit weiteren, so Audi, "Top Lösungen" (sic) erweitern lassen. Radläufe, Schwellerleisten und Unterfahrschutz sind regulär schwarz und optional in Wagenfarbe ausgeführt, bei "design" lackiert sie Audi erstmals in Kontrastfarbe.

Im Übrigen versprechen die Ingolstädter ein im Detail auf Komfort optimiertes Fahrwerk, haben dem Q3 die Multikollisionsbremse alias "Bremsassistent Folgekollision" spendiert, die optionale Verkehrszeichenerkennung um Überholverbote erweitert und - last but not least - die unselige klappbare Gepäckraumabdeckung durch ein ausziehbares System ersetzt.

Beim Antrieb hat Audi den erwarteten Feinschliff betrieben. Der 2,0 TDI als wichtigste Motorisierung leistet nun 150 und 184 statt 140 und 177 PS, die neue "ultra"-Variante verbraucht nach der Norm nur noch 4,4 Liter. Die regulären Versionen stehen je nach Leistung und Getriebe mit 4,6 bis 5,2 Litern im Datenblatt gegenüber 5,2 bis 5,9 bisher. Der Vergleich hinkt jedoch etwas, weil nun auch Audi teilweise dazu übergegangen ist, die Werte als Bereich anzugeben.

Interessant: Der stärkere Diesel ist nicht mehr mit Frontantrieb bestellbar. Auch hat Audi hier nach wie vor keinen stärkeren Selbstzünder im Programm, obwohl doch etwa der SQ5 sich blendend verkauft und inzwischen ein 240-PS-TDI als Vierzylinder im Konzern verfügbar ist.

Bei den Benzinern gibt es ebenfalls ein neues ultra-Modell, namentlich den 150 PS starken 1,4 TFSI mit Zylinderabschaltung (COD), der auf einen Normverbrauch von 5,5 Litern kommt und nun der einzige Otto-Handschalter ist. Darüber rangiert die Variante mit Doppelkupplung und nun ebenfalls COD sowie der Zweiliter-TFSI, der von 170 und 211 auf 180 und 220 PS erstarkt und dabei ebenfalls sparsamer geworden, aber nicht mehr als Handgeschalter verfügbar ist. Der feine, aber teure und trinkfreudige Fünfzylinder im RS Q3 kommt nun auf 340 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment. Alle Versionen erfüllen fortan die EU6-Abgasnorm, Audi nennt die Diesel daher "clean diesel".

In den Handel kommt das Q3-Facelift im Februar 2015, die Preise beginnen bei 29.600 Euro. Was faktisch 700 Euro mehr als bisher sind, darf faktisch als Rabatt angesehen werden, weil das neue Modell nicht nur COD und weniger Verbrauch mitbringt, sondern auch die von nahezu allen Kunden georderten Xenon-Leuchten, die bisher mit 990 Euro zu Buche schlugen. Allerdings: Die Preise der anderen Modelle hat Audi noch nicht veröffentlicht.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 06.11.2014  —  # 11232
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB