Modifizierte Front, optimiertes Interieur und neue Ausstattungen für den Kompaktvan

Facelift Ford C-MAX: Das zweite Gesicht

Ford
Facelift für
Ford C-MAX und Grand C-MAX
Ford überarbeitet den C-Max. Der Kompaktvan wird nach Focus-Vorbild komfortabler, sparsamer und moderner in Sachen Ausstattung. Dazu kommt ein überarbeitetes Design, das besser ist – und doch noch Raum lässt für den Nachfolger.
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Auf dem Pariser Salon im Oktober präsentiert Ford die überarbeiteten Versionen des fünfsitzigen C-MAX mit konventionellen und des siebensitzigen Grand C-MAX mit Schiebetüren. Die Facelift-Modelle geben sich insbesondere an einer neuen Front mit dem aufrechten, trapezförmigen Grill, rechteckigen Nebelleuchten, verdeckten Scheibenwaschdüsen und schlankeren Scheinwerfern zu erkennen.

Ob letztere tatsächlich, wie der Pressetext nicht ganz eindeutig suggeriert, serienmäßig über Xenon-Technik mit adaptiver Steuerung und sieben Lichtmodi sowie LED-Tagfahrlicht verfügen, bleibt abzuwarten. Die Seitenansicht bleibt unverändert, sieht man von zwei neuen Farben und neuen Räderdesigns ab. Im Heckbereich kommt der C-MAX jetzt ohne die Abdeckleiste über der Kennzeicheneinfassung aus. Die Heckleuchten, das optisch wohl schlechteste Detail am aktuellen Modell, hat Ford dagegen nur marginal verändert; auch behält der Grand C-MAX den großen Griff an der Heckklappe.

Auch im Innenraum folgt der C-MAX natürlich dem Focus. Wo sich bisher eine hässliche und schlecht bedienbare Schalterwüste über die Mittelkonsole erstreckte und sozusagen fern am Horizont ein kleines Display zu erahnen war, gibt es nun eine schönere Klimabedieneinheit, einen darüber angeordneten bis zu acht Zoll großen Touchscreen und einige wenige Schalter. Das sieht viel besser aus als bisher, und doch bleibt Raum für weitere Optimierungen: Das Ambiente wirkt nach wie vor etwas unruhig, die großen Rädchen für die Lüftungsgitter, die manuelle Handbremse oder das asymmetrisch bestückte Multifunktionslenkrad sind Beispiele hierfür.

Praktischer, weil größer und neu geformt ist das Ablagefach in der Mittelkonsole zwischen den Vordersitzen, auch das Handschuhfach und die Ablage im oberen Teil des Armaturenträgers (mit USB-Schnittstelle) hat Ford optimiert. Dazu kommen neue Polsterstoffe, eine optionale Lenkradheizung und nicht zuletzt ein mit diversen Maßnahmen erhöhter Geräuschkomfort.

Das Multimediasystem SYNC2 mit Navigation von Nokia/Here verfügt über einen wesentlich erweiterten Funktionsumfang. Wichtigste Neuerung ist die Sprachsteuerung, die nun frei gesprochene Befehle wie Adressen, Temperaturangaben, Interpreten-Auswahl oder schlicht "ich habe Hunger" verstehen soll, ganz so, wie man das von modernen Smartphones kennt.

In Sachen Ausstattung gibt es ebenfalls Neuerungen. So können Kunden jetzt die beliebte Option ordern, die Heckklappe per Fußbewegung unter dem Stoßfänger elektrisch zu öffnen. Die neue Generation des halbautomatischen Einparkassistenten versteht sich jetzt auch mit Quer-Parklücken und kann aus Parallellücken ausparken. Wer öfter aus Querlücken rückwärts heraus rangiert, wird sich vielleicht für das neue "Cross Traffic Alert-System" entscheiden, das den Querverkehr überwacht und ggf. warnt und bremst. Spurhalte- und Tote-Winkel-Assistent gab es bereits bisher. Die Notbremsfunktion Active City Stop funktioniert nun bis 50 statt bis 30 km/h, und der Abstandstempomat ACC ist ebenfalls neu auf der Optionsliste.

Auch das einzigartige, aber vermutlich überbewertete MyKey-System ist jetzt bestellbar. Dabei lässt sich ein Zusatzschlüssel so programmieren, dass Nutzer wie zum Beispiel junge Fahrer und Führerschein-Neulinge nur noch eine reduzierte Höchstgeschwindigkeit erreichen können und die maximale Lautstärke des Audio-Systems reduziert wird. Es verstummt sogar ganz, wenn einer der Mitfahrenden seinen Sicherheitsgurt nicht angelegt hat. Zugleich ist es mit dem MyKey-Schlüssel nicht möglich, Sicherheits-Assistenz-Systeme wie das ESP, die elektronische Traktionskontrolle oder Active City Stop zu deaktivieren.

Noch ein Blick auf die Motorisierungen: Während der 1,0-Liter-Dreizylinder (100 und 125 PS) unverändert bleibt, ersetzt Ford den 1,6-Liter-Vierzylinder durch ein gleichstarkes 1,5-Liter-Triebwerk (150 und 182 PS). Aus nunmehr ebenfalls 1,5 Litern Hubraum schöpfen die beiden Turbodiesel mit 95 und 120 (statt 115) PS, die stärkere Variante ist zudem etwas sparsamer geworden (4,0 statt 4,3 Liter Normverbrauch). Neu ist die besonders sparsame ECONETIC-Version, die auf 3,7 Liter kommt. Der Zweiliter-Diesel leistet in der überarbeiteten Variante 150 (bisher 140 und 163 PS) und soll bis zu 20 Prozent sparsamer sein. Während alle Aggregate jetzt EU6-konform sind, verfügen ausschließlich der 1,5 Ecoboost und der 2,0 TDCi serienmäßig über ein Start-Stopp-System. Die Plug-in-Hybrid-Variante "Energi" [sic] folgt 2015.

Insgesamt haben die Kölner seit dem ersten C-MAX im Jahr 2003 nach eigenen Angaben rund 1,2 Millionen Exemplare europaweit verkauft. Mit den jetzigen Neuerungen dürfte der C-MAX fit für die nächsten etwa drei Jahre sein, wenn die dritte Generation fällig ist. Nach der Messepremiere kommen die Facelift-Modelle zu mutmaßlich kaum höheren Preisen Anfang 2015 zu den Händlern, und bis dahin können Kunden auch mit dem ganz neuen S-MAX vergleichen.
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Redaktion: Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB