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Dienstag, 12. Dezember 2017,
Ungewöhnliche Offenheit ein Jahr nach Opel-Einstieg

Opel-Chef Neumann: Ich hatte Opel nicht mehr auf dem Radar

Opel-Chef Neumann: Ich hatte Opel nicht mehr auf dem Radar
Opel
"Opel nicht mehr
auf dem Radar": Neumann
Umparken im Kopf: Mit ungewöhnlichen Aussagen hat Opel-Chef Karl-Thomas Neumann in einem Interview seinen gut ein Jahr zurückliegenden Einstieg bei Opel kommentiert.
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Karl-Thomas Neumann hat im Sommer 2012 zunächst sehr skeptisch auf das Job-Angebot aus Rüsselsheim reagiert. "Meiner erster Gedanke war: Das kann keine Perspektive für mich sein", sagte Neumann dem Wirtschaftsmagazin Capital. Als langjähriger Manager bei Volkswagen und beim Automobilzulieferer Continental habe er gar nicht mehr gewusst, wie es bei Opel zugeht und welche Autos die deutsche Tochter von General Motors baut.

"Ganz ehrlich, ich hatte Opel nicht mehr auf dem Radar", sagte er. Zugleich seien sowohl in Rüsselsheim als bei GM in Detroit "viele Fehler" gemacht worden. Erst mehrere Treffen mit GM-Managern in Frankfurt und Detroit hätten ihn schließlich vom Gegenteil überzeugt.

Das ehrliche Eingeständnis ist ungewöhnlich für Vorstandschefs. Normalerweise halten sich Manager mit Kritik und Skepsis am Arbeitgeber und den eigenen Vorgängern sehr zurück. Neumanns Offenheit passt aber zur aktuellen Werbekampagne des Konzerns, die das schlechte Image von Opel offensiv anspricht.

Frühere Wegbegleiter und Vorstandskollegen lobten Neumanns bisherige Arbeit in Rüsselsheim. "Neumann hat die Gabe, einen seit Jahren regungslosen Konzern wieder aufzuwecken und anzufeuern", sagte der frühere IG Metall-Boss Berthold Huber dem Magazin. Im Herbst 2012 sorgte Huber persönlich dafür, dass VW Neumann vorzeitig aus seinem Vertrag entließ, um den Chefposten bei Opel übernehmen zu können. Zwar habe er noch gewaltige Aufgaben vor sich, sagte Huber über Neumann. "Aber wenn er bei Opel die Wende schafft, dann stünden ihm viele Türen offen, hierzulande und international. Ich kann der deutschen Industrie nur raten, so jemanden wie Neumann dann nicht ziehen zu lassen", sagte Huber. Indirekt übte er damit auch Kritik an Neumanns früherem Chef, VW-Boss Martin Winterkorn, der Neumann im Sommer 2012 als Chef in China entmachtet hatte.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 20.03.2014  —  # 10974
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB