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Donnerstag, 14. Dezember 2017,
64jähriger Betrunkener rammt Auto und will rückwärts flüchten

Panorama: Filmreifer Fluchtversuch auf der Autobahn

Fast schon filmreif hat sich für Polizeibeamte die Anhaltung eines Kraftfahrers auf der Autobahn bei Nürnberg dargestellt. Ein 64-Jähriger wurde festgenommen und kann nun im Gefängnis darüber sinnieren, wie bescheuert man sein kann.
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Der spätere Beschuldigte hatte gegen 18.50 Uhr auf auf der Autobahn 9 Richtung Berlin bei Feucht südlich von Nürnberg beim Überholen einen VW Multivan seitlich gestreift, der mit einem Ehepaar und ihren vier Kleinkindern besetzt war. Ohne sich weiter darum zu kümmern, setzte der Pkw-Fahrer seine Fahrt in Richtung Berlin fort.

Nachdem sich die Insassen vom ersten Schreck erholt hatten, nahmen sie die Verfolgung des Unfallverursachers auf und verständigten über Handy die Autobahnpolizei, deren Streifenfahrzeuge dank detaillierter Standortangaben an den flüchtigen Pkw herangeführt werden konnten, der derweil  über alle drei Fahrspuren Schlangenlinien fuhr. Mehrere Anhalteversuche scheiterten, da der Fahrer immer wieder die Polizeiautos überholte.

Schließlich konnte sich ein Streifenfahrzeug vor den flüchtigen Pkw setzen und die Geschwindigkeit drosseln. Erst machte der Pkw-Fahrer Anstalten zu folgen, gab dann aber wiederum Gas und wollte seine Fahrt fortsetzten. Um keine nachfolgenden Verkehrsteilnehmer zu gefährden, wurde durch ein weiteres Streifenfahrzeug hinter dem Flüchtenden der Verkehr angehalten - eine gute Idee, wie sich schon bald herausstellte: Nachdem der Flüchtende zunächst Vollgas gab und versuchte, einen Streifenwagen zu rammen, was knapp misslang, bremste er im weiteren Verlauf plötzlich auf der Mittelspur bis zum Stillstand ab, legte den Rückwärtsgang ein und versuchte rückwärts zu flüchten. Der Weg wurde ihm jedoch durch einen weiteren Streifenwagen verwehrt, dieses Mal erfolgreich.

Der Fahrer war wie meist in solchen Fällen nicht nur stark betrunken, sondern auch nicht im Besitz eines Führerscheins. Er wurde festgenommen und am Folgetag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Nürnberg überstellt. Dieser erließ Haftbefehl. Die Fahrbahn konnte nach einer kurzen Vollsperrung wieder für den Verkehr frei gegeben werden. Die sechsköpfige Familie im VW-Bus kam mit dem Schrecken davon, erklärte ein Polizeisprecher. Ob sie den Schaden am Auto beim Verursacher wird eintreiben können, steht auf einem anderen Blatt.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 29.10.2013  —  # 10821
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB