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Mittwoch, 13. Dezember 2017,
20.000 Einheiten aus zwei Baureihen ab 2016

Mercedes baut Pkw-Werk in Brasilien

BMW wird künftig in Brasilien produzieren, Audi ebenso – und jetzt hat auch Mercedes eine solche Entscheidung getroffen. Ab 2016 sollen wieder Pkw in Brasilien gebaut werden, zunächst aber nur in überschaubarem Umfang.
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Die Daimler AG erweitert ihr Pkw-Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Cars um einen Standort in Brasilien: In einem neuen Montagewerk in Iracemápolis bei São Paulo sollen künftig die nächste Generation der C-Klasse sowie der GLA für den lokalen Markt gefertigt werden, kündigte das Unternehmen heute bei Unterzeichnung eines entsprechenden Rahmenvertrags mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff an.

Die ersten Fahrzeuge sollen 2016 vom Band laufen. Für die im ersten Schritt vorgesehene Ausbaustufe sind Investitionen von rund 170 Millionen Euro vorgesehen. In dem Montagewerk ist die Produktion von jährlich bis zu 20.000 Fahrzeugen geplant. Am Standort werden rund 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, hinzu kommen außerdem etwa 3.000 Stellen bei Lieferanten.

Mercedes-Produktionsvorstand Andreas Renschler sagte, Brasilien sei ein wichtiger Zukunftsmarkt. "Mit der lokalen Fertigung stellen wir uns dem Wettbewerb und greifen an. Der neue Standort steht exemplarisch für die Erweiterung unseres globalen Produktionsnetzwerkes - damit sind wir noch näher an unseren Kunden." Mit der nächsten C-Klasse und dem GLA werde man "in Mercedes-Topqualität zwei hochattraktive Produkte lokalisieren", für die man großes Potenzial im brasilianischen Premiumsegment sehe.

Daimler hatte früher bereits Pkw wie die A-Klasse im brasilianischen Werk Juiz de Fora produziert, das seit 2010 zur Nutzfahrzeug-Sparte gehört und seit 2012 den Mercedes-Benz Actros und den Leicht-Lkw Accelo für den lateinamerikanischen Markt fertigt. In São Bernardo do Campo betreibt Daimler das größte Werk außerhalb Deutschlands und das einzige, in dem an einem Standort Lkw, Busfahrgestelle und Aggregate wie Motoren, Getriebe und Achsen sowie Lkw-Fahrerhäuser produziert werden. Wohl vor dem Hintergrund der bereits erfolgten Ankündigung von BMW im Oktober 2012 und Audi im September 2013 über den Aufbau einer Fertigung in Brasilien unterstrich Daimler, man sei mit der lokalen Fertigung von Pkw, Lkw, Bussen und Transportern das einzige Unternehmen, das in allen Segmenten in Brasilien produziere.

Das Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Cars umfasst als Hauptproduktionsstandorte die deutschen Werke in Sindelfingen, Bremen und Rastatt, das ungarische Werk in Kecskemét, das US-Werk in Tuscaloosa/Alabama, das Werk im südafrikanischen East London sowie den BBAC-Standort in Peking (Beijing Benz Automotive Corporation, Joint Venture von Daimler und BAIC). Darüber hinaus bestehen CKD- bzw. SKD-Montagewerke in Ägypten, Indien, Indonesien, Malaysia, Thailand und Vietnam. Das Powertrain-Netzwerk umfasst in Deutschland als zentralen Standort das Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim, die Werke in Berlin und Hamburg sowie das Tochterunternehmen MDC Power im thüringischen Kölleda. Zu den internationalen Standorten zählt neben der rumänischen Tochtergesellschaft Star Transmission seit diesem Jahr ein neues Motorenwerk von BBAC in Peking, zusätzlich werden Daimler und Nissan ab 2014 in den USA die gemeinsame Produktion von Vierzylinder-Benzinmotoren auf Mercedes-Basis im Nissan-Werk Decherd/Tennessee aufnehmen.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 01.10.2013  —  # 10795
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB