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Samstag, 18. November 2017,
Flaggschiff mit 300 PS ab 38.000 Euro

Neuer VW Golf R: Der Leit-Golf

Volkswagen
IAA-Premiere:
VW Golf R
VW hält das hohe Tempo bei der Golf-Einführung bei: Nach Limousine und Variant, GTI und GTD, BlueMotion und 4Motion steht das neue Flaggschiff auf der IAA. Der Golf R erstarkt auf 300 PS, wird dabei sparsamer – und noch auffälliger.
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Für Vortrieb im neuen VW Golf R sorgt der aus dem GTI bekannte Zweiliter-Vierzylinder-TSI, der gegenüber dem Vorgänger um 30 auf 300 PS bei 5.500-6.200 Umdrehungen erstarkt. Das Drehmoment steigt parallel dazu um 30 auf 380 Newtonmeter (1.800-5.500/min). Für die 70 zusätzlichen PS gegenüber dem GTI hat VW unter anderem Zylinderkopf, Kolben, Einspritzventile und Turbolader neu konstruiert.

So motorisiert, katapultiert der stärkste Serien-Golf aller Zeiten seinen Fahrer in 5,1 Sekunden aus dem Stand auf Bundesstraßen-Tempo, das sind sechs Zehntel weniger als bisher. Trotz der erhöhten Leistung sinkt der Normverbrauch von 8,5 auf 7,1 Liter, wobei dieser Prüfstandswert bei einem solchen Auto natürlich noch theoretischer ist als schon bei "zivilisierter" motorisierten Ausführungen. Wer sich statt des manuellen Getriebes für das optionale 6-Gang-DSG entscheidet, kann bei Gutmenschen sogar mit 6,9 Litern prahlen - und in der Männerrunde mit 4,9 Sekunden.

Optisch zeigt der Golf R seinen Sonderstatus mit eigens designten Stoßfängern und Seitenschwellern, nun in maten Silber statt glänzendem Schwarz ausgeführten Spiegelgehäusen und einem auffälligen Diffusor und dunkelroten Voll-LED-Leuchten am Heck. Das Fahrwerk ist um 20 Millimeter abgesenkt, die Räder sind bescheidene 18 Zoll groß und mit vergleichsweise schmalen 225er-Pneus bestückt; 19-Zöller stehen gegen Aufpreis zur Wahl.

Das separate Tagfahrlicht (TFL) in der Frontschürze hat VW abgeschafft, zur Differenzierung ist es im Hauptscheinwerfer nun in Doppel-U-Form ausgeführt - wobei Golf-Kenner wissen, dass das Golf-VII-TFL im Gegensatz zu allen anderen aktuellen VWs optisch nicht eben gelungen ist. Weitere Änderung zum Vorgänger: Gab es dort eine zweiflutige, zentrale Abgasanlage, so präsentiert der Leit-Golf nun mit gleich vier Endrohren seine Potenz. Die Bremssättel sind künftig schwarz ausgeführt.

Serienmäßig sind Progressivlenkung, ein für den Renn-Einsatz komplett deaktivierbares ESP und Bi-Xenon-Scheinwerfer. Nur optional liefert VW dagegen Navigationssystem, Lederausstattung, Assistenzsysteme oder die weiterentwickelte adaptive Fahrwerksregelung DCC samt Fahrprofilauswahl mit neuem Race-Modus.

Dass der Golf R auch preislich in einer eigenen Liga spielt, versteht sich von selbst: 38.325 Euro lautet der Basispreis, das sind fast 10.000 Euro mehr als für den gewiss nicht spaßarmen GTI - oder rund das Doppelte dessen, was ein Golf Trendline 1,2 TSI mit 105 PS kostet. An einer guten Tradition hält VW auch beim neuen Golf R fest: Der Kunde hat die Wahl zwischen Zwei- und Viertürer. Noch in diesem Jahr starten die Auslieferungen.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 02.09.2013  —  # 10757
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB