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Mittwoch, 18. Oktober 2017,
Beladungserkennung direkt im Reifen / Bessere Daten für ESP & Co.

Conti: Reifendrucksensoren mit Gewichtsmessung

Conti: Reifendrucksensoren mit Gewichtsmessung
Reifendrucksensoren Continental
werden künftig neue Funktionen bieten
Reifendruckkontrollsysteme halten in immer mehr neuen Autos Einzug – und schon bald werden sie, da gesetzlich verpflichtend, Standard sein. Conti setzt dabei auch auf aktive Sensoren, die künftig etliche Zusatzfunktionen ermöglichen sollen, etwa eine Gewichtsmessung.
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Im Transportgewerbe ist sie Tagesroutine, doch im privaten Umfeld stellen sich Autofahrer die Frage nach der maximalen Zuladung ihres Wagens nie - oder höchstens vor langen Urlaubsfahrten. Das liegt nicht nur an Gedankenlosigkeit, sondern auch daran, dass man etwa Urlaubsgepäck nur mühsam und das eigene Auto in aller Regel gar nicht wiegen kann.

Geht es nach dem Autozulieferer Continental, wird sich die Problematik künftig nicht mehr stellen. Wo bislang nur Spezial-Lkw die Achslasten selbst überprüfen konnten, werden zukünftige Fahrzeuge diese Informationen automatisch über ihre Reifendrucksensoren errechnen können.

Die Ingenieure machen sich bei der automatischen Ladungserkennung die physikalischen Eigenschaften des Autoreifens zunutze. Die sogenannte Aufstandsfläche des Reifens vergrößert sich entsprechend des auf den Reifen lastenden Gewichts. Mit den zukünftig direkt unter der Lauffläche des Reifens verbauten Sensoren erkennt die Fahrzeugelektronik, wie groß diese Aufstandsfläche ist. Bei jeder Reifenumdrehung registriert der Sensor den Abrollverlauf auf der Straße. Auf Basis des bestehenden Reifendrucks und den genauen Daten über den eingesetzten Reifen kann das System so bereits nach wenigen hundert Metern den Fahrer informieren, falls die aktuelle Zuladung eine Änderung des Reifendrucks notwendig macht.

Continental erwartet, dass die Ladungserkennung die Basis auch für einige weitere Verbesserungen im Fahrzeug sein wird. Fahrdynamische Assistenzsysteme wie das ESP sind heute zum Beispiel so ausgelegt, dass sie unabhängig von der tatsächlichen Ladung den größtmöglichen Komfort- und Sicherheitsgewinn für die Insassen bringen. Entsprechend setzen die Systeme heute eine Maximalbeladung in ihre Berechnungen zugrunde. Sobald sie Informationen über das tatsächliche Fahrzeuggewicht in ihre Algorithmen integrieren können, werden die Systeme den Fahrer noch wirksamer unterstützen können.

Schritt für Schritt werden weitere Funktionen dazukommen. So bietet inzwischen ein erster asiatischer Fahrzeughersteller eine Teilfunktion des von Continental vorgestellten "Filling Assistant" seinen Kunden an: Das Auto meldet während des Befüllens des Reifens ganz automatisch mit einem kurzen Signal am Auto oder einer Smartphone-App, wenn der notwendige Reifendruck erreicht wurde - die Geheimwaffe gegen ungeeichte und schlecht ablesbare Tankstellen-Luftdruckprüfer.

Voraussetzung sind jeweils aktive Sensoren im Reifen. Den genannten Vorteilen stehen im Vergleich mit den inzwischen verbreiteten indirekt messenden Systemen Nachteile in Sachen Kosten, Batteriebedarf und Wartung gegenüber.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 05.02.2013  —  # 10469
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB