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Montag, 11. Dezember 2017,
Marktstart für Anfang 2014 angepeilt

Post und ADAC wollen Fernbus-Netz betreiben

Nach der Liberalisierung des Fernbus-Marktes steht offenbar der erste große Anbieter vor einem Einstieg in das möglicherweise zukunftsträchtige Geschäft. Nicht die Bahn, sondern die Post will die Busse auf die Straße bringen – zusammen mit dem ADAC.
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Der ADAC und die Deutsche Post arbeiten an einem Konzept für ein künftiges deutschlandweites Fernbusnetz. Man überlege, die wichtigsten Metropolen Deutschlands flächendeckend mit einem neuen, schnellen und hochwertigen Busnetz zu verbinden und somit den wachsenden Fernbusmarkt zu erschließen, teilten beide Partner am Freitag mit. Man verfüge jeweils über eine hervorragende Infrastruktur von Filialen und Geschäftsstellen in ganz Deutschland, hieß es, ein gemeinsamer Marktstart wäre Anfang 2014 möglich.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2013 hat die Bundesregierung vor zwei Monaten eine Liberalisierung des deutschen Fernbusmarktes beschlossen. Private Anbieter dürfen künftig im gesamten Bundesgebiet Linienverbindungen zwischen Städten mit Fernbussen anbieten. Bislang durften Fernbusse grundsätzlich nur auf Strecken eingesetzt werden, die nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar waren.

Mit Bekanntwerden der geplanten Marktöffnung hatte die Deutsche Post mit der Prüfung einer Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit in diesem Bereich begonnen. Bei der Suche nach einem möglichen Partner war der ADAC erste Wahl. Ein gemeinsames Team aus Mobilitätsexperten beider Unternehmen hat inzwischen ein Konzept entwickelt, das in den Gremien des Clubs und der Deutschen Post diskutiert wird.

Jürgen Gerdes, Konzernvorstand "Brief" bei Deutsche Post DHL, sagte, die Zeit sei reif für eine preisgünstige, sichere und komfortable Mobilitätsalternative. "Die Deutsche Post steht wie kein anderes Unternehmen für flächendeckende Präsenz und Zuverlässigkeit sowie Know-how im Transport und im Fuhrparkmanagement - beste Voraussetzungen also, um im Fernbusmarkt erfolgreich zu sein."

Der Vorsitzende der Geschäftsführung des ADAC, Dr. Karl Obermair, bezeichnete die Liberalisierung als eine der wichtigsten verkehrsinfrastrukturellen Zäsuren der vergangenen Jahre. Für die individuelle Mobilität der Bürger ergeben sich seiner Meinung nach mit einem attraktiven Fernbusnetz künftig neue, vor allem preisgünstige Alternativen zu Pkw, Zug und Flugzeug. Der Club sehe darin für seine Mitglieder eine "riesige Chance und Perspektive".
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 14.12.2012  —  # 10402
text Hanno S. Ritter
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