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Montag, 23. Oktober 2017,
Premiere für den Turbo-Dreizylinder

VW Taigun: SUV-Studie auf Up-Basis

Volkswagen
Studie:
VW Taigun
Brasilien ist einer der kommenden Schlüsselmärkte für Volkswagen. Entsprechend zeigt der Autobauer auf der dortigen Automesse den Ausblick auf ein mögliches Mini-SUV. Der Taigun sieht gut aus und fährt bereits mit dem neuem Dreizylinder.
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Geschüttelt oder gerührt - wer Tiguan kräftig mixt, landet beim Taigun. Das gilt aber nur für die Buchstaben, nicht so sehr für das Auto, denn der Taigun ist kein Kompakt-SUV auf Golf-Basis, sondern ein Mini-SUV auf Basis der New Small Family, sprich: des Up.

In Zahlen bedeutet dies: Der Taigun ist 3,86 Meter lang, 1,73 Meter schmal und 1,57 Meter hoch. Der recht lange Radstand von 2,47 Meter sorgt für kurze Überhänge und knackige Proportionen. Hinter der zweigeteilten Heckklappe - der obere Bereich bis zur Unterkante der einteiligen Rückleuchten schwenkt nach oben, das untere Segment indes Richtung Straße - bietet der Kofferraum Platz für 280 Liter; wird die Rückbank umgeklappt, sind es 987 Liter.

Angetrieben wird die viersitzige, frontgetriebene Studie von einem neuen 1,0-Liter-TSI-Motor mit 110 PS. Es handelt sich um den aus dem Up bekannten Dreizylinder, ergänzt um Turboaufladung. Das Aggregat mit einem Drehmoment von 175 Newtonmetern bei 1.500 Touren dürfte künftig auch im Polo und wohl sogar im Golf eingesetzt werden. Den 985 Kilo leichten Taigun beschleunigt es in 9,2 Sekunden auf Tempo 100 und maximal bis auf 186 km/h. Den Normverbrauch beziffert VW auf etwa viereinhalb Liter, das wären nur drei Zehntel mehr als im kleineren 75-PS-Up.

Das Design des Taigun ist typisch VW: klar, schnörkellos und unaufdringlich. Merkmale sind die deutlich ausgestellten Radhäuser (Serienbereifung 205/50 R17), die einteiligen Rückleuchten und die in der C-Säule "versteckten" hinteren Türgriffe. Das Interieur gibt sich bewusst klar und "clean" und soll damit den Zeitgeist unserer urbanen Welt widerspiegeln. "Wer eine Affinität zu aktuellen Smartphones oder Tablet-Computern hat, wird auch das Design, die Haptik der Oberflächen und den Aufbau der Bedienelemente im Taigun mögen", erklärt Volkswagen.

Wesentliche Elemente sind das aus dem Up stammende Kombiinstrument nebst Zusatzinstrumenten auf der Mittelkonsole, ein fest integrierter Monitor und, entfernt erinnernd an den Renault Espace, Drehregler in den Lüftungsdüsen der Schalttafel, über die Temperatur und Gebläse geregelt sowie deren Einstellung abgelesen werden können.

Über eine mögliche Serienfertigung des Taigun schweigt sich Volkswagen aus. Ganz unwahrscheinlich ist sie nicht, gilt das SUV-Segment und dort speziell die kleinen Modelle doch nach wie vor als das Wachstumssegment. Ob VW es mit einem Taigun in der Kleinstwagen-Ecke, eher mit einem Polo-SUV oder gar mit beiden beackern wird, lässt sich noch nicht absehen. Die Wolfsburger bleiben ihrem vielfach bewährten Konzept treu: Erst einmal die anderen machen lassen, abwarten und später selbst nachlegen. Bisher reichte das immer für die Marktführerschaft.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 23.10.2012  —  # 10334
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB