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Mittwoch, 18. Oktober 2017,
Neuauflage mit bis zu 230 PS kommt im Frühjahr 2013

VW Golf GTI: Sportklassiker Version 7.0

Volkswagen
Der neue Golf GTI
(seriennahe Studie)
Heute feiert der neue VW Golf seine Publikumspremiere auf dem Pariser Autosalon – und lässt sich schon die Schau stehlen: Volkswagen hat bereits den neuen GTI im Gepäck. Er kommt im Frühjahr 2013 – erstmals in zwei Varianten.
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Volkswagen hat am Donnerstag in Paris den neuen Golf VII GTI präsentiert. Offiziell noch als Studie deklariert, dürfte sich bis zur Serieneinführung kaum mehr etwas ändern.

In der neuesten, siebten Generation ist der Klassiker unter den Kompaktsportlern noch einmal stärker geworden: Der Zweiliter-TSI leistet nun 220 PS, zehn mehr als zuvor. Das Drehmoment steigt um deutliche 70 auf 350 Newtonmeter, dem Niveau des bisherigen Golf R. So motorisiert, beschleunigt der Golf GTI in 6,6 Sekunden auf Tempo 100 und maximal bis auf 246 km/h.

Erstmals offeriert VW optional ein sogenanntes Performance-Paket, mit dem die Leistung bei unverändertem Drehmoment auf 230 PS steigt. Der Fortschritt auf 6,5 Sekunden und 250 km/h ist jedoch unwesentlich. Im Verbrauch liegen beide Versionen gleichauf bei nur 6,0 Litern nach der Norm, 1,3 weniger als bisher. Etwa ein halber Liter davon geht auf das Konto des künftig serienmäßigen Start-Stopp-Systems.

Das Performance-Paket beinhaltet neben der Leistungssteigerung auch ein Plus im Bereich des Handlings: Statt mit 16-Zoll-Bremsen ist der GTI in diesem Fall mit 17-Zoll-Bremsen (samt GTI-Schriftzug auf den Sätteln) und der ebenfalls erstmals angebotenen Vorderachsquersperre (VAQ) ausgestattet. Die elektronisch geregelte Sperre soll das Untersteuern minimieren. Dazu erhöht sie die Antriebskraft am kurvenäußeren Rad, wodurch sich einerseits optimierte Kurvengeschwindigkeiten und andererseits mehr Traktion beim Anfahren auf losem und feuchtem Untergrund sowie in Abbiegesituationen ergibt. Serienmäßig verfügt der GTI in beiden Versionen über sie sonst optionale Progessivlenkung mit variabler Übersetzung.

Optisch bietet der GTI keine Überraschungen. Die Differenzierung zu den "normalen" Golf erfolgt über rot lackierte Bremssättel, einen vergrößerten Dachkantenspoiler, das 15 Millimeter tiefer gelegte Fahrwerk, die charakteristische Wabenstruktur der Lufteinlassgitter sowie jeweils links und rechts ein verchromtes Abgasendrohr mit 80 mm Durchmesser.

Im Frontbereich hat VW das signifikantes GTI-Element des roten Streifens neu interpretiert: Einst umrahmte er komplett das rechteckige Kühlergrillgitter der ersten Golf-Generation, zuletzt waren es zwei rote Streifen, die oben und unten das Gitter einfassten. Nun schließt der rote Streifen das Kühlergrillgitter an deren unteren Kante ab, erstreckt sich dann aber erstmals weiter nach links und rechts bis in die Gehäuse der Xenon-Scheinwerfer hinein. Die rote Linie durchläuft die Front so auf der ganzen Seite.

Die Rückleuchten zeigen ein anderes Innenleben und sind mit LED-Technik bestückt, die wir an den normalen Modellen so vermissen. Auch die Kennzeichenbeleuchtung und die Nebelscheinwerfer setzen auf LED. Letztere sind nach wie vor vertikal ausgeführt und werden durch drei Lamellen optisch betont. Ganz unten im Stoßfänger, unterhalb der in Wagenfarbe lackierten Querspange, wird der schwarze Lufteinlass (mit Gitter in Wabenstruktur) nun nicht mehr von einem ebenfalls schwarzen Bereich eingefasst, sondern von in Wagenfarbe lackierten Flächen. Neu sind außerdem zusätzliche GTI-Schildchen auf dem vorderen Kotflügel.

Der Innenraum zeigt sich wie erwartet: Die Sitzbezüge im legendären Karomuster bleiben erhalten. Der im Golf GTI VI "Jacky" genannte Stoff wurde - wie beim Wechsel jeder GTIGeneration - neu designt und heißt nun "Clark". Weitere Merkmale sind rote Ziernähte im Bereich der Sitze und Schalthebelverkleidung, der schwarze Dachhimmel, der Schaltknauf im Golfball-Look und die rote Ambientebeleuchtung, auch in den Türverkleidungen vorne und den Einstiegsleisten.

Das unten abgeflachte Multifunktionslenkrad weist drei Metallspeichen und Blenden in hochglänzendem Schwarz auf - und in der Mitte im Gegensatz zu allen anderen Golf-Lenkrädern einen schönen runden Pralltopf. Modifizierte Instrumente, das Farbdisplay der MFA und die Edelstahl-Pedalerie setzen weitere Akzente - letztere allerdings wegen des Designs und des hängenden statt stehenden Gaspedals nicht halb so eindrucksvoll wie bisher.

Markteinführung des neuen Golf GTI als Drei- und Fünftürer wird im Frühjahr 2013 sein.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 27.09.2012  —  # 10304
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB