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Donnerstag, 19. Oktober 2017,
Preis- und Ausstattungsübersicht / Drei Beispielkonfigurationen

VW Golf VII: Die Preise

VW Golf VII: Die Preise
Der neue VW Golf VII deckt Volkswagen/ak
schon zum Start eine große Preisspanne ab
Schon wenige Stunden nach der Präsentation am Dienstag Abend und vor der Messepremiere in Paris hat Volkswagen die Orderbücher für den neuen Golf geöffnet. Wir nennen die Preise und Ausstattungsniveaus für den neuen mutmaßlichen Bestseller – und rechnen in drei Beispielkonfigurationen vor, was wirklich unter dem Strich steht.
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Der neue VW Golf VII wird wie bisher in den drei Ausstattungsniveaus Trendline (Basis), Comfortline (Mitte) und Highline (Topmodell) angeboten, und wie bisher hütet sich VW angenehmerweise und im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern, die eigene Wahl über ein peinliches Klebeschildchen am Kotflügel nach außen zu kommunizieren. Alle drei Linien verfügen im Vergleich mit dem Golf VI über zusätzliche Extras und sind so gesehen günstiger als bisher.

Zur gegenüber dem Vorgänger deutlich erweiterten Serienausstattung zählen beim Golf Trendline unter anderem der 5-Zoll-Touchscreen, ECO-HMI (verbrauchsbezogene Darstellungen und Hinweise in der Multifunktionsanzeige), die Multikollisionsbremse und die elektronische Parkbremse mit Auto-Hold-Funktion, außerdem die Quer-Differenzialsperre XDS, die Reifenkontrollanzeige (RKA) sowie das Blue-Motion-Technology-Paket mit Rekuperationsmodus und Start-Stopp-System. Auch der im Vorgänger ärgerlicherweise weder optional noch als Zubehör zu bekommende variable Ladeboden ist nun serienmäßig, ebenso ein Tankeinfüllstutzen mit Fehlbetankungsschutz für die Diesel, den irgendein Schluderer in der offiziellen Preisliste doch tatsächlich als "Einfüllstutzen für Fehlbetankung" bezeichnet hat.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Anstelle eines Doppeltonhorns muss künftig eine Einton-Hupe genügen, bis zu 122 PS kommt eine einfachere Hinterachs-Konstruktion zum Einsatz, und das Armaturenbrett im Trendline ist wie auch das Kombiinstrument primitiver gemacht als in den höheren Varianten; VW Polo und Up dienten insoweit als unrühmliches Vorbild. Ein Radio ist nach wie vor nicht Standard, eine Radiovorbereitung nicht erhältlich.

Die mittlere Ausstattungsebene Comfortline für 1.950 Euro Aufpreis ist gegenüber dem Vorgänger zusätzlich mit Parksensoren vorn und hinten, Schubladen unter den Vordersitzen, dem neuen Radiosystem Composition Touch inklusive SD-Karten-Schnittstelle und der Müdigkeitserkennung ausgestattet.

Ebenfalls serienmäßig sind zusätzlich zum Trendline u.a. 16-Zoll-Leichtmetallräder, Komfortsitze mit eigenem Sitzstoff und Lendenwirbelstützen vorn, Durchlademöglichkeit mit Mittelarmlehne in der Rücksitzbank, Lichtdrehschalter und Spiegeleinstellung in Chrom-Optik, Ablagetaschen an den Rücksitzlehnen der Vordersitze und eine Klappe für das Brillenfach im Dachhimmel, ferner eine 12-V-Steckdose im Kofferraum, beleuchtete Make-up-Spiegel, Textilfußmatten, Mittelarmlehne vorne mit Luftausströmern hinten sowie Lenkrad und Schalthebelknauf in Leder.

Noch weniger Wünsche offen bleiben naturgemäß im Golf Highline, der weitere 1.650 Euro teurer ist. Das Plus gegenüber der Highline-Version des Golf VI besteht in einer neuen Ambientebeleuchtung (auch in den vorderen Türverkleidungen) inkl. LED-Fußraumbeleuchtung und Türöffnerbeleuchtung, einer Chromeinfassung des VW-Logos im Kühlergrill und Bi-Xenon-Scheinwerfern. Insoweit aber verfolgt Volkswagen überraschenderweise eine neue, ungewohnte Politik: War Xenon-Licht im Golf bisher immer mit Kurvenlicht und LED-Tagfahrlicht gekoppelt, ist dies entgegen aller Gewohnheiten künftig nicht mehr der Fall. Wer diese Techniken auch wünscht, muss 350 Euro Aufpreis bezahlen.

Zusätzlich zum Comfortline verfügt der Highline u.a. über 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer inklusive Abbiegelicht mit Chromspange, dunkelrote Rückleuchten, Sportsitze vorn mit Acantara-Stoff-Bezug, Chrom-Applikationen für die elektrischen Fensterheber, Leseleuchten in LED-Technik vorn und hinten, 2-Zonen-Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, beheizbare Scheibenwaschdüsen und Sitzheizung vorne.
Drei Beispielkonfigurationen
Autokiste hat in drei Beispielmodellen durchgerechnet, was ein neuer Golf VII tatsächlich unter dem Strich kostet.

1 Rechenbeispiel Nummer 1 unter dem Arbeitstitel "Möglichst günstig, aber nicht spaßbefreit" ist ein Golf Trendline mit dem kleinsten Motor, vulgo 16.975 Euro teuer. Empfehlenswerte Extras sind vier Türen für 900 Euro, Parksensoren für 550 Euro, Fußmatten für 99 Euro, Lederlenkrad für 170 Euro, Licht- und Sicht-Paket für 175 Euro, Mittelarmlehne vorne für 142 Euro, MFA Plus für 50 Euro, die geteilt umklappbare Rücksitzlehne für 170 Euro, Nebelscheinwerfer für 185 Euro, Aschenbecher als Mini-Mülleimer für 20 Euro und das günstigste Radio für 410 Euro. Zusammen kommen demnach 19.846 Euro. Fahren Leute im Fond mit, sollten zusätzlich die Seitenairbags hinten für 355 Euro bestellt werden.

2 Konfiguration Nummer 2 wird etwas komfortabler und stärker; versucht, die goldene Mitte abzubilden. Als Basis dient entsprechend ein Golf Comortline, den wir mangels aktueller Verfügbarkeit der 122-PS-Version mit dem 140-PS-TSI bestücken. Zum Grundpreis von 22.525 Euro addieren wir Matelliclack (525 Euro), vier Türen (900), Seitenairbags hinten (355), Ambientebeleuchtung (160), Tempomat (205), Pre-Crash-System (150), Parklenkassistent (200), Rückfahrkamera (280), Fahrprofilauswahl (120), Klimaautomatik (365), Multifunktionslenkrad (180), Licht- und Sicht-Paket (175), Navigation (505), getönte Scheiben im Fond (220), Nebelscheinwerfer (185) und das Winterpaket (425). So ausgestattet, kostet der Golf dann nach Liste bereits 27.475 Euro.

3 Im letzten Rechenbeispiel lassen wir es noch gehobener zugehen, sehen den Golf sozusagen als Tiguan- oder Passat-Downsizing, nehmen den 150-PS-Diesel als Highline, gönnen uns den Perlmutteffekt-Lack für satte 970 Euro und packen zusätzlich zu den oben genannten Extras noch Panorama-Dach, Alarmanlage, Sportfahrwerk, MFA Premium, Ergo-Sitz, Kurven- und LED-Tagfahrlicht und Sprachsteuerung dazu. Wer die zum Konfigurationserlebnis bei VW zu oft gehörenden, nervigen Abstürze des Systems und seine Unübersichtlichkeit in Kauf nimmt, darf respektive muss schließlich 34.250 Euro als Kaufpreis ablesen.

Das ist auch nicht bedeutend mehr als bei anderen Herstellern und natürlich weniger als beim Audi A3, aber dennoch verdammt viel Geld für einen Kompaktwagen - wohlgemerkt gerechnet ohne Assistenzsysteme, ohne "großes" Navi, ohne 18-Zöller, ohne Anhängerkupplung, ohne Leder, ohne Standheizung - und ohne DSG. Wer noch mehr Häkchen setzt, endet selbst ohne prestigeträchtige GTI- oder GTD-Buchstabenkombination bei rund 43.550 Euro, mehr als dem doppelten von Beispiel 1. Verglichen mit dem roten Golf II, den der Autor einst fuhr, ist der Golf fraglos (auch) erwachsen geworden.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 06.09.2012  —  # 10274
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB