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Dienstag, 21. November 2017,
Aufgefrischte Frontpartie, neue Extras und sparsamere Motoren ab April 2012

Facelift Renault Mégane: Neuer Sparmeister der Kompaktklasse

Renault
Facelift ab April 2012:
Renault Mégane
Renault überarbeitet sein wichtigstes Modell. Der Mégane fährt ab April 2012 mit frisch arrangierter Frontpartie und zusätzlichen Extras zu den Händlern. Wichtigste Neuerung sind aber die teilweise deutlich sparsameren Motoren, deren bester den Mégane aktuell zum sparsamten Kompakten überhaupt macht.
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Äußerlich beschränkt sich das Facelift des Renault Mégane im Wesentlichen auf die Frontschürze. Stoßfänger mit glänzend schwarzen Einsätzen und Chromleisten sollen für Hinguck-Effekte sorgen, ebenso das LED-Tagfahrlicht, das aber wohl nicht in allen Modellen serienmäßig ist. Bei den regulären Versionen sitzt es, soweit vorhanden, zurückhaltend im unteren inneren Bereich des Scheinwerfers, bei GT und GT-Line sind die LEDs bumerangförmig angeordnet und in der Frontschürze untergebracht.

Weitere Merkmale sind eine erweiterte Farbpalette und eine komplett neue Auswahl von Felgen. Die Heckansicht bleibt offenbar vollkommen unangetastet. Für das Interieur angekündigt sind lediglich rote Ziernähte an den Sitzpolstern und ein Sportlenkrad mit Daumenstütze für GT und GT-Line.

In Sachen Ausstattung werden die überarbeiteten Modelle optional über eine Rückfahrkamera verfügen; außerdem halten erstmals Assistenzsysteme Einzug: Das kamerabasierte, sogenannte Visio-System bietet einen Spurhalte-Assistenten, der allerdings auf aktive Lenkeingriffe verzichtet, und eine automatische Fernlicht-Schaltung. Außerdem kommt eine Berganfahrhilfe zum Einsatz - ein echtes Auto-Hold-System wäre die schönere Lösung gewesen. Schließlich hat Renault eine neue Generation von Audio-Systemen mit Bluetooth-Schnittstelle, AUX- und USB-Anschluss angekündigt.

Zwei überarbeitete Diesel-Aggregate und ein neuer Benziner stehen für die verbesserte Umwelteffizienz des neuen Mégane. Wichtigste Neuheit ist der "ENERGY 110 dCi". Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des millionenfach verbauten 1,5-Liter-Turbodiesels dCi 110, die nun mit nur noch 3,8 Litern Norm-Verbrauch im Datenblatt steht - und zwar sowohl für den Fünftürer und das Coupé als auch für den Kombi Grandtour.

Damit sei der beste Wert in der Kompaktklasse erreicht, schwärmen die Franzosen - und sie haben Recht, jedenfalls für den Moment. Zwar sind auch andere Modelle wie der VW Golf BlueMotion mit 3,8 Litern gelistet, streng genommen ist der Renault aber besser, weil er auf 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer kommt, während Golf & Co. mit 99 Gramm minimal schlechter abschneiden. Interessant ist dabei, dass Opel für den Astra Ecoflex diese 99 Gramm sogar in 3,7 Liter umrechnet. Der mit 3,4 Litern angekündigte Ford Focus Econetic ist noch nicht bestellbar.

Zurück zum Renault Mégane: Der 130-PS-Diesel verbessert sich ebenfalls, und zwar wesentlich: Die neue Maschine mit 1,6 Litern Hubraum kommt auf 4,0 Liter Normverbrauch, das sind 1,1 Liter oder 20 Prozent weniger als der gleichstarke, bisherige 1,9 dCi.

Auch bei den Benzinern setzt Renault auf Downsizing: Der neu entwickelte "ENERGY TCe 115" ersetzt den "1.6 16V 110"-Motor. Das Turbo-Aggregat entwickelt aus nur 1,2 Litern Hubraum nun 115 PS und 190 Nm Drehmoment (bisher 110 PS, 150 Nm) und macht den Mégane mit 5,3 Litern Verbrauch zu einem der sparsamsten Benziner seiner Klasse. Der Fortschritt beträgt hier 1,6 Liter oder fast 25 Prozent. Die weiteren Motoren bleiben unverändert.

Seit dem Start der aktuellen Modellgeneration Ende 2008 hat Renault eigenen Angaben zufolge weltweit über 730.000 Mégane verkauft. Das im spanischen Palencia gebaute Auto geht nun in die zweite Hälfte seines Lebenszyklus'. Marktstart in Deutschland ist im April 2012; Preise liegen noch nicht vor, dürften aber nur unwesentlich von den aktuellen differieren.
Mehr Leistung und rote Effekte für das Mégane Coupé R.S.
Auch das Mégane Coupé Renault Sport geht aktualisiert ins neue Jahr. Wichtigste Neuerung des Topmodells ist ein per Knopfdruck aktivierbarer Sport-Modus, in welchem der Zweiliter-Turbomotor zusätzliche 15 PS Leistung und 20 Nm Drehmoment mobilisiert und damit die Leistungswerte der limitierten Sonderserie Mégane R.S. Trophy (265 PS, 360 Nm) erreicht, die im Juni 2011 auf der Nürburgring-Nordschleife den neuen Rundenrekord von 8:08 Minuten für frontangetriebene Serienfahrzeuge erzielte. Feinarbeit an der Auspuffanlage soll zudem einen noch "sportlicheren" Sound in allen Drehzahlbereichen ermöglichen.

Optisch zeigt das Mégane Coupé R.S. ebenfalls eine modifizierte Front mit dunklen Scheinwerfermasken und serienmäßigen doppelreihigen LED-Tagfahrleuchten. Hinzu kommen neue 18-Zoll-Räder in satiniertem Aluminium oder Matt-Schwarz mit R.S. Logo. Darüber hinaus können rote Strippings für die vorderen Luftleitbleche, Seitenschweller und die Heckschürze bestellt werden. Ebenfalls neu im Angebot sind u.a. ein Interieur mit roten Ziernähten für die Stoff- oder Lederpolsterung und zweifarbige Lederpolster in Hellgrau und Anthrazit. Außerdem kommt jetzt an Mittelkonsole und Lüftungsdüsen die moderne "Klavierlack-Optik" zum Einsatz, angekündigt sind zudem spezielle "Effekt-Türinnen­verkleidungen" in Anthrazit, was auch immer man sich darunter vorstellen mag.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 11.01.2012  —  # 9868
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB